eisbären

verstaubte piste. „jambo!“ sagt der polizist und winkt uns freundlich durch, nachdem er den gerollten schein eingesteckt hat. wir sitzen in einem hellen STRICH/ACHTER, er vorne am steuer. keine giraffen, keine elefanten. du hast öfter gesagt, er wäre so bürgerlich. ich finde das eigentlich nicht. das weisse hemd steht ihm, ebenso der hut und ich kann kein doppelkinn erkennen. er ist ein mann, und er fährt gut. die beifahrerin ist verstummt, sie fotografiert diskret aus dem offenen fenster, sie ist groß und hat den sitz vorsichtig zurückgestellt, so dass er, der sitz, jetzt meine knie berührt. ein stau beginnt, was für ein stau hier? deine rechte greift in die finger meiner linken, ich lass´ es geschehen, es ist schön, aber ich habe keine ahnung, welches deine ziele sein könnten. das stauende auf einer hölzernen rampe. wir halten, seine finger tippeln auf´s lenkrad, und ich schaue hinab auf ein kopfsteinpflaster, fünfzig meter unter uns. wir sollten vorankommen jetzt, denke ich. „braucht jemand einen arzt?“ fragt er. nein, und „das ist der unterschied zwischen uns allen“ werde ich meinem liebchen auf die nächste karte schreiben, wenn sie denn ankommt, aus dieser höhe. keine giraffen, und keine eisbären. und während ich von afrika her eine staubige fernpost verfasse: „jambo, lasst mich endlich in ruhe!“, bereitest du eine neue mülltüte im fussraum, für alle. ich kann dich gut leiden.

‚ein prügel‘

kam ästchen geflogen, von frau saoirse. sechs punkte, die an mir merkwürdig sind. wäre zu klären: die ICH an mir merkwürdig finde, oder ANDERE? wurscht, hier also so sechs sachen:

1. ich möchte der tochter unbedingt das skifahren (abfahrt!) beibringen, auch wenn ja die klimaprognosen anderes nahelegen würden.
2. ich finde ULRICH ROSKI (immer noch) toll.
3. seit einer vorrübergehenden „thiergartenlähmung“ im jahre 1991 trage ich keine geldbeutel mehr in den gesäßtaschen meiner hosen.
4. ich sitze gerne rechts von meinen gesprächspartnern, vor allem, wenn es sich um frauen handelt.
5. auch wenn mich fernreisen normalerweise nicht interessieren, so will ich doch mittelfristig eine längere zeit in BUENOS AIRES verbringen. ohne recht zu wissen, warum.
6. ich kenne leider immer noch keine intime badestelle an einem brandenburgischen gewässer.

hiermit werfe ich das stöckchen weiter zu www.walhalladada.twoday.net

dr. schein, übernehmen sie!

die „11/9/7-regelung“

bei der „11/9/7-regelung“ handelt es sich um eine abmachung zwischen galerie, hersteller und, na, sagen wir, kurator. könnten auch sagen: agent. die „11/9/7-regelung“ besagt also: sollte den hersteller ein agent/eine agentin an irgendeine galerie anderswo vermitteln, zu der der hersteller noch keinerlei kontakte hatte, mit der folge, dass diese galerie den hersteller dann erstens ausstellt und zweitens auch in ihr programm aufnimmt, dann gehen bei evtl. verkäufen über diese galerie von den 50% des verkaufserlöses, die der hersteller normalerweise erhält, im ersten jahr 11%, im zweiten jahr 9% und im dritten jahr 7% an den/die agent/in. na, sagen wir, kurator/in. die galerie erhält feste 50% des verkaufspreises. das würde bedeuten, im ersten jahr erhielte der hersteller pro verkauf in ebenjener galerie 39%, im zweiten jahr 41% und im dritten jahr 43% des verkaufserlöses. hab´ ich das jetzt so richtig verstanden?

huschen

die dinge huschen. die pinsel huschen, die musik huscht. der wagen huscht eine ‚air-bag-warnung’. tochter huscht in die schule, danach huscht sie zur verabredung. es schneit, und selbst der schnee huscht. ein abendliches telefonat huscht vorbei. die frau huscht sich zu ihrem liebhaber, die dispersion huscht sich an wand und decke meiner neuen (verhuschten) hütte. und dann: der bleistift huscht, und auch die zu rahmenden blätter huschen sich. die gedanken huschen, und sogar das fühlen huscht sich. also: alles huscht, und ich bin am streichen. es muß am SCHNEE liegen, und ich werde jetzt gleich noch friedrich (die alte dreckbacke) einseifen!

malewitsch und die jugend

olga1

heute hat sie ihren siebten gefeiert. beim zwinkerspiel kam zufällig die frage auf, wieviele beine eigentlich schmetterlinge haben. fast alle lagen richtig (PISA, malewitsch). danach zum ausklang noch stop-tanz, es wurde gewünscht „hurra hurra, die schule brennt!“.

könnte so gewesen sein…

kurztrip ins schneckland-sackgassendörfchen. die sonne bläst durchs neckartal, dahinter die geliebte blaue mauer in luftperspektive. hinter den großen eichen am waldrand rauscht der schöne buch, ein RICHTIGER wald, nicht so ein wäldchen. die lunge der mutter pfeift schlimm, aber sie wird es auch diesmal überstehen. die terrasse müsste mal wieder gestrichen werden, ebenso die fenster. im wald kommt mir ein trupp baumlanger belgischer veterinärsvolontäre entgegen, zumindest könnte das so gewesen sein. und der hochstand steht noch, auf dem ich mir immer einen heruntergeholt habe, schon damals dem wortwitz verhaftet. zumindest hätte das so gewesen sein können. und bei alle dem jedesmal wieder die frage: „he, schneck, könntest du dir vorstellen, einmal wieder hier zu leben?“. die antwort ist ein klares „JEIN“, und damit lässt sich´s trefflich leben!