verzweigelt

In der Kirche wird es jetzt wieder kälter. Ungewöhnlich für die Jahreszeit. Der Weinhändler überlegt, Glühwein auszuschenken. Wir überlegen beim Weinhändler, ob wir ein Kerzlein anzünden und Lebkuchen essen. Vor einem Jahr, erzählt der Weinhändler, habe er schon 25 mal Außenbestuhlung gehabt, er hat es sich notiert. Heute 7 Grad, wie an Weihnachten im letzten Jahr, wir überlegen, ob wir Bescherung beim Weinhändler machen mit Geschenken und Liedersingen. Das Schlimmste aber: Über das Wetter zu reden und zu schreiben, so die Runde einvernehmlich beim Weinhändler. Ich habe mir eine Kiste Blauen Zweigelts mitgenommen und auf dem Fußweg nach Hause gleich im Wagen deponiert. Draußen haben währenddessen zwei Polizisten den rotmetallischen Jaguar des netten Immobilienmaklers aufgeschrieben, er hatte im Halteverbot geparkt, um noch schnell beim Weinhändler ein Glas Blauer Zweigelt zu nehmen. Alle beim Weinhändler trinken gerade den Blauen Zweigelt, alle Männer jedenfalls, und alle, auch die Damen, schimpfen über das Wetter. Auf dem Heimweg vom Wagen in die Gasse fällt mir dieses schöne Lied wieder ein:

34 Gedanken zu „verzweigelt“

  1. Ich misstraue den Kochkünsten dieser Frau, aber sie hat ohne Zweifel ein großes Herz. Das ist auch zweifellos wichtiger und dieser Gedanke bringt mich auf Gedanken, die mein Herz wärmen. Übrigens: egal wo ich heute hinschaue, ich sehe Kanthölzer sägerauh, so auch hier!

  2. Nichts da Weihnachten! Nächste Woche werde ich Blümchen pflanzen auf dem Berg. Zur Not werde ich den Schnee selbst wegblasen. Aber auf ein Glas Rotwein hatte ich heute Abend auch Lust. Leider war da gerade kein Weinhändler in der Nähe. Dabei wäre mir seine Haarfarbe egal gewesen.

  3. REPLY:
    Ich habe es mir sozusagen zum Ziel gesetzt. (Ich habe ja doch Ziele. Huch!) Und zusammen mit Ihrem Glauben – der hoffentlich nicht den Berg versetzt, bevor ich oben bin – klappt es ganz sicher. Danke schön.

  4. REPLY:
    Heißt das nicht ‚Gewürzkalterer‘? An dem schrammte ich heute haarscharf vorbei im Weinlager, letztlich in einen Stapel Chardonnay krachend wie weiland in den Semesterferien mit dem Gabelstapler im Schraubenlager!

  5. REPLY:
    Mit Kühlung, nehme ich an. Man kann einen gefühlten Wein nicht ohne Weiteres translocieren, meine ich, also ihn an sich schon, aber nicht die Verknüpfung. So gesehen müsste der Weinlaster auch den Raum dazu transportieren können.

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