hornissengrind /kokett

es muss um dieselbe jahreszeit gewesen sein, vor ungefähr sieben jahren, die alte dame lag im krankenhaus ganz plötzlich und ich war überstürzt von B an den waldrand gefahren, wegen der lebensgefahren. die nächte waren schon kalt, die tage nicht mehr warm, das haus so seltsam leer mit mir allein und es sprach zu mir aus allen nischen. über meine jugendjahre hier, mein glück, den toten vater, den geliebten hund, den nachbarsjungen und über alles kommende und auch alles sterben. Ich illuminierte nächtens hell und ließ lauthals diese musik laufen, die neu und so eigenartig fern und flehend klang, über stunden und tage und so passend hinein in diese ganzen fremden szenerien. Am küchenfenster schlugen sich die hornissen, durch das licht angelockt, ihre köpfe ein, mitten in der nacht und wieder und wieder. ganz nah mit meinem ich am fenster schaute ich ihnen dabei zu, in ihre komischen augen (und zähne), die man ja nicht lesen kann. ich schlief im obergeschoss, getrennt von ihrem stattlichen nest im dach nur durch eine dünne querlage holz in nut und feder und konnte sie dort in der nacht fächeln und malmen und pinkeln hören. Einige male schlug ich aus blödsinniger provokation an die zimmerdecke und gleich wurde das nächtliche brummen bedrohlicher, lauter. Anschwellend, als wäre Schicksal gerufen. Ich wollte das damals so. Sie hingegen wussten, es würde bald mit ihnen vorbei sein. mir war oft sehr unheimlich in diesen tagen. ich ahnte, aber wusste nicht, was.

Überhaupt ist mir diese vergänglichkeitskoketterie unheimlich, ich mag das eigentlich nicht. es gibt wohl umwege, aber keiner führt einen vorbei und schon gar nicht an der hand.

Als ich neulich über öffentliche hinrichtungen las, da war ich mir sicher, dass viele einem solchen ereignis beiwohnende im anschluss an diese veranstaltungen eine sehr sexuelle liebe praktizieren. Ich musste an die hornissen denken. Ich habe immer an hornissen gedacht, mein ganzes leben lang, seit ich mit dem tierarztjugendkumpel mit faulen äpfeln aus sicherer entfernung ein ausflugloch in einem birnbaum bombardierte auf der nachbarwiese, auf der heute komische häuser stehen mit mittlerweise greisen bewohnern, reingeschmeckt dazu, wie ich ja auch, jedoch in nicht unstattlicher rente und scheinbarem intellekt.

Man macht es sich eben passend. Sogar 22-jährige können heutzutage ein burn-out-syndrom vorweisen während anstrengender studienzeiten (Hildesheim) und sich daher vorrübergehend in behandlung begeben im spezialallgäu über ein sensibles pausensemester, wie ich jüngst erfuhr. Ach Hätte ich damals nur gewusst, in Zwiefalten, über diese psychologischen möglichkeiten, auf dem gerüst im münster beim retouchieren oder auf der ducati-860 als sozius zwischen obermarchtal und untermarchtal mit zweihundert sachen auf dem weg zum grillen an der donau ohne mädchen. sowas geht.

Wenn man aber eines lernt, dann ist es ja das, nicht mehr zu urteilen. Früher dachte ich meistens, diese innere entwicklung würde eigentlich genau andersherum verlaufen. Daher:

ot2000_kiosk

Dieses bild wurde um 2004/2005 heraus aus der sammlung einer vornehmen kanzlei in der berliner mitte in der charlottenstrasse 35/36 entwendet. Es hat die maße 25x50cm, die technik ist öl/lack auf holz und es ist aus der serie „congo“ aus dem jahr 2000. Auch wenn das motiv meinerseits ebenfalls ein bisschen ‚entwendet’ ist und ich mich geradezu geehrt fühlen könnte, wenn eines meiner werke offenbar solch einen nachhaltigen eindruck hinterlässt, dass es jemandem wert ist, es zu klauen, so handelt es sich dennoch schlicht um diebstahl. Sollten SIE also irgendwo auf der welt dieses bild an irgendeiner wand hängen sehen, so können sie von einem unrechtmäßigen besitz bzw. werkvorgang ausgehen. Für diesen fall würde ich mich um kurze nachricht sehr freuen, gerne auch kokett und anonym, auch wenn natürlich relativ aussichtslos.

Fehlbrand Otto Lindig

otto_lindig
Abb.: Keramik, 1930er Jahre; (…)


(…) Übersprungsbeitrag, Grundrauschen, besser Grundknistern, noch besser: partielle Grundtrauer, heute ist’s mal wieder… schlimm, aber morgen dann auch schon wieder gut, ja?!. So ist das, so geht das, wenn das Kind ganz woanders lebt, weit weg, das knabbert eben manchmal. pardon.

