Hafenmeister Haverkamp, Geist in den Wassern

Hafenmeister Haverkamp1

1.: geist in den wassern also. wasser fehlt, also auch geist. nunmehr die zweite großhitze mit seit gestern tropischen nächten. fenster auf, warm kommt rein, selbst um 22.30 uhr. was schön ist, die isolierung des alten hauses hat sich gelohnt, nicht nur winters, sondern eben auch im sommer. und auffällig bei dieser trockenheit und hitze hier auf dem lande: es gibt unmengen von hüpfenden grillen, anders als in sonstigen jahren. oft im atelier, auch wenn nur ein fenster geklappt. brav setze ich sie dann wieder hinaus in die landschaft. ausserdem sind sie ausnahmslos braun, anstatt grün, so wie sonst. zudem: eine unzahl von stubenfliegen, also die ganz normalen. ich weiss nicht, wo sie alle herkommen, denn auch sie brauchen ja mulch normalerweise. die flora überrascht mit millionenfacher wilder möhre. die streuobstwiesen hier sind voll und übersät damit. offenbar kommt sie gut mit allem klar, dazu ja halbe heilpflanze und insektenliebling. wer fehlt: die stechmücken. das ist mir recht, aber ist es auch den meisen und landspatzen und amseln und den sonstigen kleinvögeln recht? ich habe 6 vogeltränken auf dem gelände installiert, welche ich täglich mehrfach mit frischem wasser bediene. sie sind heftigst frequentiert, es ist eine freude. und die spatzen baden ja auch gerne im DRECK, es gibt ein paar unbewachsene erdene stellen hier, und es ist wunderschön anzuschauen, diese bäder von ihnen im dreck. gelernt: daher heisst es umgangssprachlich auch DRECKSPATZ. schön und zugewandt. ein paar fledermäuse, weniger als sonst. dafür irgendwelche klein-eulen, die nach dunkelheit völlig lautlos um die hecke fliegen, faszinierend, man denk, ein kleiner geist huscht lautlos. in der nähe der gelblichen laterne des angrenzenden öffentlichen fußweges, wo sich noch insekten aufhalten. natürlich auch insekten-tränken, flache schalen mit einem flachen stein darin, vor allem gesucht von feldwespen, die am hause mindestens ein kleines kugelnest gebaut haben, was natürlich gerne toleriert wird. die haben ja VÖLKER mit nur wenigen volksgenossinnen und gehen auch nicht ans mittagessen, sondern lassen menschen gänzlich und unaggressiv in ruhe und fressen andere insekten. und sie haben immer so schön baumelnde beine, das mag ich sehr an denen, sehr elegant und schön. seit jahren sind sie hier unterwegs. an der terrasse wohnt, wie schon immer, ein kleines mäuschen, welches sich immer zutraulicher, wenn die direkte sonne weg ist, auf seine wege begibt. hin zum kompost-gebinde natürlich mit täglich wechselnden gemüseresten. und dann aber auch weiter hin zu den tomatenkübeln. offenbar mögen mäuse auch cocktailtomaten. oder schlicht die saftigen blattränder der in diesem jahr erstmals gepflanzten salatköpfe. alles täglich gegossen. ich kann das nachvollziehen, noch nie hatte ich EIGENEN SALAT, und nun haben wir ihn, ganz köstlich. demnächst wird es auch zwei fenchelköpfe geben, selbstgezogen, angemacht in kleinen schnipseln, ungekocht, kalt, mit olivenöl und essig angemacht und mit parmesan beschneit. auch igel oder igelin ist wieder hier und schnauft sich abends durchs gelände. wie es den feuersalamandern geht möchte ich mir nicht vorstellen. auch die weinbergschnecken verharren zugestöpselt in schattigen und steinig restfeuchten winkeln, von denen es gottlob noch genug hier gibt. allerdings: die 3 apfelbäume lassen seit ein paar tagen im minutentakt ihre halbgroßen früchte fallen. es ist einfach zu trocken. zuletzt geregnet hat es am montag gegen sechs uhr früh, ein schauerchen, eine halbe stunde, kein starkerregen oder ein gewitter. zwei wassertonnen wurden gefüllt, sie sind aber mittlerweile schon wieder fast leer. interessant ist es schon auch, was beschattungen durch hecken oder gewächs-inseln für das mikroklima bewirken, immerhin gibt es fast noch FEUCHTE ecken, allein durch kondensfeuchte aufgrund von kleinflächigen temperaturunterschieden. wer weiss, welches kleinformatige leben sich allein daran noch über wasser halten kann in dieser zeit. sehr wichtig, das alles, auch im kleinen.

