waschbärhodengroß!

Tischtennisballgroß, taubenei-groß (wie groß ist denn eigentlich ein Taubenei?, „wachteleigroß“?), tennisballgroß (!), wie wäre es mit „waschbärhodengroß“ (?), besser noch: „Hagelkörner in Waschbärhodengröße!“ oder doch eher prosaisch „cornelkirschengroß“? („brombeerengroß“, eiskugelgroß…?) /Das Zentrum der Unwetter lag in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen. Kein Spaß gestern am Nachmittag, ich hörte zudem auch sehr schadhaft Persönliches. Betroffenes.

Was aber verdammt seltsam anmutet: Ausgerechnet der Flecken H a g e l l o c h – das Waldranddorf kaum 3km vom Hauptschadensgeschehen entfernt – wurde lediglich mit ein paar wenigen Eiswürfelchen von oben her beworfen. Glück gehabt. Mal wieder. Ich weiss, ich hab‘ gut scherzen.

igoumeniz

die kirschkern sitzt jetzt von ancona nach igoumeniza, die sonne schon weg, die schlafplätze am lauen deck ausbaldovert, wahrscheinlich. ?/In ihrem heimischen tortursiedlungszimmer steht seit gestern eine neue harfe, ihre erste eigene. Letzter schultag und immer noch keine 4 im zeugnis, sie hat mir verraten, dass sie sich das vorgenommen hat, so lange wie möglich ohne eine 4. Morgen heizt sie im bus über den pelleponnes, stop in korinth (thema paulus).

In korinth hatten wir uns damals aufgetrennt und jeder ist alleine weitergetrampt in die dämmerung hinein. Ich wurde zunächst mitgenommen, dann fast hopsgenommen von einem grauschläfigen chemiker aus thessaloniki, der mich zuletzt aus seinem wagen, einem schönen horch100, in die mitte der wildnis entließ, weil ich nicht unbedingt wollte in seinem sinne. Ich hatte große angst, war froh, wenigstens in den kargen bergen ein übernachten irgendwie zustande bringen zu wollen und können und hielt den daumen dennoch weiterhin zur strasse. Schließlich hielt ein italienisches superliebespärchen mit schäferhund im fiat 500 (an) und sie fragten mich, was um gottes willen ich denn um diese zeit in dieser gottverlassenen gegend täte. Ich nahm platz neben dem schäferhund bis fast nauplia, schlief alleine im zelt und träumte.

Übermorgen sausen sie durch athen über die akropolis und dann erneut die fähre, wieder auf dem oberdeck schlafen unter sternenhimmel auf der passage nach kreta ins zeltlager. Ich gönne ihr sehr diese schöne abenteuerreise und habe mir vorgenommen, eine ebensolche auch mal wieder zu tun. Sie will raus, weg. Aufauf in die welt. Und muss doch noch so lange schulewarten und „älterwerden“, ich glaube, sie ahnt schon und ihre ungeduld ihrem selbst gegenüber ist manchmal lustig im gespräch und ungespräch, dann grinsen wir gemeinsam. Ist aber vielleicht eine schlimme zeit, für sie, sich selbst hinterherhinken, nicht im kopf, sondern in dem, was die eltern hardware nennen. Besser so, als andersrum.

Mit der bettlerin, einer jungen frau, die sich geübt älter macht, wahrscheinlich aus südosteuropa, gekauertes kopftuch im bodensitz unmittelbar vor dem eingang zur kirche, hat sich mittlerweile ein wortloser und nicht unfreundlicher kontakt installiert, schnelle blicke und sonstige menschlichkeitswahrnehmung und das anfänglich gegenseitige misstrauen ist teilgeschwunden. Ich rauche stehend hinten an der linde, sie sitzt neben dem mäuerchen am portal im schneider.

