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Welt im Gras

Welt im Gras

(„Welt im Gras“, 15.1.2023, Öl auf Karton, 16x23cm, © div.)

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„cave canem“ und „carpe diem“. cave diem und carpe canem. auf der betitelungsliste steht auch noch „Tonband“ (so ein altes hohes, von Revox) und „berufene Münder“. was das nun wieder soll. irgendwo steht auch noch „eher werd ich blind!“.

das ventil vom duschboiler ’92 tropft. in eine plastikwanne in altweiß für kleinwäsche, noch von der alten dame. überhaupt, ein großer anteil desjenigen plastiks, welches in den weltweiten weltmeeren schwimmt, ist bestimmt von der alten dame. via gelber sack an malaysische küsten. ein duales system eben. diese wortschöpfung wäre auch ein bildwerk wert, vielleicht kontrastreich in orange und hellem grün.

den ganzen gestrigen tag lang weitere vorbereitungen für den neuen decken-/bodenaufbau OG getroffen. abermals bohrhammer. dann den rieselschutz aus vergütetem papier zugeschnitten, zwischen den balken angebracht und mit meinem alten wertigen handtacker, noch aus metall, befestigt. ich wollte fertig werden, bin es aber nicht. ich mag es nicht, wenn meine tagesvorhaben nicht zu ende gebracht werden, von mir. dazu noch um ein haar. bei anderen bin ich großherzig, geduldig und sanft.

(„um ein Haar“).

der neuschnee bleibt wenig abgeschmolzen liegen, schön. der waldrand liegt auf ca. 400m ü.NN. bei hornbach (ungefähr 360m ü.NN.) nun auch keine maske mehr übergezogen. wenn es denn sein soll, dann besser jetzt, wo vieles sich noch ruhig anfühlt im neujahr. was ist mit mir, dass ich das C noch nicht hatte? beinahe unheimlich ist mir das manchmal. fresszellenstolz, blutgruppenscham und demut vorm göttlichen. „warum?“, das frage ich auch mäuschen, welches jetzt natürlich friert. die stückchen an brot und käse haben wohl nun auch andere nächtliche tiere entdeckt. keine kleine maus kann so ein brotendstückchen, vergleichsweise üppig, wie ich es ihr immer genehm platziere, so schnell verzehren. vielleicht eine größere maus, eine gartenwühlmaus? eine entlaufene wüstenspringmaus? oder ein eichhörnchen. die roten sind die eingeschleppten aus amerika, die unendemischen, oder waren es die schwarzen? die roten wären mir unsymphatisch, sollten es diejenigen aus amerika sein. ich glaube, es waren die roten.

vielleicht auch ein marder, der es sich am hause neu eingerichtet hat. irgendwo hinter der noch alten außenverschalung ohne installierte marderhemmnisse. aber besser, er frisst brot vom mäuschen, als meine lenkmanschetten vom kfz unten an der strasse. mäuschen wird schon durchkommen, dafür sorge ich.

karma? ach wo, das gibt’s nicht.

spätestens, nachdem ich im spezialoperationsübersprung in den vergangenen monaten unzählige tier- und safarifilme angesehen habe. kleine filmchen, kruger nationalpark und anderswo. löwen gegen wildhunde, geparden gegen leoparden, gebährende gazellen als futter für hyänen. büffeljunge für löwen („könige der tiere“). klar, alle müssen ja von irgendwas leben. das wusste ich ja schon. dennoch, es ist schlimm, komplett herzlos, brutal. es ist wohl eben so.

danach habe ich ukraine-filmchen geschaut. wenn die selbstgebastelten bömbchen von der drone, ausgestattet mit camera, hinunterfliegen in den russischen unterstand, wo gerade welche eine zigarette rauchen und sich vielleicht fragen, was das alles soll. dann eine kleine detonation da unten, unterlegt mit anschwellender orchesterkmusik. natürlich, ein erfolg. man überfällt auch nicht einfach andere länder und bombt vollbesetzte wohnungen weg.

zuletzt habe ich mir dann, im übersprung vom übersprung, eine vielzahl von „car-crash-compilations“ angeschaut, bei kaffeepausen während rückbau oder beim trödeln angesichts dringlich zu erledigender arbeiten. das ist meist harmloser. seltsamerweise stammen die meisten dieser kurzen aufzeichnungen aus den weiten russlands. die fahren dort aber auch wie die sau. oft dachte ich, wenn wieder ein wagen als schrott in den sibirischen winterwald fliegt, „ach mensch, all die schönen LADAs!“

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jetzt aber sehe ich mir keine schlimmen filmchen mehr an. und bevor ich in „Gott ist tot!“-stimmungen verfalle, verfolge ich seit einiger zeit schon, nicht erst jetzt, malerisch ein gemisch aus zunehmend mikroskopischer daseinsdekonstruktion und der bearbeitung bildlich graphischer unsubjektiver äußerungen in minimalatomarer vorlage. schon seit langem denke und ahne ich, dabei einer halbsystematisch systemischen „schöpfung“ auf der spur zu sein. und vielleicht ebendieser eine äußerung zu ermöglichen, durch mich hindurch, sozusagen. die formate werden immer kleiner und deren fertigstellung dauert immer länger.

