püster

Jahrelang habe ich mir also aluminium unter die arbeitsam und schweissgebadeten armachseln geschmiert. Nur, weil ich die pflegelinie von NIVEA unterstützen wollte und mir das firmeneigene logo, zeitlos wie es ist, so gefällt. Und ich vordem dem bruttosozialprodukt beipflichten wollte, indem ich mich gut riechbar zu machen meinte gegenüber vermutlich partnersuchenden vermehrungsgewillten weibchen, allein wegen der volkswirtschaftlichen geburtenrate, mithin demzufolge der rentenkasse und dem nichtaussterben meiner schicksalshaften volksgruppe. Will sagen: altes europa.

Ich habe nach zwölfstundentagen meine hände angespuckt (wie oft), um sie danach mit – ausgerechnet – plastikkügelchen reinzuwaschen. Wie ich jetzt erst erfuhr. Und nun das.

Das aluminium unter dem arm könnte demenz und diabetes verursachen nach jahrhundertelangem gebrauch einerseits.

und die plastikkügelchen im duschgel und in der zahnpasta, andererseits, könnten sich in meinen körperteilen angereichert haben, um ungeahnte folgen zu verursachen, von denen noch keiner weiss. Wieso sind eigentlich plastikkügelchen in der zahnpaste, wieso nun anzunehmend in meinem hüftgelenken, ellenbogen, bauchlichen weichteilen und drüsen? Und wieso ist überhaupt aluminium im deodorant?

/Uncool im besonderen sind ja auch die auszuschalten nach dem grossen regen vergessenen heckscheibenwischer im oma-intervall bei sogar den mich während lasterüberholend wegpusten wollenden audi-kackern mit ihren breitschlappen (abermals aluminium) auf der A6 hinter dinkelsbühl oder ilshofen-wolpertshausen. Freut mich jedesmal heimlich. Das ist wie offene schnürsenkel bei schwiegereltern oder mayonnaisefleck auf hose beim CEO-plustern auf irgendeiner hybrid-hauptversammlung im süddeutschen. Und dann versagt zahnpaste.

/Bezeichne jeher wärmende raumlüfter als „Püster“. Worüber sich die köchin und die kirschkern köstlich amüsierten. Das wort kommt von der alten dame und ich trage dieses gerne und voll stolz trotzig weiterfort, eingedenk ostpreussischer vorfahren, im haff versunken. Kutscher und unternehmer mit fisch, bau und bernstein. Auch sogar hanseatisch, später. Ohlsdorf, Püster.

Glück.

Eine dezent schwarzglitzerne unterwäsche für männer habe ich mir im selbstversuch gegönnt, die war heruntergesetzt hälftig immerhin im fränkischen karstadt. Einen boxerslip. Endlich gibt’s auch besonderes und form für männer wie mich. Wusste ich gar nicht. Es geht ums halten und den Sitz, soll keine was sagen. Ich wuchs auf mit feinripp. Um selbstbewusstes, wenn denn schon alle schlüsselpositionen feminin besetzt sind. Um körper und um dreh. Suche jetzt noch silberne turnschuhe und niemand soll mir was erzählen, wenn je ein senkel offen.

Aber lachen musste ich schon.

/Iker caTHillaTH. Der torhüter, den alle affin spanierliebenden so unerfüllt spanierlieben. Das ist ein guter typ, und wenn man das spanische TH sprechen kann, dann funktioniert das alles auch in einer sportsbar in nürnberg beim hefeweiTHen. Die armen mündchener. Die armen frauen. Es gibt sehr glückliche momente in meiner heterosexualität.

Meine erwebungen in diesem jahr sind jetzt also abgeschlossen: ein analoger plattenspieler aus london, 4 paar socken, zwei neue brillen vom hermannplatz (sonne/mond) und eine RX 100 digitalbildkamera im angebot. Quälend schön, seit gestern und wie sehr ich mich darauf freue. Möglicherweise im herbst noch jene silbernen turnschuhe, die mir dann vielleicht das nächste jahr pekuniär erklären. Hat noch zeit.

Mit der RX 100 (ah, aluminium!) kann ich nun endlich und wirklich detailscharfe bilder liefern. Aluminium war eigentlich immer etwas gutes für mich.

/Heute nun rasenmähen, welch spießige angelegenheit. Der garten ist so schön und nass. Ich werde die frechsten sprieße schneiden, immer aber eingedenk, ICH könnte das sein. Aufpassen und nicht übers kabel fahren. Sie haben ja keine ahnung. Die messer müssen geschliffen werden, das kabel lange genug und niemals brüchig angesichts Feuchte und immer wachsam. Die Margeriteninseln werd ich stehen lassen, auf wunsch der alten dame, wie seit jahrhunderten. Das sind jetzt ihre letzten wünsche, aber es gibt so viele margeriten und so viele schöne wünsche.

Und unten im dorf stehen bereits die ersten russischen panzer und haben einen wichtigen checkpoint besetzt. (Das werde ich der alten Dame aber lieber nicht erzählen.)

5 Gedanken zu „püster“

  1. Aluminium ist toll. Habe mal vom heimatlichen Müllplatz (im Reichenbachtal, Tübingen zu liegend; jetzt längst voll und abgedeckt und obenauf ein Feld von Solardingern), wo wir abends immer einstiegen in 2nd-hand-Bundeswehrhosen und herumsuchten – herrlich! herrlich! eine der Glückserinnerungen forever, how dark it … – habe da mal eine Lufthansa-Alubox zum Transport von Flugzeugmahlzeiten 30x50x50cm mitgenommen. Weiß noch, wie das metallisch roch nach dem Abscheuern. Waren rechts und links Schienen drin vernietet zum Hineinschieben von Essenstabletts. Hab ich dann Sperrholzböden reingesägt für jugendliche Schätze: Messer, Kompass, Sturmstreichhölzer … Die Herzenserwerbungen von damals halt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.