Sonst gegenüber den kirchgängern – derzeit meist spanischen touristen – in ernstem ausdruck, lächelt sie mich mittlerweile an, wenn ich eine pause nach draußen einlege und an ihr vorrübergehe. Und ich sie ebenfalls, komplettkulturübergreifend, auch wenn ich mir natürlich jederzeit die geschichten von organisierten betteleiclans herbeiholen könnte. Ich bin ja nicht blöd, ich bin ja informiert. Aber was sollen immer diese informationen, die die alphaebenen unserer primären wahrnehmungsmöglichkeiten zudecken und in einen unguten angstschlaf hineinwiegen. Wie sie wohl lebt und wo? Jeder lebt eben so, wie er oder sie lebt, was will ich da urteilen, ausgerechnet ich.

Sie hat nun einen sehr offenen blick, plötzlich entspannt, voller ihrem alter angemessener sichtbarer lebenslust und wir grüßen uns jetzt sogar. Mit ihrem weissen kopftuch sieht sie ohnehin aus wie maria auf den wertvollen gotischen tafelbildern im kircheninnern. Natürlich habe ich ihr auch schon etwas gegeben, aber bereits zuvor bahnte sich ein fast familiäres umgreifendgefühl dem ort und seinen gegenübern heran, denjenigen menschen, die da eben derzeit sich irgendwie wiederkehrend aufhalten. Aus einem zunicken ist ein freundliches „Guten Tag!“ geworden. Auch ein nahender regen war bereits gemeinsam mimisch bedauert oder irgendetwas lustiges (zum beispiel „der arrogante Organist stolpert über die Kette zum Parkplatz seines von den Lindenläusen zugeschissenen Kfz…“) beiderseits und ohne handel, wies scheint, belächelt.

Jeden tag ist sie dann irgendwann weg. Wie ich ja auch jeden tag, irgendwann dann, weg bin. Alletage. Es ist ja immer auch wichtig, dass man irgendwann mal weg ist. Spiegel, überall.

Beim weinhändler – aus dem kreise des weinhändlers, der abends nächst der kirche verköstigt, ist jemand heute am nachmittag verstorben. RIP. /Das ist wie im weblog, da ist nichts virtuell, da ist alles real. Es gibt eben nichts virtuelles.

aber hallo, Provinz!

19.7.-21.7.2013, Jubiläumswochenende 100 Jahre TSV Hagelloch, heute 16.30 – 18.15 Uhr auf Hagellocher Rasen: VfB-Stuttgart Traditionsmannschaft vs. verstärkte AH-Mannschaft des TSV Hagelloch / Im Kader des VfB befinden sich u.a.: Bernd Förster, Guido Buchwald, Hansi Müller, Krassimir Balakov, Karl Allgöwer, Maurizio Gaudino, Fritz Walter, Christof Weber, Martin Fritz / Teambetreuer: Karlheinz Förster und Jürgen Sundermann

Na, da gehen die Kirschkern und ich gleich mal hin /zugucken! 😉

/edit:



hier: Weber (VfB) hält!

…(legende)

man bezahlt ja für die idee. die idee gibts nur einmal. das wetter ist fruchtbar, die idee nicht unbedingt. (automatisch), in der karibik würde ich gerne hausen und wennschon morgens immer nackend auf balkonterrasse mein müsli und die zeitung aufessen, schwarz vom druck und erlöst vom ewigen lippenstift der müsserei. unten die segelboote beobachten und mir hauptsache den anker merken, das genügt dann schon.
./.
[Nacht, Atelier, Sommer]

schah

am tiefen wald gefällt mir, wie er mich beim rennen lehrt, dass es in seinem ermessen steht, mir einen schweren ast auf den kopf fallen zu lassen. Im garten habe ich die rosen und anderes grün von den schlingen der in diesem jahr wild wuchernden winden befreit. Wer rasen hat, muss rasen mähen. Am fluss gibt es wieder kriebelmücken, die mich nicht stechen oder beissen, wohl aber die anderen, seltsam. die anderen behaupten, es läge daran, dass ich rauche. Ich glaube das aber nicht. Und wenn schon.