ich bin stets erstaunt über diese gesetzmäßigkeiten im chaotischen ganzen. es sind jedenfalls auf alle fälle: gesetzmäßigkeiten.

daher auch dies kleines bild, welches lag im garten für’s foto, noch ohne neuschnee, nächst des mäuschens haus übrigens, zunächst betitelt und bedacht als „Welt im Garten“, später dann aber mit „Welt im Gras“. anderswo meinte jemand, es sähe „spielerisch“ aus. ich ließ das unbeantwortet, mir fiel nichts ein außer plattheiten. mitnichten ein spiel, und wenn schon, dann ein tiefernstes. keinesfalls unbeschwert, jedoch heiter und milde. ein schöner ernst vielleicht, mit laune und auch lust, aber niemals lustig.

eine typisch süddeutsche reaktion vielleicht. eine schwäbisch-württembergische. wo doch auch ostpreußisches blut, thüringische verwegenheit, „südrussischer“ gründergeist, korpsverhalten der kriegsmarine sowie berliner witz hier schlummern, im hause, in kalten adern und in aluminiumkisten.

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einmal mehr nun zu bett, nach mittnacht. mäuschen schläft, haus schläft, rieselschutz schläft, bauschuttcontainer schläft, lenkmanschette schläft. niemals könnte ich in einer welt ohne schnee leben.

Journal

Deuxième Printemps
Ungleiches Tal mit grüner Wolke

Abb. oben: o.T. („Deuxième Printemps“), 6.1.23, 16,5x21cm, Öl auf Karton, © div. / Abb. unten: o.T. („ungleiches Tal mit grüner Wolke“), 10.1.23, 16x21cm, Öl auf Karton, (wahrscheinlich noch nicht ganz fertig, probably yet unfinished), © div.

Haben Vögel eigentlich Humor?

Schmetterling

schon wieder nicht endbrauchbar gemalt am abend, anstattdessen nichts gemacht. das scheint gerade wichtig zu sein. nichts machen. diese wertvollen abende. es sind momentan nicht viele. der rand vom brot ohne schimmel fürs mäuschen ist bereits aufgegessen. dafür archivarbeiten, die sonst immer liegenbleiben. alles mögliche bleibt ja immer liegen. das wird niemals aufhören. im persönlichen und bildarchiv verheddert. wozu überhaupt „archiv“? wer könnte interessiert sein, so ganz ohne graben, kratzen und buddeln? ich kenne das ja von mir selber. das graben giert einem und treibt an, danach ggf. aufregende entdeckungen. und wenn dann alles auf dem zerbrechlichen tisch vor einem liegt und vermeintlich geklärt ist, sodann denkt man: erledigt. fortan interressearm. nicht umsonst vergrabe ich ja gerne schätze im wald ab und an, es ist langsam an der zeit, das einmal wieder zu tun. ein schöner weg, mit endlichkeit, dauer, vergangener unendlichkeit und künftigen endlichkeiten (futur2) sachgemäß allumfassend spirituell nüchtern und gleichermaßen blumig im ausgleichend versöhnlichen JETZT umzugehen.

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der letzte schatz war gewesen derjenige.

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da sollte ich mal wieder hin, mit gummistiefeln, zum nachschauen. bewaffnet mit einem großen stock oder einer zweiläufigen schrotflinte. es soll ja jetzt wölfe geben im echten wald hinter dem waldrand, einen steinwurf entfernt. das hätte ich, jugendlich, auch nie gedacht, daß hier wieder wölfe herumstreunen könnten. schon füchse erschienen mir lebensgefährlich und sie verfolgten mich in wiederkehrenden träumen, um mich aufzufressen. und notfalls natürlich verwackelte wolfsbilder in SW machen, die dann in den lokalzeitungen der umgegend erscheinen. bildnachweis: Schneck. der tierarztjugendkumpel SEHNT sich, so verriet er mir vor einem knappen jahr, endlich nach einer wolfsbegegnung. er würde sich dann hinsetzen und den wolf herbeijaulen, um dessen verhalten und erscheinung fachgerecht zu studieren. er ist ein wolfsflüsterer seit kindesbeinen. er hatte seinerzeit auch nach dunkelheit die dicken behaarten hinterleiber der ausgewachsenen kreuzspinnen am aussenlicht gestreichelt, da waren wir vierzehn. das ging mir, bei aller natürlichen bewunderung für freund und tier, doch auch schon damals etwas zu weit. man soll: BÄREN in die augen sehen, sich groß machen und stehenbleiben, glaube ich. also den macker markieren. und wölfen aber NIEMALS in die augen sehen und sich rückwärts langsam entfernen, angstlos am besten. und dabei in die hände klatschen, so daß alle denken, man sei irgendwie blöde.

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oder war es andersherum?