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Die Neugier treibt die Spinne in den Keller. / Halbwelt-Flanke. / Loch im Leben, Loch im Auspuff. / An Orten vergebens vergehen: Maloja, Waldrand, B., Agde / Eis am Stihl. (Akku-Rasentrimmer, hätte ich gern irgendwann, kommt gewiss noch!)

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2.: ein schöner spätfrühling und sommer bislang. schön warm. es gab vor 2 wochen eine baustelle in einer fußgängerzone, eine bemalte fassade von um 1890, restauriert und auch malerisch schon damals rekonstruiert letztmals von einem meiner späteren ausbildungs-CAPOS, um 1972. da war ich in der vierten klasse und interessierte mich für römer und piraten und streifte mit meinem lieben boxer ANDOR über die streuobstwiesen, bevor diese fürs neubaugebiet erschlossen wurden. elf jahre später war er, der wolfgang, dann mein ausbildungsleiter für wandmalerei, von dem viel zu lernen war, wenn auch manchmal recht hart – er. da war dann ein anderer ton im gespräch und gebälk, für mich neu und schroff, ich hatte ja bis dahin nur humanistisches gymnasium erlebt mitsamt dementsprechendem HOCHSPRECH und verunklärter klarheit. (typisch und beispielhaft: „ES IST NICHT UNSCHÖN“ für „ES IST NICHT SCHLECHT“). und zu hause gabs damals noch nicht mal eine bohrmaschine. / und nun musste diese fassade erneut bearbeitet werden, auf dem aussengerüst bei 39 grad. von unten düfte von v.a. sonnencremes, schweiss und pheromonen aller art, vanilleeis, einem sprachteppich international und von oben konnte man leichtbekleidungen erkunden, wenn man das wollte, auch dekolltees oder TIEFE dekolltees oder überhaupt oder sommerliche schuhmoden sowie flanierendes gebahren international, dazu von jung und alt. es war eine schöne baustelle an einem schönen ort, immer draußen und gegen 10.15 uhr verschwand die DIREKTE sonne hinter den hohen dächern der altstadthäuser, sonst wäre ein arbeiten dort gar nicht mehr möglich gewesen. man muss sich ja konzentrieren und im streiflicht retuschieren, das bedeutet, im schlagschattenlicht die richtigen farbtöne finden, so etwas geht gar nicht. zudem trocknen die kalkbasierten materialien in direkter hitze zu schnell, dann rächen jene sich (die kalkbasierten materialien), indem sie alsbald risse bilden.

zuvor, noch in der kälte, ein paar tage im engadin. höchsttemperaturen von manchesmal tagsüber 13 grad. immerhin liegt ja dort alles auf 1800 metern. ausgerechnet eine kaltwoche hatten wir erwischt. und dennoch, dort im segantiniland könnte ich mir vorstellen, endlos weiter zu leben. wenn es mir denn überhaupt gebührt, noch solcherlei vorstellungen zu entwickeln. diese alte villa, in der die unterkunft für mich und uns möglich ist, ist mir sehr ans herz gewachsen. pausenlos könnte ich da hinfahren. ich könnte aber auch pausenlos nach B. fahren. nur, um dann zu bemerken, dass B. für mich nicht mehr B. ist. dieses B., welches ich doch so mochte und welches so jäh und unschön quasi endete von nunmehr siebzehn jahren, es ist nicht mehr jenes gemochte, noch nicht mal das von vor siebzehn jahren. wie auch. und, so wie es aussieht, werde ich meine kleine schöne NKN-ofenheizungsdatsche, die ich mir seit jahren ebenda psychologisch gönne, dort aufgeben müssen. vorbei ist vorbei. es bricht mir eines meiner herzen. / ab wann hört man auf, pläne zu gießen? / wo doch die neugier die spinne in den keller treibt und die amsel abends zum bodenbecken.

