Foto 5

Foto 5

Es ist ja im Grunde eigentlich kein Ratespiel, auch wenn es vielleicht so aussehen mag erstmal. Die Abb. zeigt einen kaum 20 cm langen Ausbruch, einen „Mauerschaden“ bzw. besser, einen „Deckenschaden“ in einer ca. 400 Jahre alten Verputzung eines Fachwerkhauses, ungefähr 1cm stark, über historischer Lehmschlagisolierung der Deckenfelder mit mannigfachen Anstrich- und Fassungsresten, allerdings ohne aufwändige Malereien etc., damit also nichts Herausragendes, jedoch als profan historischer Rest gleichwohl durchaus schützenswert. Rechts zu sehen die schon angebrachte neue Wandverkleidung mit brandfesten Gipskartongewebeplatten, die von den Putzern noch neu verputzt werden müssen. Bevor nun auch die Decke neu kaschiert bzw. abgehängt wird, wurden diese alten Reste an den Rändern gegen das Herabfallen gesichert. Im Fall des abgebildeten Schadens dauerte dies mit Hinterspritzen/-füllen und Anpressen an den Lehmträger und der Randsicherung ca. eineinhalb liebevolle Stunden. Das ist/war also eine Erhaltungsperformance. / Das Foto gefiel mir besonders nach dem Umwandeln nach SW, da es die Qualität besitzt – so dachte ich – vollkommen unverständlich und banal zu sein, keine lästigen Fragen hervorzurufen und keinerlei Aussage zu beinhalten, zudem wird es nach rechts hin unscharf und ist somit auch fotografisch im Grunde eine größere Fehlbesetzung. Aber genau das hat mir eben gefallen, die kleine Suche nach der großen Abwesenheit von Sinn. Ein Bedeutungsstillstand, der nach Null zumindest strebt und damit in der Tat so gut wie alles beinhalten könnte, was ist, wenigstens den großen stillen Fluß im besten Fall. /sic ; )

2 Gedanken zu „Foto 5“

  1. Wieviel Zuwendung darin liegt …. In der „Performance“ wie im Bild wie im Text. Vielleicht liegt es an den „eineinhalb liebevollen Stunden“, dass ich es so lese.

    1. danke, genau so ist es – liebevoll. wenn eine kleine schadhafte stelle riesengroß wird und sämtliches rettungskönnen fordert und alle über jahre erworbenen konzentrationen bündelt. und man die zeit darüber fast vergisst, obgleich dieser bereich wieder verdeckt werden wird, also unsichtbar sein wird und wohl frühestens in 70 – 100 jahren wieder geöffnet werden wird, wenn überhaupt, und wer weiss schon, was dann da ist und sein wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.