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in langen jahrzehnten habe ich es mir angewöhnt, allen mir unbekannten oder auch bekannten, sowohl gefährlichen wie ungefährlichen tieren aller gattungen, arten oder untergruppen und unterfamilien jemals schlicht in ihre zwei oder mehreren augen zu sehen und sie einfach entspannt sowie freundlich zugewandt friedlich zu fragen: „Na Du, wer bist DU denn?“ so will ich es auch weiter halten, sei’s amsel oder nosferatuweibchen. bin gut gefahren damit alle jahre, nur zecken hören nicht.

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neben der alten kühlkombination in der waschküche/UG, oben schrank /unten gefrier, hat sich ein schmetterling für den winter auf dem estrichboden platziert. als es vor ein paar tagen so unendlich warm war, hat er sich plötzlich aufgeklappt. ich kenne das von den alten häusern oder burgen und schlössern – sie überwintern lebendig, wie wir ja auch. und wenn es warm wird, dann denken sie, es wird frühling. wie wir ja auch. er oder es ist ein normales pfauenauge. oder sie, das weiß ich nicht, ich muss mich nochmals kundig machen. nun hockt er/sie/div. da, abermals zugeklappt seit einer woche. wie tot, aber ich weiß: das stimmt nicht! jedes mal, wenn ich mir ein atelierbier hole aus dem kühlschrank oder den füllstand im pelletstank kontrollieren will im ehemaligen lebensmittelkeller mit steinzeugboden, vermeide ich nun also schwingung, wärme und luftzug. ich kann nur hoffen, dass die heizungs-/saniatärbauer ihn nicht achtlos tottreten. aber die kommen ja eh nicht gerade, obwohl es mehr als dringend wäre.

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die ersten werden jetzt witwen. scheidungen, trennungen und kriege-um-die-kinder und oder kriege-um-die-sachen waren ja schon. jetzt aber also witwen. witwen, die man mit achtzehn kennenlernte. und die man lieben lernte. ihre leben damals im saft VOR ihnen, stets berührt und mitverfolgt, mal nah, mal fern. oder sogar mal zusammengewohnt. aber immer da. und nun sind sie plötzlich witwen. zunächst sterben ja in der regel die großeltern, da ist alles noch so weit weg, dann – wie zuletzt – die eltern, schlimm genug. aber jetzt fangen offenbar lebenspartner an, zu sterben. das ist alles sehr traurig gerade und macht mich sprachlos.

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nein, ich möchte kein witwer jemals sein. lieber möchte ich vorher einem wolf begegnen und dann lebewohl sagen, weil ich die unterschiede der jeweiligen fluchtverhaltenssempfehlungen – vom großmachen, kleinmachen oder rückwärts wild gestikulierend weglaufen – doch leider ungenügend jeweilig zuordnend im kopf behielt. zuvor aber würde ich die geokoordinaten der von mir waldseits begrabenen schätze ggf. dann doch noch fernmündlich kurz preisgeben. allerdings gibt es oft so weing netz im wald.

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das nagelneue vogelhaus, liebevoll gefertigt und gefüllt mit frischen biosonnenblumenkernen und zudem seit nun schon sechs tagen katzenfern aufgehängt in genügender höhe am gerüst beim hause ist bislang beinahe unangetastet seitens der mannigfachen singvögelschar des nahen umkreises. seit jahren schon frage ich mich, nicht nur deshalb, ob vögel eigentlich humor haben.

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01:08 uhr / vielleicht bin ich, mindestens mein drittgefühltes alter-ego, so ein unerkannter ADHS-typ mit resilienzausgereiftesten sublimierungsstrategien. überall höre ich es immer knacken. in meiner mutvollen vorstellung. es knackt einfach immer überall, vielleicht ja tatsächlich. lösche licht hier und da, püsterchen aus, schwänzchen höh‘, alles entlang der wege des rückzuges. ins atelierbett, dann decke, fenster auf, dann schwere in behütetem wohlsein. das hölderlinchen kann mich kreuzweise.