Am wochenende hatten ein fahradfahrer und ich glück, weil ich ihn nicht erwischt und über den haufen gefahren habe. Er kam von links, aus einem feldweg und hinter einem gebüsch hervor, während ich gerade hinab ins tal mit dem schönen dorfblick abbog mit meinem autochen. Der besuch im wagen, mein freund M, warnte mich mit einem schrei, der die vollbremsung noch einen moment früher reflektierte. Der autochenhersteller hat rechts und links der frontscheibe sehr dicke dachholme eingebaut, die manchmal die sekundensicht verlangsamen. So auch am wochenende bei diesem 15 jährigen radfahrer, der wohl schuld gehabt hätte, aber wen interessiert das schon. Es war wirklich ein großes glück, 10 zentimeter und ich war ohnehin langsam gefahren, um M die gegend zu erläutern. Ich habe so etwas nie zuvor jemals erlebt.

Der vater von M hat noch mit dem schah von persien am abend schach gespielt, wenn dieser anrief und ihn darum bat. Ich kenne also jemanden, dessen vater noch mit dem schah von persien abends schach spielte und dessen sohn, ein graf, mir bei der vermeidung eines unfalls nun half.

zwecken seit menschengedenken ohne zweck, da die türen aus holz, jeder punkt bleibt – auch völlig ohne schatten, insofern stimmt da was nicht.

(Und wenn Sie am kommenden Sonntag noch nichts besseres vorhaben und sich in der Nähe von Baden-Baden aufhalten, dann kommen Sie doch gerne hier bei der „Auswahl 2013“ vorbei. Mehr Informationen gibt es, wenn man dort auf den Stern klickt. Ich freue mich, dabei zu sein.)

mykonos

mykonos_1979

(flanke, lendchen)

mykonos 1979, schon damals mietete ich gerne irgendeine vespa mit taschengeld. Der rechts weiss ich nicht mehr (wahrscheinlich ein freund der schwester des freundes). Am strand war alles voll mit nackten brüsten und anderem und wir machten strassenmusik mit guitarre und blockflöte (ich blockflöte) vor hochweissen windmühlen neben hellblauen holzstühlen. Wir bekamen drachmen von barbusigen engländerinnen zugeworfen und hatten „endlich mal zeit, den SPIEGEL von vorne bis hinten durchzulesen“ (aus dem tagebuch), schliefen am strand, das waschen mit frühstück konnten wir bei der schwester des freundes verrichten. Mir war das damals alles noch viel zu viel am geschlecht, ich wollte eigentlich nur große endlose ferien, Vespa-Fahren, mein leben planen und mir nicht den ganzen tag lang anhören, dass Männer im grunde scheisse sind, dies von entblößten emanzipierten frauen, die mir lächelnd ihre primärsekundären dinge am meer vors gesicht hielten, während sie ihrem behaarten griechischen liebhaber durch die backentasche den po kraulten, der, ein meist stattlicher hintern, fürs kaffee und pläsir bezahlte. Die zwingend bevorstehende metaebene erschloss sich mir erst später, nach dem ersten beischlafe irgendwo im oberschwäbischen neben einem wacholderbusch (übrigens ein zypressengewächs) und der nachfolgend allergischen hautbehandlung im Anti am gesäß mit heuschnupfen und weledasalbe an den Flanken des selbst meiner (irgendwie) lenden. das war die zeit, als mein leben im denken begann.

Bereits damals aber schon, am kykladischen Goldstrand, bahnte sich eine Erkenntnis an, die wir dann Dekaden später unter „3., Manifest des Deutschen Handwerks“ in Stein meißeln sollten: „DAS DEUTSCHE HANDWERK kritisiert, dass das Überprüfen von Sehgewohnheiten zur zeitgenössischen Sehgewohnheit geworden ist.“