vogelherd

vogelherd

diese ‚dark ages‘. oft nimmt ja die wahrnehmung dinge wahr, noch bevor die wahrnehmenden die dinge wahrnehmen. im friuli/it. gibt es einen ort, dort fand man, es ist noch nicht so lange her, neben realistischen darstellungen von irgendwas auch abstrahierende darstellungen von irgendwas. und es war aufgrund des fundortes klar, dass nicht etwa dunkle zeiten zwischen der herstellung des einen und des anderen lagen, sondern dass diese dinge alle gleichzeitig geschaffen worden waren. worüber man sich wunderte hunderte jahr‘ (nun gut, nicht fast). heutzutage würde man sich nicht wundern, denn keine zeit wundert sich über sich selbst (obwohl?). bänder schnalzen lassen (ggf. stimmbänder, strumpfbänder, keilriemen) und etwas erschöpfen aus kleinen pünktchen, zwei oben, eins unten (logisch). wiederkehr, ein sönnchen zerdrücken, weil viele da. mal wieder am zug-ende stehen und hinten hinausschauen, verliebt. aus bemühten einladungskärtchen, zahllos zugesandt, dinger schöpfen in vier mal drei meter, aber die wertvolle vorlage selber behalten, unter verschluss am sack, mit ölklecksen darauf, in vier mal drei zentimetern. den versicherungsfritzen anrufen privat, weil er weggemobbt wurde und sowieso ein komplett anderes leben führt und mit anderen zielen, aber GUT war er und aber wieso ihn anrufen, jetzt noch, wo er doch weg ist und ihm dennoch alles gute wünschen? die gleichzeitigkeit der sachen mitsamt ihren sachverhalten. die gleichzeitigkeit verhält sich (meist) loyal. die kleine miniatur* hier oben ist fünfunddreißigtausend jahre alt, das muss man sich „einmal vorstellen!“. die eiszeit war gerade vorbei, damals gab es noch keinerlei dekolltees, jedoch sie schaut mir tief ins dekolltee, aber ich tu mich schwer, ihr nach allem noch irgendetwas abzunehmen. „du hast abgenommen…“, „nein, du hast abgenommen…“. dabei hat doch alles zugenommen. „was für ein schöner geburtstag!“, sie hat ja recht damit und es ist schön, dass sie das sagt, schön schön („vögel am herd“?). aber was ganz anderes: einmal war ich mit H. auf der reeperbahn, das ist lange her. weißes hemd, zwo bier vorher, ein bisschen mut antrinken und los, mit dem arschloch** voran (H. ist ein arschloch**, so ist das gemeint). damals gab es noch echte peep-shows, da lachen ja die hühner. zwei geliebte, jeweils links und rechts, so machen das andere in ihrer vogelherdsteinzeit. ich kann das nicht mal in der eisenzeit und schon gar nicht in dunklen jahrhunderten. die flammende direktheit, sie wird eben selten mit selbstgemachter kräuterbutter aufgewärmt. man stelle sich vor: bronzene kräuterbutter im ausschnitt, die großleinwand finanziert vom kulturamt. /aber von wegen kräuterbutter, gestern wurde, so berichtet am abend die galeristin kurz per SMS, so ganz nebenbei ein werk in 140x200cm für EUR ****,** veräußert, der titel: „simplify BEST OF“. geld hebt die laune, auch wenn diese gar nicht so tief liegt, wie sie es eigentlich sollte. nach oben geht eben immer, da könnte ich mich doch prompt ein bisschen in die (natürlich blonde!) tatortkrankenschwester von gestern abend verknallen, wenn die nicht so jung wäre.
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(*: museums-kleinod, sehr empfehlenswert, hier / **: ich darf das heute)

2 Gedanken zu „vogelherd“

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