Lippertsreute

Lippertsreute

War im Linzgau gewesen am Raketentag und demjenigen danach, einer überaus unverschämten Gegend. Unverschämt, da sich dort einfach zu viele Landschaftsschönheiten in Gleichzeitigkeit versammeln. Es existiert offenbar eine gottgeschaffene Ungerechtigkeit in Bezug auf die Galanterie von Gegenden. Wahrscheinlich war das Linzgau ein grundschuliges Streberlein, als sich der zweite Tag (Genesis 1,9 sowie 1,10) dem Ende neigte und hatte mit dem Zeigefinger in der soeben erst geschaffenen Luft hektisch „Hier, hier – Ich ich“ gerufen. In der allgemeinen Hektik des Schöpfungsgewusels hatte dann Gott einen goldenen Wurf an geologischer Profildiversität, lichten Höhen, goldenen Schnitten im Dreidimensional, Ausblicken und gelegentlichem Wasser dorthin plaziert. Vielleicht war das Linzgau ja auch eine langhaarige Schöne mit frühlingshaftem Dekolleté und rot lackierten Fußnägeln gewesen, wer weiß. Oder, sollte es sich beim obersten Wesen um eine Göttin handeln, waren es ggf. ein schöner Bizeps mit ebensolch regenbogengleichen Gesäß in Schlagjeans mit Aufnähern „I Love Goddess“ oberhalb der Knie. Wie sich alles nach Süden hin im Panorama von Orient nach Okzident vor einem ausbreitet, steht man in Heiligenberg oder nächstliegenden Ortschaften. Unten dann die spiegelnden Bodenseeflächen hie und da, teils verdeckt von tieferliegenden Klein- oder Mittelanhöhen, eine Vielzahl von hüpfenden und verschieden gefärbten kecken Horizontlinien, soweit man sehen kann. Das alles orchestral hinterfangen, mutmaßlich dann doch eher wohlüberlegt, mit den sich gigantisch aufbauenden Alpenbrocken in bläulich schimmernden Luftperspektiven, aus der Mitte etwas rechts „Eiger, Mönch und Jungfrau“ und die ganzen anderen Achttausender. Die Krümmung der Erde ist von hier aus sehr wohl wahrzunehmen. Wer jemals darauf kam einst, die Welt sei eine Scheibe, hatte die Linzgauerin verpasst oder war besoffen gewesen auf dem Weg von Pfullendorf nach Überlingen, zum Übersetzen über den See, vorbei an bronzezeitlichen Pfahlbauten matriarchalischer Wohlmütter, hinüber in die Schweiz auf dem Weg nach Rom zum Papst. Um dann dort frech zu behaupten, man habe Indien ersegelt.

natura morta

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„Johnny kam aus d. Bergen, in denen war Krieg. Diese Blumen, sechzig Jahre jünger als die Fliesen, die Blumen verblüht auch schon fünfzig Winter. Ebenso der Krieg, genau wie die Berge und nun auch Johnny. Johnny lebt jetzt in Hamburg und verkauft Blumen, die nie mehr verblühen.“

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Noch zwei Brötchenarbeiten nun zu Ende gebracht haben wir, die eine in der in Fachwerk erstellten Türmerstube eines reichstädtischen Stadttores, vierundzwanzig Meter hoch gelegen, es gab einen Aufzug außen am Gerüst, aber ich ging oft zu Fuß, zur allgemeinen Ertüchtigung meiner persönlichen Allgemeinheit. Die Zimmermänner schüttelten den Kopf über mich. Dort oben war eine im 16. Jh. errichtete massive Brandwand zu bearbeiten, die Fugen mussten ausgebessert werden und das mit Backsteinstücken vermauerte ehemalige Brandloch sollte archäologisch präsentiert werden, das heisst, jeder lockere kleine Stein musste vorsichtig herausgezogen und dann wieder neu vermörtelt eingesetzt werden. Mir bereitet eine solche Arbeit höchster Konzentration ja unendliche Freude. Ich nenne das „Fitzelarbeit“, wobei ich nicht weiss und auch noch nie nachgeschlagen habe, woher dieses Wort eigentlich kommt. Überhaupt geht es mir so, dass ich immer öfter gar nicht mehr nachfragen will, diese ewige Erklärungssucht und Googlelei ist so oft gesprächsflusszerstörend und bereitet mir einen unterschwelligen Intelligenzdruck und beinahe schon manchmal Seitenstechen. Eher lasse ich halbunwesentliche Dinge und Verhältnisse einfach so, wie sie klingen und frage nicht nach, sondern beobachte lieber die Essgewohnheiten des Mäuschens vor dem Atelier. Mein ganzes Leben habe ich nachgefragt. Damit muss jetzt mal Schluss sein.

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Die andere Arbeit war zu vollbringen in einer wunderschön gelegenen Hanglagen-Villa, erbaut um 1900 in etwa, jedenfalls im Jugendstil errichtet. Die originale Küche ist erhalten, die Fliesen sollten gereinigt und der Bestand geklärt werden, was bedeutet, dass ich spätere Elektrik und Wasserleitungen mitsamt den Armaturen zu entfernen hatte. Also einen be-reinigten und ge-reinigten Zustand zu schaffen für das weitere Vorgehen in Bezug auf Ergänzungen von Fliesen, Putzergänzungen, Haustechnik und so weiter. Ich habe noch fast niemals so gründlich die Wände einer Küche gereinigt. Vom Fett und von Speiseresten aus 120 Jahren. An den Fliesen hatte sich ein durchgehend feines Kraquellee in der Glasur gebildet, durch welches Schmutz, Schmodder und Rost in die Oberfläche eingedrungen war. Mithin eine Entfernung dieser Verunreinigungen quasi unmöglich war. Ein paar schöne eigenästhetische Zustände sind dort zu sehen, die Alterungsprozesse und natürlichen Verfall zeigen, ziemlich schön, wie ich finde. Wäre es meine Küche, ich würde das sichtbar belassen. Ein Fries von Pril-Blumen, seinerseits schon vergangen, erinnerte mich an die Küchen meiner Jugendlieben und die beschichteten Hängeschränke zu Hause am Waldrand.

