Erzähl mir Nichts! /Novelle Moabit

„Erzähl mir nichts!“ – Ein Abend mit Pilz, Text und Ton. / Herzliche Einladung für den 14. September 2016 ab 19.30 Uhr zu einem gewiss unvergesslichen Abend in die Galerie Nord/Kunstverein Tiergarten. Es wird gelesen, erzählt, musiziert und moderiert. Dazu gibt es Pilzsuppe, welche Gaumen und Bewusstsein erweitert. Pilze führen bekanntlich zu Visionen, und Visionen sodann zum Erzählen. / Der Abend, moderiert von Alban Nikolai Herbst, begleitet die Ausstellung „Novelle“, diese noch zu sehen bis zum 24. September, mit 8 erzählenden Positionen der Bildenden Kunst von:

Martina Altschäfer, Klaus Mellenthin, Uwe Schäfer, Phyllis Kiehl, Majla Zeneli, Matthias Beckmann, Caro Suerkemper und Sebastian Rogler.

Mehr hier: >>> http://www.kunstverein-tiergarten.de/?cat=ausstellung&id=140

Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord, Turmstraße 75, 10551 Berlin, Ruf: (030) 9018–33453, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 13-19 Uhr

sense.

Wie konnte jemals irgendjemand auf die Idee kommen, viereckige Teller mit hochgebogenen Ecken überhaupt erst zu denken, dann zu entwerfen, und dann jene sogar massenhaft zu produzieren? Und damit reich werden.

Die Minifliege, die meinen Salat am letzten Mittwoch oder Donnerstag auf einem solchen Teller umkreiste, habe ich verschont, überall ist ja Schöpfung drin und ich wollte mich gewiss noch niemals aufspielen. Fast schon vielleicht etwas zu zärtlich und zugewandt der Fliege dann bedeutet, den Luftraum um meinen Salat zu verlassen. Durch freundliches Hauchen, durch etwas Pusten. Man solle nun aber, las ich, im Herbst zum Beispiel die Wespen auf Essen und Kuchen nicht anpusten, da der dann erhöhte Kohlendioxidgehalt der Luft jene angeblich aggressiv machen würde. Auch hier also eine komische Dramaturgie von Unterordnung, stockholmschem Opferwillen und schräger Akzeptanz des Vorgegebenen. Irgendwo ist dann aber auch mal die Sense. Dachte ich.

Und wegen der Sense sodann: Meine nächste pointierte Intimrasur will ich nun mit einem altmodischen Rasiermesser durchführen, während Rezitation eigener geleierter Aphorismen. Aphorismen und Hühnerpressfleisch aus Krisengebieten. Man sollte nicht über alles immer lachen.

Weiterhin das Vorhaben, künftig in analog und prekär ausgetragene Konfliktsituationen mit voller Granate und furchtlos komplett hineinzugehen. Sehr körperlich präsent, so gut es eben geht, ein Gebot des Alters wahrscheinlich einfach und der derzufolgenden Weisheiten. Nach siebzig Jahren des Friedens haben wir viel gelernt und genausoviel verlernt. Der humorvolle sächsische Steinmetzmeister – einst für den sozialistischen Boxkader angefragt – meinte neulich gütig beim Tee, die jungen Menschen haben hier und heute das Sich-Schlagen verlernt. Er bedauere das. Vielleicht sei das ja der Grund für allzu grausam gewalttätige Auswüchse im späteren jungerwachsenen Alter. Eine nie grundauf erlernte Beisshemmung.

Eine grundsätzlich ähnlich kühne Richtung weisen nunmehr die ekelhaften Gräuelbilder auf Zigarettenschachteln. Auch der europäisch ungehinderte Aufdruck dieser, so dachte ich gestern beim Aufwachen aus einem grundpositiven Mittagschlaf, sind im Grunde eine bodenlose Anmaßung und Unverschämtheit. Und woher das alles kommt, diese werteverändernden Schieflagen.

Schön aber auch, dass sich manche Kreise auch schließen können, denn die Kirschkern wird ab dem kommenden Freitag bei ihrem Vater am Waldrand wohnen und ebendort ihr letztes Schuljahr absolvieren. Das macht sehr glücklich und stimmt milde und von daher sind mir in diesen Tagen viereckige Teller egal, waren sie mir eigentlich schon immer, letztlich genaugenommen.

#Freitagstextersiegerehrung

Freitagstexter


Guten Morgen, sehr verehrte Teilnehmende, ich muss zeitig zur Brotnebenerwerbsarbeit und mache es daher kurz – Vielen Dank für Ihre wunderbaren Kommentarbeiträge! Die ermatteten Mattgesetzten, das Ledergesicht, jene Kopfschmerzalternativen zu Gedankenstützen, der gedrehte und anverwandt-verwahrte Tischwein, die Leibesempfindungen an Pfeffer (oha!), der magritteeske Stich im Korken, eine Rechenaufgabe und nicht zuletzt… die Ilse. /Jedoch die Jury hob jenen hervorragend bildbeschreibenden und assoziationslawinierenden Gedanken ins Gewinner-Töpfchen, der da nämlich lautet wie folgt:

„Gerhild, Susanne und Rita fanden insgeheim sehr wohl, dass Größe eine Rolle spielte, auch wenn sie es Brunello gegenüber niemals zugeben würden.“

Herzlichen Glückwunsch zum FREITAGSTEXTER, Frau Montez! Und ich bin gespannt, wei es dann bei Ihnen am kommenden Freitag weitergeht.

