beendet.

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die mitarbeit im rahmen der reinigung und restaurierung von erstaunlichen wandmalereien aus den 1980er jahren in einer russischen kirche ist beendet. ein paar tage mitarbeit im rahmen der restaurierung des ehem. eingangspavillons eines tierpark ist nun ebenfalls vorläufig beendet. die ausbesserung von wasserschäden durch starkregen des letzten jahres gotischer wandmalereien in einer weiteren kirche sowie die neumarmorierung von vier barocken holzsäulen in einer kirche in der fränkischen schweiz sowie die erstaunliche untersuchung eines barocken anwesens in mittelfranken sind ebenso beendet, wie kleinere retuschierarbeiten an einem ehemaligen steinernen fenstergewände nahe coburg und an ebensolch steinernen fenstergewänden nahe einer südwestdeutschen keltenschanze. nahe einer anderen keltenschanze ferner ist ein älterer gutshof untersucht sowie nun die arbeiten begonnen, seit vorgestern, an den rissen und schäden in einem gotischen chor, die entstanden aufgrund des vorjährig sichernden hochpumpens eines kirchturmes, den nun wieder einigermaßen gerade steht, nachdem er jahrhundertelang aufgrund des gipshaltig weichen untergrundes sich ewig und abermals gefährlich neigte. im dachboden leben jedes jahr 500.000 fledermäuse, die alsbald ihre kinder kriegen. ein schönes gefühl.

beendet sind nunmehr auch die einbauten der neuen fenster. sowie ein teil des abbruches des zweiten schornsteins, der leider weichen musste, da er sich nicht mit der künftig stärkeren außendämmung verträgt. es ist weiterhin fast alles beendet im rahmen der vorbereitungen für den beginn der arbeiten an einem neuen dach. ebenso nahezu vollständig beendet sind die vorbereitenden schritte diverser detailarbeiten bezüglich verputzungen und ausbesserungen im innern sowie dem erhalt von bauzeitlichen details der 1960er jahre. beendet ist auch das ziehen von 300.000 nägeln, die die baldige unterspann behindern würden, genauso, wie das ausblasen einer neuen zelluloseverpackung.

„effizienzhaus 85“. oder 100, das ist noch nicht ganz klar. die spuren der marder unterm dach, also unter der ehemaligen innenbretterung aus nut- und feder, ich habe sie gefunden. auch sie hatten, wie die mäuse, ausgesuchte orte für ihre WCs, aber das WC der marder war andernorts, und ebenso natürlich ihre hinterlassenschaften, nämlich größer.

ein leckerer rückbau mit maske. immerhin konnten sich geräuscherinnerungen der kirschkern von möglicherweise wild herumtollenden jungmardern erklären und verorten lassen.

vorläufig beendet sind auch die dringend bewahrenden schritte in bezug auf diverse ausraster junger menschen. ein beschwichtigender auszug ist beendet, eine anwaltssuche ebenso, die verwaltung von ehemaligem hausrat und müll wurde ebenfalls tatkräftig beendet in der organisation, vorgestern. unbeendet sind die sorgen, welche kaum geringer werden werden, selbst wenn sie es dürften. von sollten keine rede mehr.

beendet ist freudigerweise auch die neueinrichtung eines neuen klapprechners, der alte war von 2009. wie schnell nun alles geht. ohne, dass sich fenster vorwarnungslos schließen.

niemals beendet wird jemals sein meine liebe, einfach so abends in den garten hinauszutreten, um zu pinkeln. im stehen natürlich. und dabei jedesmal kurz nachzudenken über alles, jeden und jede und das universum. in den himmel zu schauen und den amseln bei ihrem schönen dämmergesang zuzuhören. der jasmin blüht nun, drei eigentlich viel zu große hochbüsche gibt es auf dem grundstück, einst gepflanzt sicherlich vor jahren als vornehmlich kleine kontrollierte staude. dem ehemals „rasen“ ist auch in diesem jahr bislang fast alles gegönnt, ein paar für die renovierenden schritte nötige rasuren sind getan. die stechmückenlarven tummeln sich in allerlei wasserwannen, die so herumstehen, und blicke in eine gelegentlich derzeit gegenlichtige abendsonne zeigen jede menge tanzende insektenhaufen. nach zwei tagen eines größeren gefüllten behältnisses kann man dann schon mindestens zwei wasserläufer beobachten. als kind war das für mich eines der sieben kinderwunder. wie man denn, um gottes willen, auf wasser laufen kann.

ist es auch heute noch.

andere gehen jetzt nach südfrankreich. oder toskana. verkaufen all’ ihr zeug, alles im besten fall erbe. haben zeit. wenn man glück hatte. andere arbeiten weiter, manche viele davon müssen. manchmal groß und teuer, manchmal klein und billig. manche ehrlich, manche (meist die teuren) oft ohne wenigstens ehrlich. und manche haben eigentlich nie irgendetwas gearbeitet, geschweige gemacht, geschweige kante, wenigstens irgendeine.

was für ein leben.

viel lieber bin ich da doch wasserläufer vom übernächsten garten her und solange spitz, bis ich dankbar beendet jäh umfalle. als eidechse vielleicht. mit einem bild im gedächtnis, von einem eidechsenhäscher im hawaiihemd, mittel- bis endalt, mit bäuchelchen, goldkettchen und v.a. cunnilingusbärtchen in spitzem silbergrau.

oft bildet man sich viel ein, bspw. übermorgen, unendlich und schön, sowieso.

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(Abb.: eigene Malerei)

6 Gedanken zu „beendet.“

  1. Offenkundig viel los bei Ihnen, hört sich aber alles gut an (bis auf die „Ausrater“). Ich gucke derzeit auch immer mal wieder in die Schaufenster der hiesigen, also walisischen, Immobilienhändler, wegen alles-verkaufen-und-weg, aber: unbezahlbar. Und überhaupt. Wenn man immer irgendwo ist, kann man nicht wiederkommen. Das Wiederkommen ist so schön.

    1. Unbezahlbar selbst in Wales? Es ist ja derzeit auch so eine Weggeh-Zeit. Da muss man aufpassen, dass man die Nerven behält. Herzliche Grüße!

    2. @ wiesel: Bringt der Brexit solche Träume nicht ohnehin zum Platzen? Das Home Office sorgt nicht nur dafür, dass man bei der Einreise zu Reisenden unfreundlich ist, es macht auch EU-Bürger:innen, die dort leben oder leben wollen, den Aufenthalt schwer (es sei denn, man bringt ein paar Milliarden mit wie russische Oligarchen – dann bekommt man irgendwann sogar einen Sitz im House of Lords, sofern man zuvor große Summen an die Tories gespendet hat). Wiederzukommen und diesen Alltag nicht erleben zu müssen, ist von daher wahrscheinlich sogar schöner.

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