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3.: eine sehr schöne und wunderbare nachricht: BAGHRAM hat seine ausbildung zum sinngemäß „Kaufmann für Digitalisierungsmanagement“ erfolgreich abgeschlossen. seit gestern vor vier wochen, mit einer mündlichen prüfung vor der regionalen IHK. das freut ihn – und uns – sehr. mündlich sogar anerkennend besser, als die berufsschulischen noten. das wiederum freut IHN v.a. sehr. / muss man sich vorstellen: 2015 angekommen in rosenheim, 16 jahre alt, mit 5 jahren grundkoranschule in afghanistan. 2016 zunächst sprachenschule für UMFs. und schreiben lernen. danach vorbereitungsklasse für hauptschule. dann hauptschul-abschluss. dann ausbildung zum industriekaufmann, abgebrochen. dann realschulabschluss. dann fortführend 1 jahr zur FH-reife, sodann ausbildung bei einem örtlichen orthopädieunternehmen. und nun abgeschlossene ausbildung im bereich IT, mitsamt fortlaufendem arbeitsvertag. herzlichen glückwunsch, Nasim! das muss man alles erstmal hinkriegen.

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4.: neulich, vor vierfünf wochen (oder jetzt schon vor drei monaten): „Hafenmeister Haverkamp“, allzu äußerst subjektiv, aber notiert ist notiert. das hier ist ja immerhin ein weblog: /mahler No.5 besorgen. 7to pellets bestellen. bürstenaufsätze festool ebenso, die teuerung unerhört. mähfreier mai, hier sowieso seit min16 jahren. es blinzelt in der luft gegen die frühabendsonne, dieses ganze gekräuch derer mit 6 beinen, bislang noch KEINE hornisse aus asien. jetzt hanta in Berlin, borna in bayern. der sigeko war heute auf der baustelle, in der mittagspause, wenn keiner da. grüßt freundlich beim gehen und sagt nichts. sicher fotografierte er die elektrogeräte mitsamt vorhandener oder fehlender prüfplaketten, um vor feierabend seine rügenden befunde und protokolle in den verteiler zu senden aus dem homeoffice vor flexiblem feierabend. / aber WER soll denn künftig noch alte böden ausbauen, wenn die sämtliche bürokratie darum – mit helm selbstverständlich – herumsteht und fragen stellt bis mittag, um danach berichte zu schreiben am tisch und (sic) aus dem homeoffice. alle wollen nur noch projektieren. aber machen mag keiner mehr. dabei ist es doch so spannend, wenn man es geschafft hat zu guter letzt. natürlich auch staubig, anstrengend und schmutzig. aber irgendwer muss es doch MACHEN. wo sind sie, die ggf. begeisterten JUNGEN (so wie wir es waren seinerzeit – diejenigen, die nach uns kommen und dieses wissen über herangehensweisen und v.a. auch die FREUDE an dieser arbeit teilen), die daran noch berufliche erfüllung verinnerlichen, am MACHEN und nicht allein am projektieren oder argumentieren und reden und endlosen terminen und schwadronieren, ggf. labern, über abgefragtes theoriewissen?

/ich weiss, klingt wie merz, nur ohne flugzeug.

/es ist aber tatsächlich so: WER soll und v.a. WILL das alles denn noch machen? und hat auch spaß daran, trotz allem dreck und kalt und STAUB und nass und ggf. schnee und regen auf baustellen zur erhaltung alter bauwerke oder relikte oder wandmalereien? es ist deprimierend. wir waren heute zu guter letzt zu zweit erfolgreich im ausbau und damit der bewahrung von 2,5qm historischem bodenbelag im 2.OG einer sehr alten erhaltenen alten süddeutschen häuserzeile. eine vielzahl von handwerklichen kniffen und entscheidungen während dieser bergung führte dazu. zu guter letzt waren wir überglücklich, dies bewerkstelligt zu haben, auch natürlich mit bewegung, verrenkungen, anstrengung, dem heben und damit sehr körperlichem einsatz, dies ggf. jedoch kieserersparend, da muskel- und sehnenaufbauend.