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Und an Abdul Johnny.

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ein geschwisterkind ist vor langer zeit am abend seines 7. geburtstages verstorben. sie wollte über die straße rennen, um dort irgendetwas freudig zu tun und wurde von einem auto erfasst. eine zeichnung des kindes, entstanden nicht lange zuvor, wurde wiedergefunden und ist jetzt gerahmt, unter UV-absorbierendem museumsglas und in säurefreiem passepartout. wie gerne hätte ich dieses kind einhundert jahre später kennengelernt.

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Die neuen Besitzer der Villa hatten die Idee gehabt, in den Hang unterhalb zur steilen Straße hin eine Tiefgarage zu erstellen für zwei PKW, von dort aus einen Fahrstuhl ins EG des historischen Gebäudes. Da sich das Haus in der ehem. englischen Einflugschneise befindet, wo oftmals auf dem Rückflug noch restliche Bomben und damit auch Blindgänger abgeworfen wurden vor ungefähr 77 Jahren, hatten im vergangenen Jahr die Erdarbeiten unter behördlich angeordneter Aufsicht von Kampfmittelbeseitigern gestanden, weshalb sich diese Arbeit um einige Monate verschoben hatte nach hinten, also ins Jetzt. Ich hingegen überlegte, welche Geschichten und Liebeleien sich womöglich in über einhundert Jahren in dieser Küche unter den Bediensteten zugetragen haben mochten.

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Im Waldrandhaus gehen ein paar Dinge voran. Die dörflichen Holzbauer sind tätig und fleißig, die Untersicht des Daches ist mit OSBPlatten fertig verkleidet, die Zellulosedämmung ist eingeblasen und Gipskartonplatten sind aufgedoppelt. Die Heizungs- und Sanitärbauer waren immerhin drei Tage am Ort und haben die Wasser- und Abflußleitungen für das obere neue kleine Bädchen schon mal verlegt. Die GIS im kleinen Bad im OG ist aber noch nicht fertig, ebenso ist die Duschwanne im EG noch nicht installiert mit dem Abfluß ins UG, also mein Atelier. Das ist ein Problem, denn ab dem neunten Januar nächsten Jahres steht der Fliesenleger bereit. Er kann aber nicht Fliesen legen, wenn die Duschwanne noch nicht eingebaut ist. Die Trockenbauer, die nun hinzugezogen sind fürs zügige Weiterkommen haben offenbar einen derzeit bundesdurschschnittlichen Krankenstand, so dass auch die erneute Abhängung (diesmal schallgedämpft) des Gästezimmers und Haushaltsraumes sowie die Schalldämmung im Treppenabgang zum Atelier im UG noch nicht weiterbearbeitet wurden. Ebensowenig wie die Decke aus Gipskarton in der neuen Küche im EG. Vorgestern Termin beim handwerklich vortrefflichen Küchenbauer wegen Oberflächen, Farben und Anordnungen. Im kleinen Gäste-WC wird nun doch kein neuer Heizkörper angebracht werden, da durch die Planänderung einer energetisch zu erneuernden Außenverschalung mit zeitgemäßer Dämmung ebenjener überflüssig werden würde. Dieser bereits gelieferte Heizkörper, eher ein süßes „Heizkörperchen“, wird nun in jenem neuen Bädchen im OG eingebaut.

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Die Elektriker haben alles vorbereitet. Das ist ein erstklassiger und mitdenkender Handwerksbetrieb, der auch kurzfristig weiterarbeitet, wenn andere Gewerke sonst stillständen. Wer die üppigen Deckenflächen mit den rohen Gipskartonplatten fachgerecht verspachteln wird, ist unklar. Wahrscheinlich ich, zusammen mit dem Solo-Stuccateur. Streichen kann ich ja, aber im Trockenbau bin ich unerfahren. Die Bodenleger dürfen auch nicht vergessen werden, in allen „neuen“ Räumen wird es einen Linoleum-Boden geben. Ich hoffe, der Verzug im Bauablauf bringt nicht neue terminliche Probleme. Es ist noch so unendlich viel zu tun, zunehmend auch eher kleinteilig, da es sich um eine Sanierung handelt, nicht um einen Neubau. Aber ich denke, es wird wunderschön. Jetzt, da die Oberflächen mehr und mehr nicht durchscheinend, sondern in Volumen optisch definiert sind, werden Räumlichkeiten sichtbar. Und damit Vorstellungen künftigen Belebens. Das tut gut und ist auch dringend notwendig.

