/grunzätzlich

Wie nah sich doch diese zweierlei Leben sind, zwischen den Möglichkeiten des Telefonklingelns, dass etwas verkauft wäre vakant (Bilder) für ein paar tausend und andererseits der Nachfrage nach einem schwachbezahlten Malergehilfen, zwischen hie Professur und da temporärem Arbeiten als Lagerist ganz hinten (vierter Hof Aufgang 6). Meine Zeit als Wertschöpfer im zinslichen Sinne habe ich offenbar versäumt, geschuldet den ideologischen Epochen der Prägephase, wie schnell das geht, wenn es um das Gute geht. Und wie doch auch langsam – die Lager, diese dummen Heuboden vor ihrer Selbstentzündung, sie sind voll. Einfügen könnte ich, dass wichtige berufliche Jahre meiner Babypause zum Opfer gefallen, ich mithin eine typisch-verlassene Ehefrau wäre, ganz unerlässlich dabei auch das juristable Bestreiten dieser Tatsache der schwanzlosen Gegenseite in gehobener Festanstellung. Wäre da nicht mein unerschütterlicher Wille zum ewigen Reifenwechsel, sogar auch im hohen Alter, in dem ich mich nun bewege (wo liegt eigentlich mein Stock?), ich wäre gleich einer entkräfteten Sommerwespe zu Anfang Oktober, bewegungslos schon fast wegen der nächtlichen Kälte und zuletzt zerdrückt, weil auf einem herabgefallenen Apfel im Gährprozess sitzend, den jemand achtlos kickte an die Wand irgendeiner tristen kleinstädtischen Unterführung, die niemanden interessiert, noch nicht mal im Vorrübergehen.

*grunz*

6 Gedanken zu „/grunzätzlich“

  1. Wir hoffen ja dennoch auf Trüffel (zerfurchter Kriegsboden, dem man es lange ansehen wird, Knalltrauma, das vielleicht nicht mehr heilt, von Zins nicht mehr die Rede). Und Kartoffeln, mit frischer Petersilie, und Blumen.

  2. Vielen Dank. Ja, es ist wohl eben die Vielfalt. Die möchte ich nicht missen, weder im In- noch Output. (Und danke auch, dass Sie meinen Stock wiedergefunden haben!)

  3. Regrunz.

    …wie schön Sie sogar mit Worten zu zeichnen vermögen.

    Nun Romantik und Realität widersprechen, aber bedingen einander; so, wie der Künstler stets die Widersprüche inspirierten Höhenflug und wut-entbrannten Fall, treibende Aktivität und Phlegma in sich zu einem stimmigen Ganzen bündelt. Sensibilität die sich aus einer Palette abgründigen Schmerzes erschöpft. Die Viel- und nicht die Einfalt, ist.s. Die ausmacht. SIE. Meinen Sie nicht?


    Auf beschwingte Zeiten!

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