#Freitagstexter!

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Intro:
Die wunderbare Frau Alte Saeckin, mittlerweile teilumgezogen, hat mir einen alten, aber schönen Pokal zugeworfen – Dank dafür! Manche mögen denken, diese ganzen interaktiven Sachen seien mittlerweile rührend überholt. Vielleicht ist das auch ein bisschen so. Es waren ja vor allem die „twoday-years“, eine höchstkommunikative und sehr unbeschwerte Dekade des Austausches auf Weblogebenen mitsamt mannigfachem analogen Kennenlernens. Dennoch fand ich den Freitagstexter stets kurzweilig und möchte ihn nicht und keinesfalls missen. Somit also: Der Freitagstexter darf nicht sterben!

Zur Sache:
Der Freitagstexter ist also eine schöne Tradition. Es geht darum, seinen Assoziationen zu einem Bild freiesten Lauf zu lassen. Auch mehrfache Ergüsse sind gerne erlaubt. Das jeweilig neue Bildmotiv wird vom jeweils letztwöchigen Gewinner an einem Freitag hochgeladen. Bis zum darauffolgenden Dienstag 24.00 Uhr (also im hiesigen Falle: Dienstag, den 30.8.2016, 24.00 Uhr) besteht die Möglichkeit des quirligen, philosophischen oder trockenen Kommentierens. Danach wird der Gewinner ermittelt und am jenem Dienstag folgenden Mittwoch (also dem 31.8.2016) bekanntgegeben. Der Gewinner hat nun seinerseits zwei Tage Zeit, am widerum darauffolgenden Freitag „sein“ neues Bildmotiv hochzuladen und der Kommentierung zu übereignen. Einzige Bedingung für die Wettbewerbsteilnahme ist eine eigene URL, ein Blog oder Ähnliches. Auch Kommentare ohne URL sind natürlich willkommen, allerdings bewegen sich diese dann außer Konkurrenz.

Aber das wussten Sie ja alles wahrscheinlich sowieso schon.

Hier nun also mein bescheidener Bildvorschlag, anheimgegeben ab sofort Ihren kreativen gedanklichen Verkettungen. Für größere Abb. draufklicken. Viel Spaß, und bis nächsten Mittwoch!

Freitagstexter

at the wannsee

At the Wannsee
(*)

nun sind diese saftigen wochen vorbei, fast jedenfalls. mit dabei die wundersame rettung eines jungen lebens, eine wunderschöne dorfhochzeit, eine ferienwoche nächst kaiserburg, eine reise nach K.u.K./adria und eine aufbauwoche including EÖ in der großen stadt. und als zugabe sogar noch ein törn at the wannsee. ich würde nie behaupten, dass mein leben ereignislos wäre. das gefällt mir und ich bin sehr dankbar.


*auf der MUTABOR mit Skipper Klaus Mellenthin

NOVELLE

und falls Sie am kommenden freitag abend noch nichts anderes vorhaben und ohnehin in der nähe sein sollten:

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herzliche einladung zur ausstellung /
you are cordially invited_

N O V E L L E
Eine Ausstellung mit 8 erzählerischen Positionen
19.8.2016 – 24.9.2016
Eröffnung am Freitag, den 19.8.2016 ab 19.00 Uhr
Martina Altschäfer, Matthias Beckmann, Phyllis Kiehl, Klaus Mellenthin, Sebastian Rogler, Uwe Schäfer, Caro Suerkemper, Majla Zeneli
Kunstverein Tiergarten / Galerie Nord
Turmstraße 75
D-10551 Berlin
geöffnet Dienstag bis Samstag 13 – 19 Uhr
Tel. 0049+(0)30+901833453

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Mirabilis-Verlag sowie eine Edition / ISBN 978-3-9816674-6-2

Mittwoch, 14. September 2016, 19.30 Uhr:
„Erzähl mir nichts.“ – Ein Abend mit Pilz, Text und Ton, moderiert von Alban Nikolai Herbst

mehr hier: >>> http://www.kunstverein-tiergarten.de/?cat=ausstellung

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ich würde mich sehr freuen!
herzliche grüße
schneck

7.8. volvic

Beinahe schon ein Cruisen durch diese Kleinstadt in Richtung Filiale Großbank am Bahnhof, als würden sämtliche Energien durch andere Energien gebunden werden. So leer, so entspannt. Selbst Kleinstädte sind ja in unserer Zeit oft unentspannt, weil normalerweise keine Energien mehr durch andere Energien gebunden werden. Dagegen gestern: Alles still und frei, kaum Leute unterwegs. Als würden alle Bewohner derzeit durch die Energien anderer Bewohner gebunden werden, daher sind sie, keiner, nicht zu bemerken oder bleiben gleich ganz zu Hause und halten mir und meinen Schlitten endlich die Wege frei. Dagegen werden meine Energien derzeit nicht durch die Energien anderer Leute gebunden, daher war auch ich lediglich physisch und nicht küchenpsychologisch unterwegs, abgesehen vom beschrankten Bahnübergang, einer sehr altmodischen und würdevollen Erscheinung nahe dem ehemaligen Mädchengymnasium. Wie gut das tut, diese samtigen Erkenntnislöcher zwischenrein in Purpur, fast schon Wellness oder SPA, wie in einem Nachtzug ab München.