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27.12.: Inzwischen haben die Trockenbauer die Wand- und Deckenkaschierungen flink fertiggestellt. Wie der Fliesenleger, mit dem ich einst in der C-Jugend Fußball spielte (er schoss immer die Tore, manchmal auch auf meine Flanken hin), meinte: „Die kommat ed zom Schwätza, die kommat zom Schaffa!“ (hochdt.: „Die kommen nicht zum Schwätzen, die kommen zum Arbeiten!“). Im Spiel gegen die Mannschaft aus Unterjesingen gab es mal einen Abstoß des gegnerischen Torwartes, den ich mit dem Kopf an der Mittellinie annahm, wobei der Ball mir auf den Zentralkopf klatschte, nicht etwa auf die Stirn. Ich war selber schuld gewesen. Das tat so weh, mir war kurz schwindelig, so dass mir klar war, ich wollte das nicht weiter betreiben mit dem Fußball. Eigentlich war ich ein ganz passabler rechtsfüßiger Rechtsaußen gewesen, in der C-Jugend.

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Draußen waren es minus 14 Grad, viel Schnee. Die Elstern, die ja auch nur überleben wollen, haben meine Essensgaben für das Mäuschen entdeckt. Habe ein Stück Restholz vor den Mäusebau gestellt, damit sie das nicht weitertreiben. Mäuschen jedenfalls frisst Kürbiskerne und auch Schokolade von Ritter-Sport. Erstmals Schnee geschippt und gestreut, den öffentlichen Fußweg nebenan am Grundstück. Irgendein Neunachbar mit Haus am Waldrand und elektrischen Mercedes-Van fragt mich grinsend, ob er Bauschutt, „nur ein bisschen, nur zwei zerbrochene Betonplatten“ in den Container werfen darf. Verheddere mich überfordert in Schrägstriche zwischen Freundlichkeit und schroff. Erst später fällt mir ein, dass ich das nächste Mal zwei gute Flaschen Rotweines fordern werde. Das nehm ich mir vor. Hochpreisige Leute, immer, die sich dranhängen an einen und dann sparen, obgleich fünfmal so reich. Und grinsen, dieses ewige Grinsen. Anstatt klarer Texte. Ich hab doch niemals was dagegen, wenn einer zwei Steine in „meinen“ Container wirft.

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Meine gute alte Stichsäge, die immer oben lag im Renovierungsbereich, einst gewonnen in einem studentischen Kunstwettbewerb („Bosch Work-Art-Award“, 2. Preis) um ca. 1992, ist jetzt kaputt. Irgendein Handwerker hat sie offenbar benutzt, ich fand sie ganz woanders. Da kann man nichts machen, wohl. Daher einfach eine neue gekauft, vom selben Hersteller. Also meine erste gekaufte Stichsäge. Sogleich ein Vogelhäuschen dessen Bau in Angriff genommen. Das alte war noch vom dörflichen Wagnermeister Heller hergestellt worden, um ungefähr 1985. Das Dach vom Häuschen muss ich noch irgendwie wasserfest bekommen mit einem Belag, entweder Teer oder Metall. Angesichts der Temperaturen und geschlossener Schneedecke ist es dringend. /edit: Teer und Anstrich.

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ich hatte gedacht an johnny. ich wünschte ihm endlich echte blumen. vor allem aber ein gefühl dafür. denn wenn das da ist, dann kommt alles andere ja von alleine. in der notschlafstelle nennen sie ihn jetzt „Herr Doktor“. er trägt seit einem dreiviertel jahr stets einen schwarzen anzug, weißes hemd und hellblaue krawatte.

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„Jetzt noch Nachtrunde aus dem Atelier hinaus, an den übergroßen Buchs pinkeln, auf dass er endlich von selber eingehe, und Füchse verscheuchen, es sind minus 15 Grad. An Weihnachten vielleicht die Kirschkern, vielleicht eine Freundin von ihr dazu, dann vielleicht Bahram, vielleicht die E, das wäre alles schön. Zwei neue Bilder stehen am Tisch, eines davon „Drivin’ Home for Christmas“, das andere „Natura Morta“. Finde beide gut und derzeit gelungen. Meine Preise habe ich hochgesetzt wegen Inflation und Diesel, eines kostet jetzt 680,00.“

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Die Kirschkern und Bahram waren unterm Weihnachtsbaum. Johnny haben wir, Frau Mullah und ich, gestern am zweiten Weihnachtsfeiertag, kurz gesehen, gottlob. Ein anderer Geselle, freundlich, jung und zahnarm, meinte „ach, Sie sind seine Strichmutter“. Kam aber gleich die lachende Korrektur: „Stiefmutter!“ Gemeint war „Pflegemutter“. Es ist traurig und in der Schwebe. Auf und ab, ganz biblisch oder sonstwie, ein tiefes und ernstes Tal, eine große sehr ernste Geschichte mit offenen Ausgängen und Augen.

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nun sind es minus eins und tags demnächst plus 16. und man selber ist mittenmang. schreiben will ich doch, nur noch ein buch, anstatt mich zu ärgern über sanitärmechaniker ohne kinderstube. malen würde ich jetzt wollen, mittelgroß. wenn endlich das atelier nur mehr wieder weitläufig und nicht zugestellt wäre, aufgrund fehlender kinderstuben. klären möchte ich alles, anstatt zu verunklären. suche ich nachschub am terpentin, dann steht dieser mit vielerlei sicherheiten hinter einhundert mehrfach temporär gelagerter kisten. verräume ich sodann diese auf der suche, dann liegen schraubendreher ebendort, worauf ich stapelte wegen des terpentins. noch etwas geduld erbitte ich mich, die jungfrau maria und das profanleben.