/zwischenrein eine villa von 1906. vermögende neubesitzer, das dixi, also die toilette für diejenigen, die dort gewerklich arbeiten (dito auch uns), unterirdisch und selten so gesehen und erlebt ekelhaft. weder geschlechtergetrennt noch minimalhygienisch noch abschließbar. offenbar haben auch die jungen archtitekt/Innen (oftmals in modischen turnschuhen auf der baustelle, anstatt sicherheitsschuhen) keinerlei gespür oder eine verbindung mehr zu den grundlagen praktischer baustellenarbeit. das kommt möglicherweise von sehr praxisfernen gewöhnungen an hierarchien und dem hang zum PROJEKTIEREN aus dem allumfänglich angestrebten homeoffice vor feierabend.

/auch hier jedoch, bei notdurft: die eigentliche arbeit, die machen dann ja kosovaren, bulgaren oder rumänen, und die scheissen ja sowieso in die HECKE (die kommen schon klar mit notdurft) und sind vertraut damit ja seit geburt, die sind das gewöhnt. daneben eine wunderschöne villa, an deren erhaltung alle arbeiten, die bulgaren, die rumänen, die mazedonier. und positiv aufgestellte neubesitzer, die nichts für all das können, denn es sind dann schon die verantwortlichen architekten und bauleitenden, die jenes zu steuern hätten. es sind wohl immer kürzere praxis-anforderungen innerhalb diverser studiengänge, die dann „leitende“ funktionen ausüben. es ist fatal, jedoch dann aber belaufen sich die praktisch noch unbedarften ersten gehaltsforderungen seitens der fach-ausführenden/innen, gänzlich ohne erfahrung oder eigenfinanzierte mindestausrüstung auf höhen von selbstbewussten 85EUR ingenieursgehalt pro stunde. und all dies, noch ohne dass eine eigene mindestausrüstung seitens jener angeschaft wurde. beispielsweise eine normale hochwertige kabeltrommel, die auch fünfundachzig EUR kostet, also den lohn für eine stunde projektion. anstattdessen kommen fragen an kollegen, ob die gerätschaften ebenjener ggf. auszuleihen seien. unfassbar.

/und wenn dann die AfD mit ihrem schrägen C-Malermeister (ausgerechnet) auch noch remigrieren will, dann geht sowieso gar nichts mehr. ich bin gespannt auf sachsenanhalt im nächsten dezember ff., die einzigen, die dann überhaupt noch praktisch arbeiten könnten, also diejenigen dinge umsetzen, die die (dann strammnationalen) homeofficeprojektierer für 85EUR/h an steuergeld entschieden haben, sind dann remigiert worden. gute nacht.

/da lachen dann vielerlei hühner in vielerlei hinsicht. ich bin ein huhn dann. werde eins sein. gerne bin ich huhn, gott schütze und bewahre sachen-anhalt.

/g.mahler No.5 besorgen. 7to pellets bestellen. luxmaxing – das probiere ich jetzt auch. mit schonhammer auf die wangenknochen, damit ich wie putin aussehe, wenn die knochen zusammenwachsen. nur reiten mit rasiertem oberkörper, das kann ich nicht, seit ich mal mit 7 jahren beim voltigieren einen startsprung über den pferdearsch gemacht hatte (die stute hieß MOGLI und war mein liebling) – 2 wochen nach einem schwimmkurs in wilhelmshaven über versenkten nazi-Ubooten während der sommerferien 1969 mit abschluß FREISCHWIMMER – und in der streu gelandet war, mit kopf vorraus. weil ich nicht trennen konnte inhaltlich, logisch-analytisch und motorisch und 1 minute keine luft bekam, was seltsam war. aber das ist eine andere geschichte. seither nicht mehr reiten. aber wangenknochen mit dem schonhammer weichklopfen, das ginge jetzt schon noch. der hafenmeister hieß HAVERKAMP und der war sehr freundlich damals. erinnere die scharfen miesmuscheln an der brücke, als ich danach erschöpft hochkletterte als KLEINER MANN und wusste, ich bin eine viertelstunde oder 20min ohne anhalten in der nordsee geschwommen, obwohl mein papa erst 3 jahre tot war. stolz wie bolle war ich und 7, haverkamp (alter mann, ausgemergelt, wangenknochen, kriegsteilnehmer) lobte mich sehr! nebenbei: ohne mich jemals unsittlich angefasst zu haben.

