spätsommer

r. erzählt von früher auf’m dorf, mit leuchtenden augen und seinem roten rauschenden rauschebart. wie sie auf dem feld unter den garben mäuse gejagt haben. das ging so, sie schlichen sich an, einer hob die garbe hoch, der andere sprang in’s mäusenest. die, die nicht platt waren, nahmen sie mit, zeigten sie den nervösen katzen und warfen sie in den dorfbrunnen. woll’n wir doch mal sehen, ob katzen wirklich wasserscheu sind! waren sie nicht, die katzen sprangen hinterher, und heissa, war das ein gemetzel. oder wie sie im stall die riesigen pferdebremsen fingen, sie an den flügeln festhielten und ihnen einen strohhalm auf den hinterleib steckten. danach flogen immer lauter lustige strohhalme durch den stall. seit jahren betreibt r. an einem namhaften institut grundlagenforschung, er ist der, der an drosophilae herausgefunden hat, warum mohrrüben gut für’s auge sind. man wusste das ja schon seit jahrhunderten, irgendwie, aber er entdeckte, warum. und es ist nicht so, dass r. nicht ein sehr sympathischer kerl wäre! er macht noch drei jahre, dann kommt die rente.

8 Gedanken zu „spätsommer“

  1. Grundlagenforschung war schon sehr frueh in seinem Leben verwurzelt. Sollte ich eigentlich auch machen, nachdem ich lebenslaufrelevant vorweisen kann, beim Huehnerschlachten die Laenge der einzelnen Huehnerdaerme ausgemessen zu haben, indem man sie auf dem Hof hinlegte.

  2. REPLY:
    danke für tip, kommt auf wunschzettel! und btw., da gibt es ja noch die ‚forensische entomologie‘, faszinierend, was man alles rauskriegen kann, aber… *uarghhh*! werde mir heute abend daraufhin seit langem mal wieder den polizeirufhundertundzehn hineinziehen, lieber wäre mir allerdings ein berliner tatort gewesen… viele grüße, schneck ;)

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