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Und noch eine Ungeheuerlichkeit in diesem ausgehenden Jahr der Ungeheuerlichkeiten, gedankt sei es Herrn kid37: A Victorian Space Expedition.

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„Natura Morta“ heisst ja übrigens nicht „Tote Natur“, wie man profanitalienisch oder seichtlateinisch meinen möchte, sondern kunsthistorisch schlicht: „Stilleben“. (sic). Mögen die immerwährenden Mörder, Schlächter und Verbrecher dieser Welt alsbald zur Hölle fahren in ihrem Gesangsverein. Um dort am Fußballfeld die hoch abgestossenen Feuerbälle der rotglühenden Teufelchentorwarte auf den Mittelfontanellen ihrer Schädelkalotten annehmen zu müssen. Weil es der Rechtsaußengott so will. / gerne säuberte ich die hinterlassenschaften mit meinem neuen DUST-KILLER aufsaugend hinweg, der würde übrigens auch sogar austretendes asbest absorbieren können. war teuer genug.

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ruft draußen nun käuzchen. wie schön das ist. (aber, ich muss mäuschen warnen.) und natürlich bellen in der ferne welche hunde. man kann immer nur kleinklein, aber das ist auch gut so. überhaupt sind rauhnächte die fast schönsten, neben denen nackt am strand oder wiese streuobst oben ohne und mond. / laufmasche als weihnachtsstern, hatte ich auch noch nie. wie schön auch das ist.

Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein.

Teppich

(Abb.: Teppich)

„Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein“ denkt sich gewiss die Made im Baum, angesichts des Klopfen des Spechtes ganz nah im Wald am Ast die Tage. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, denk ich, angesichts der derzeitig postalischen Anwürfe von Sterbeversicherungsanbietern. Frau Mullah rät mir augenzwinkernd zu, nicht ohne mich sogleich zu umarmen. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, denke ich weiter, wenn sie sich empathiert mit den Frischwitwen von 71-jährig soeben viel zu früh verstorbener Gatten. Und das ganze Leben lang hatte er Sport gemacht. „Wieso schaust Du mich da so mitleidig an?“ frage ich, keck empört, und „Was ist, wenn’s Dich vor mir erwischt?“ Nein, so sei es natürlich nicht gemeint gewesen. Abermals sogleich umarmen wir uns sachgerecht. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, dachte ich, als ich das gelblich verblichene Echt-Foto von 1977 gefunden habe. Da war ich junger Mann, eher noch ein Männchen, an der schönen Schwelle zum Erwachsenwerden. Noch alles vor mir, eigentlich fast wie gestern im Innern, so zügig anheim. Damals Werbung für Lebensversicherungen, die mir so absurd vorkamen mit Laufzeiten von 30 und mehr Jahren, unvorstellbar. Und nun die Sterbeversicherungen. Ebenso absurd, jedoch auch irgendwie halbrealistisch vorstellbar, ein wenig bitter im Abgang. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, denke ich, wenn ich an S. denke, der die Idee hatte vor einem dreiviertel Jahr, einen freistehenden dörflichen Geldautomaten nachts um zwei mit einem Gabelstapler aus der Verankerung zu reissen, nicht etwa aus grundkriminellen Daseinsvorhaben, sondern aus Neugier und Leichtsinn und weil einfach etwas Geld fehlte für seine dringenden Geschäftsideen. Eher ein Akt der Einforderung an die Gesellschaft. „Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein“ denkt sich sicherlich die kleine Maus, sie wohnt im Trockenmäuerchen am Atelier, als sie meinen ihr genehm gelegten kleinen Käserand fand. Weshalb ich ihr heute eine ganze halbe Scheibe Gouda vor’s Nest legte, welchen sie gleich barg noch am frühen Abend, in Richtung ihres Schlupfs. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, dachte sich sicherlich auch einer oder eine der zwei sterbenden Toten in Polen, als eine ausländische Rakete (böse), wahlweise Raketen-Abwehrrakete (gut), ihn oder sie zerriss. Und „das kann es doch jetzt nicht gewesen sein“ denk‘ ich, nebenbei und profan, angesichts der allumfassenden Kommunikationsverweigerung der Verantwortlichen der Heizungs- und Sanitärfirma, ohne deren dringende Weiterarbeit alles nun stillsteht bei der Hausrenovierung. Zudem, da gibt es eine neue Heizung, aber keiner kommt, um sie anzustellen. Stattdessen läuft im Atelier über Stunden das Elektroöfchen. Aber was ist schon eine Hausrenovierung angesichts von ausländischen Raketenabwehrraketen oder Käseecken für Mäuschen. Am eigentlichsten ist mir jedoch gerade der Verlauf meines Selbst mitsamt subjektiven Teilhistorien, memoriert und durchgenudelt im eher sehr dankbaren Gesamten. Trotzdem: Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein. Das alles. Aber vielleicht eben ja doch. Man muss sich gewöhnen, wie an einen immerwährenden Teppich.