/g.mahler No.5 besorgen, dem igel/in ALLES als OK vorspielen (versuchen jedenfalls). die rotschwänzchen an der nordseite brüten schon das zweite mal. haverkamp war eher U-Boot-fahrer, als irgendwie nazi. so glaube ich es aus der erinnerung ziemlich gewiss beurteilen zu können.

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5.: eigentlich möcht ich nur malen im sommer. geht nicht, wegen geld. eigentlich möcht ich nur malen im herbst und winter. geht nicht, wegen geld. war für frankreich, beim SPIEL gegen spanien. war nix. war für england gegen argentinien, war nix. läuft alles nach FIFA, die besseren mögen gewinnen. immer dasselbe, seit 60 jahren. seit 80, seit 100. seit jahrhunderten. seitdem gibts hier schmetterlinge in bäuchen, nur deswegen. seither heissen hier im dorf immer alle gleich mit nachnamen, manchmal überkreuz. schön, wenn mal einer in die schweiz heiratet, oder eine. das sind dann neue geschichten in 50 jahren, immerhin. schön, wenn mal einer/eine quadrate malt anstatt schnörkel. schon schön, wenn alle dann elektrische fahrräder fahren, aber den rasen blank mähen. die reicheren blankmäher kaufen gerne schöngeistige kunstquadrate in farbe. reiche schönfärberinnen hingegen schmeissen fetzen in die nordsee, schlagen die stoffe mit altöl oder mensblut und hängen diese in galerien, getrocknet, auf. dazu lapislazuli gestisch und ggf. mit eigener blabla-geschichte. sinnbildlich, sinnbilder. dann werden sie harte neue frauen. künstlerische männer hingegen passen sich an und sammeln bösen feinstaub an hotspots, fügen bindemittel hinzu und lassen dann trocknen. oder trinken DIESEL. hauptsache toxisch. dann werden sie weiche neue männer. /alle und alles stets zugewandt. in plastiksäckchen oder ähnlich, perfekt zugeschnitten. sodann rahmung eiche natur.

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6.: die königskerzen tun sich schwer dies jahr. nachts geh ich raus und pinkel sie freundschaftlich an, damit nur ja nichts verloren geht. die pelletspreise sinken nicht mehr, die produzenten hängen sich grundlos dran an die anderen hohen energiepreise. wie ich das verabscheue, solche kapitalistischen spielchen. weblogs sollten nie nur reine realitäts- oder erlebensbeschreibungen sein, das finde ich jedenfalls. wobei: heute habe ich erst abgewaschen die pfannen, die siebe, den brotkasten, die zitronenpresse und die eisernen handgeschmiedeten messer aus mallorca, die zwar rosten, aber immer scharf sind, dank der leiblingsschwägerin. dann habe ich mich hingelegt, weil das E-auto von frau mullah sowieso schon fast vollgeladen war, obwohl das erst um 15 uhr so sein sollte, zuvor löwenmäulchen und tomaten gegossen. und gekündigt, mit kollegen telefoniert und eine nachricht nach baden-baden verschickt, wegen der übernachtungen ab herbst. und mühsam mit spaten und spitzhacke alte komische staudenwurzeln entfern aus dem trockenen boden, um dort den pinien-setzling aus grau d´agde bald einzupflnzen. / das alles ist manchmal schwierig. manchmal unschwierig, rauch und schall. seit monaten bin ich dabei, diesen schneck hier, all diese texte, zu archivieren. ich bin immer noch fast ganz am anfang. ich tue mich schwer. das hier geht nun schon bald zwanzig jahre. ich möchte durchhalten im archivieren und festhalten, auch wenn der GRUND fürs festhalten von texten und damit auch erlebtem sich mir immer weniger erschließt mit zunehmendem alter. ein seltsames wettrennen. oder aber gerade jetzt, ich weiss es nicht. natürlich will auch ich festhalten, jeder und jede will das doch. aber wer bin ich denn. ein dickes schönes buch mit allen meinen bildern (4000) aus vierzig jahren und allen texten aus demnächst zwanzig jahren – das wäre doch klasse. mit einem prominenten vorwort natürlich. dann könnte ich mich endlich einmal zurücklehnen in den geistern irgendeines wassers. / wobei, man verschwimmt dann ja gerne, so ganz ohne Eiswürfel.


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