4.5. nbg.

mal in der weiten weltgegend herumschreiben, ohne dieses dauerthema. auch ohne die schöne abendglocke, die irgendwo läutet. oder die schöne eine arbeit und ihre befunde im vergangenen. oder die andere noch schönere arbeit, die bildlich-herstellend und bannend. oder die kinder, die keine mehr sind. oder das auto, dessen zahnriemen nun erneuert wurde. oder die natur, die ewigen vögel, die spezielleren tiere, die ebensoewigen zecken. wenn alle, die nun vorgeben, ihre eltern oder großeltern zu betreuen, um damit flinker geimpft zu werden, tatsächlich ihre eltern oder großeltern pflegen würden, dann hätten wir keinen pflegenotstand. (sehen sie, da wars schon wieder.) / gestern und heute arbeitete ich auf einem schlanken hubsteiger, alleine im körbchen und ganz weit oben. vor mir eine hochtechnisierte fernbedienung, das war ein kleines abenteuer. und auch sicherlich ein insgeheimer selbsttest, der aber funktionierte, sonst würde ich jetzt ja nun nichts schreiben mehr können. heute allerdings hatte ich mich zur besten vesperzeit festgefahren in zwölf metern höhe. die maschine nämlich funktioniert nach ausgeklügelten physikalischen gesetzen. gravitation eben. dann muss man nachdenken, wie man da wohl wieder runterkommt und welche der hydraulischen arme man in welcher reihenfolge wie bedienen muss. außerdem möchte man ja nicht an romanischen kapitellen hängenbleiben oder an gotischen altartafeln. schließlich verinnerlichte ich irgendwie aus dem bauch heraus, ich musste mich zunächst wieder nach ganz oben ausfahren, den korb anders neigen, den mittleren arm drehen, um dann anderswie irgendwie hinab zu gleiten. aber wenn man runter will, und die maschine pfeift und piepst und will nicht und man merkt, dass das nicht geht, dann dräut einem schon mal kurz die fast-risikogruppendüse. (sehen sie, das war’s schon wider.) man muss sich diese maschine wie einen halb- und anderweitig prozentual geknickten zollstock vorstellen. oder wie einen nach hinten gebogenen zeigefinger: was nicht geht, geht eben nicht. man muss nur wissen, wie es dann doch geht. oder fühlen und empfinden. auch maschinen kann man empfinden zuletzt. wie im echten leben eben, irgendwann kann alles auch kippen und man muss alles dicht machen (sehen sie, da wars schon wieder.) / was schreiben, mal ganz ohne pointen. ohne schnaps, schweiß, schwipps oder schwere. vielleicht mal was über sex, oder lymphozyten oder außengastronomie. oder erasmus und paris. bitte bloß nichts über patchwork, geschlechterbilder, kanzelkultur oder geschlechtssternchen. apropos: neulich fiel mir ein, nach einem sehr komisch düsteren und vulvatischen ölbildchen spätabends (über das auch ich mich wunderte), welches ich alsbald verwarf, ohne es jedoch sogleich zu zerstören resp. es zu übermalen (es trocknet jetzt erstmal so vor sich hin), dass ich schon vor jahren den gedanken wenigstens EINMAL zugelassen hatte, dass DER tod ggf. ja auch weiblich sein könnte? / ach wo, muss man ja über alles weder nachdenken, noch reden, geschweige aufgreifen, abgreifen oder mit „#“ versehen. lieber auch mal schlichte berge und horizontlinien, abgemischt, da könnte man auch drüber schreiben. oder uralte feinde und wie es ihnen jetzt wohl gerade geht, sofern sie noch leben. während man einstige und nunmehr verjährte gerichtsakten wegwirft. oder gebrauchsspuren auf holztischen, die einmal im zentrum vom leben standen. und was die einst kosteten und woher einst das holz gekommen war. und wer einst auf diesem tisch lag, ohne klamotten, gut oder schlecht gelaunt. vielmehr doch, wo diese möbel jetzt stehen. wir sollten vielleicht wieder mehr beschreiben, wie die vorhänge wehen oder die rolläden ihr licht werfen. oder, wo es einen gerade juckt ganz flüchtig (z.B. Schulter) oder über den istzustand der schuhe, und zwar, ohne sogleich zu erwähnen, wo diese schon überall mal gewesen waren (italien, bronx, belarus, ätna etc.). ansonsten wird die welt irgendwann an geschichten ersticken und das wollen wir ja grad überhaupt nicht.