14.7.2020

"aggro"

die stechmücke weiss ja gar nicht, warum nach ihr geschlagen wird. das fiel mir heute beim halbherzigen verfehlen ein.

selbst die zecke, die niemanden ernährt, folgt einem schöpferischen muster. ebenso leute auf der welt.

schrieb heute eine nachricht an den freundlichen /selbstständigen und für mich zuständigen versicherungsvertreter:

“ … anlässlich der corona-dinge und dem zusammensein mit festangestellten masken/abstands-nörglern, die im falle einer ansteckung selbstverständlich in den gemeinschaftlich bezahlten krankenstand wandern können und derzeit ohnehin die über steuern aufgestockte kurzarbeit genießen, ergab sich bei mir in diesen tagen die frage: was ist eigentlich, wenn ich mich als (besteuerter) freiberuflicher solo-selbstständiger mit C. anstecke und 5 wochen ausfalle? oder ich – wegen positiver kontakte mit feiernden mallorkinischen betrunkenen (ggf. kurzarbeitern), denen es langweilig ist nach all‘ den entbehrungsreichen wochen etc. – in quarantäne mich begeben muss? gibt es eine meiner versicherungen (unfall, krankentagegeld? etc.), die das bei mir irgendwie auffangen würde, wenigstens ein wenig teilweise? ich wollte einfach mal kurz bei ihnen nachfragen, bevor ich mich durchs kleingedruckte mühe. aber nur, wenn sie zeit haben! *smiley*(…)“

ein paket nachmittags vor der türe, die neue edition endlich, fabrikfrisch. und sogar in ROT, ein wagnis die farbe, erstmals, ganz schlicht und im grunde ja wirklich nichts neues, so rein inhaltlich. aber nun auf der welt in emaille, 7x20cm, allseits gewölbt, auflage 20, beidseitig gebohrt, der preis wie immer. schon lange gewesen in einer kleinen unwesentlichen ecke von meinem kopf, eher immer hintenan aber stets präsent. ich freu‘ mich, die offizielle bewerbung (product) wird folgen.

/foto zeigt sneak-preview im vorabendlichen garten, in den zweigen des mäuseweihnachtsbäumchens* (@alte dame/kirschkern), der in diesem jahr unglaublich satt austreibt. /einst übrigens von ganz alleine sich ausgesäht habend am waldrand.

(*.den würde ich mitnehmen.)

ist so eine stille aggro-zeit. schlimmer fast noch, als wenn sie laut wäre. innerlich wie im außen. ganz leise und überall. wann könnte das denn endlich mal wieder aufhören.

2 Gedanken zu „14.7.2020“

  1. Stille Aggro-Zeit trifft es gut.

    Ich brauche gar nicht erst das Kleingedruckte zu lesen, um zu wissen, dass ich kein Krankengeld bekommen würde, bevor die üblichen sechs Wochen vorbei sind. Und das, was ich dann bekäme, wäre gering. Die Zeit der Quarantäne bekäme ich auch nicht bezahlt.

    So ein Covid-Test kostet übrigens um die 150 Euro, wenn man ihn selbst bezahlen muss. Ich musste neulich einen machen, um meinen Vater zu einem längeren Untersuchungstermin in einer Klinik begleiten zu können (er musste auch einen machen).
    Ob die Feierbiester auf Mallorqua es sich zweimal überlegt hätten, wenn sie den Test bezahlen müssten?

    1. Es ist ein blödes Thema, so eigentlich und uneigentlich und im Grunde. So ein signalrosanes Kopfschüttelthema, vermischt mit prosaischem gespielt-Schulterzucken im Lederstiefel oder wahlweise Mokassin. Diverse masken- und distanzlose Begegnungen hatte ich in den vergangenen Wochen, natürlich, viele fühlen sich jetzt ja seltsamerweise und urplötzlich als Rebellen und die eigentlichen Schützer „der Demokratie“. Ich bekam inzwischen aufklärende Nachricht: „… sofern Sie coronabedingt ausfallen kommt es darauf an wie lange… bei „nur“ 5 Wochen oder „nur“ 14 Tage Quarantäne sieht es allgemein sehr schlecht aus. Hier gibt es keine Deckung in Forma von Tagegeldern o.ä.! Anders sieht es aus, wenn Sie längerfristig beeinträchtigt wären: Sofern Sie voraussichtlich länger als 6 Monate zu mehr als 50% nicht in der Lage sind, Ihrer Berufstätigkeit nachzugehen, würde die Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen Ihres Altersvorsorgevertrages greifen und die versicherte Berufsunfähigkeitsrente (aktuell 1.898,78 € mtl.) käme zum Tragen… „ Insofern hoffe ich nun, im Falle einer ggf. diesbezüglichen Grippe-Erkrankung länger als ein halbes Jahr zu mehr als 50% berufsunfähig zu sein, wobei ich mir immer versuche vorzustellen, wie das aussähe: Ich und berufsunfähig? Man kann ja auch nachdenken, wenn’s einem schlecht geht und zur Not mit den Füßen malen oder Texte irgendworein diktieren. Die knapp 1900 Steine monatlich würde ich dann zum Abbezahlen meiner üppigen Künstler-Finca im Norden der schönen Insel – logisch – nutzen und ein paar C-Tests für feiernde Kurzarbeiter wären da locker auch noch drinne. (PS: Hoffe, Ihrem Vater geht es gut!)

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