Normalerweise mag ich den Spätherbst sehr. Dann ist Atelierzeit, die Zeit der persönlichen Igel und der Einkehr. Üblicherweise Momente kreativster Melancholie, oft herbeigespielt, in reflektierender Vorfreude. Oft sinnlich. Nicht so in diesem Jahr, das bislang einfach kein vorrausschaubar vereinbart schönes Ende nehmen mag im Verfall, so wie sonst immer. Noch nicht jedenfalls. Ich hoffe, das kommt noch, diese geschenkten göttlichen Kurven. Das Jahr bräuchte vielleicht spätestens jetzt eine gescheite Sterbeversicherung, und zwar ohne vorherige Gesundheitsprüfung.

nachbarschaft

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„Bett, Tisch, Waschbecken in H.s Zimmer“, 2022, 19x31cm, Öl auf Buchkarton, ©

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Heute wäre die alte Dame, geboren 1926 in Berlin-Tempelhof, aufgewachsen in Kiel und Pillau/Opr., ausgebombt in Berlin-Lankwitz, geflüchtet aus Ostpreussen, alles verloren einquartiert in Eisleben und dann in Cuxhaven das Kriegsende miterlebend, 96 Jahre alt geworden. Sie hat mir viel erzählt von damals, immer, mein ganzes Leben lang. Und mich stets ermahnt, dass sich alles ändern könne von heute auf morgen. Und ob ich wisse, wie man zur Not zu Fuß von hier in die Schweiz käme. Oder ein Feuerchen anmache, zum wärmen, irgendwie und irgendwo. Wo auch immer. Ich war an ihrem Grab heute auf dem Friedhof am Waldrand, vor schon dreieinhalb Jahren ist sie gestorben. Sie hat mich vieles gelehrt, über das ich einst oft meinen Kopf schüttelte. Heute tu ich das nicht mehr. Heute habe ich ihr die aktuelle Weltlage geplaudert, unter der Birke am Grab, welches sich immer tiefer von selbst einebnet mit dieser schwarzen Graberde, mit Blick auf die Schwäbische Alb. Sie konnte kaum glauben, sie habe aber auch schon darüber gelesen in der Totenzeitung. Und berichtete abermals, dass, als ich kaum ein Jahr alt war, alle dachten, nun gibt es schon den nächsten großen Krieg, diesmal eben Atom und Cuba. Und wie sie gefroren hatte seinerzeit im heutigen Oblast Kaliningrad unter zwei dicken Daunendecken, der Magen zu leer für Teenies, bei den Großeltern an der Ostsee beim frischen Haff. Ihre geliebte Oma Mika, es gibt noch eine alte jugendstilgewebte Decke im Hause, die ist von Mika, mit allerlei Randfraß. Und daß es gut sei, immer viel Zucker im Hause zu haben, der wäre viel wert auf dem Schwarzmarkt. Und dass man stets einen Holzofen planen solle in Räumlichkeiten. Und einen Rucksack dabeihaben mit Landkarte. Ihr Abitur bekam sie 1944 in Königsberg zuerkannt, nach dem Minenputzen und vor dem Flüchten und Allesverlieren mit 17. Über das derzeitig allseitige Beklagen von Versorgungsengpässen oder das Verweigern von luxuriösem Autobahntempo würde sie nur den Kopf schütteln können. Diese ewige Beklagerei, angesichts von Kleinigkeiten und andererseits Tod. Viel wichtiger wäre es, genügend schwarzen Stoff in der Wohnung für die Verdunklung zu haben, notfalls auch für die Nachbarschaft. /Das ist wohl der Unterschied, sage ich heute: die Nachbarschaft.

Übergangshelfer

Hallelujah

Es ergeht folgende Einladung:

Sebastian Rogler – Übergangshelfer
Malerei, Collage, Text

1.10. 2022 bis 12.11.2022

Galerie Schacher 2, Katrin und Marko Schacher, Marktplatz 24, 71032 Böblingen / geöffnet: nonstop durch’s Schaufenster und nach telefonischer Vereinbarung unter: 0152-090 208 92 / http://www.galerie-schacher.de/?Schacher_2

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Eröffnung am Samstag, den 1.10.2022 von 15.00 bis 18.00 Uhr / Einführung von Katrin Schacher um 15.00 Uhr / ab 16.00 Uhr: Lesung durch Sebastian Rogler, eigene Texte, Eintritt frei, Anmeldung unnötig.

Finissage zur Langen Nacht der Museen Böblingen & Sindelfingenam am Samstag, den 12.11.22 von 18.00 bis 24.00 Uhr, Künstlergespräch und Lesung um 19.00 und 21.00 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung unnötig.

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Herzliche Grüße!