/DIESE VASE also hat mein einer großvater, über den ich erst neulich erfuhr, er habe sich vehement freiwillig am kapp-putsch beteiligen wollen jahre zuvor (!), aus dem thüringer atelier des bauhausnahen keramikers otto lindig herausgekauft, in seinen (des opas) jahren als stadtbaumeister von weimar, unterm hakenkreuz. diese seine mischung von weltanschaulichem und ästhetischem, ich werde sie nie so recht verstehen oder nachvollziehen können. das muss man aber ja vielleicht auch gar nicht. ich denke, er war hineingeboren ins zeitalter der großen visionen und er hat da alles mögliche durcheinandergemischt, ganz nach seinem gestalterischem gusto. er starb leider, als ich ein jahr alt war. er hat überlieferte 80 zigaretten am tag geraucht und er hat die wilhelm-gustloff-siedlung in weimar gebaut, später hieß sie dann rosa-luxemburg-siedlung, ich war einmal dort, als die DDR noch DDR war, man aber schon einfach so hineinfahren durfte, gebaut wie ein wilder also hat er, neben einigem anderen dort in weimar und anderswo, so zur olympiade in berlin 1936 anscheinend auch etliche pavillons, aber dann auch beispielsweise die „mustersiedlung braunschweig-mascherode“, die ich mir unbedingt bald auch einmal ansehen werden muss, da diese offenbar erhalten.

im haus am waldrand lagert eine menge an planmaterialien, skizzen und alten plattenfotographien, ich werde beizeiten und ggf. versuchen, diese unterlagen an ein möglicherweise ggf. interessiertes archiv zu übergeben, nahe läge ein/das stadtarchiv von weimar oder anderes dort, vielleicht aber auch irgendetwas in berlin.

er war in „südrussland“ nahe odessa geboren und daher östlicher dolmetscher in den letzten kriegsjahren des zweiten weltkrieges. in ehingen an der donau schließlich wurde er zur entnazifizierung im französischen gefängnis untergebracht, wo ihn laut erzählung alle tage zu fuß meine tante und seine frau besuchten, um bei den französischen menschen um seine entlassung zu fürbitten. schließlich lebten sie, die familie, vorrübergehend unweit im flecken rechtenstein an der donau, bevor er in stuttgart um ca. 1950 herum abermals ein architekturbüro gründete und weiterhin siedlungen und großzügige privatanwesen plante und baute. in rechtenstein/donau, nahe dem kloster obermarchtal, habe ich einmal in der donau einigermaßen verliebt gebadet. ich kann das und diese gegend nur sehr empfehlen! ebendort kam dann übrigens auch mein vater 1949 mit diesen handschuhen aus der russischen kriegsgefangenschaft nach hause und stritt sich (-überliefert) sogleich und trotz heftig abgemagerter statur (ruhr etc.) um die schönsten mädchen im dorfe mit den einheimischen ‚bauernjungen‘.

/der großvater ist auf dem friedhof in rottenacker/donau, nahe munderkingen, begraben. seinen bunten morgenmantel pflege ich und trage ihn gerne. dem kirschkern habe ich im letzten jahr jene originelle reliquarische immobilie gezeigt (es war ein schöner tag!), der großvater hatte den hof um 1957 herum günstig erworben. er war eben so ein blut-und-boden-mensch offenbar, vor allem der boden, weniger vielleicht das blut. BIO würde ihm bestimmt gefallen, aber stuttgart21 würde er sicher rigoros ablehnen, allein schon deswegen, weil er ein Bonatz-schüler war. das visionäre an diesem projekt hingegen, das würde ihn wahrscheinlich interessieren, diese tunnel, das monumentale und die neuen gesellschaftlichen welten da oben und unten.

es heisst, er habe, als er vom lager buchenwald nahe weimar erfuhr, seinen kumpel, den gauleiter (für den er ein haus mitsamt mobiliar geplant und realisiert hatte) zur rede gestellt und protestiert. dieser habe dann, als kumpel, von schlimmeren konsequenzen abgesehen, ihm jedoch bedeutet, dass er sein amt als stadtbaumeister sofort niederlegen müsse. daraufhin wurde er offenbar zum wiederaufbau der bereits zerbombten stadt sindelfingen abkommandiert. ich bin kritisch gewillt, diese historie zunächst zu glauben, werde aber noch verifizieren.

/So, Fertig der Übersprungsbeitrag, alles wieder gut.

/warmes Pfännchen

Ein letztes Mal Eiswürfel ins Bier. Montags: Rettichteller; dienstags: Lendchentoast; Mittwoch: Bratwürste/Kraut; Donnerstag: Bratwürste und Kartoffelsalat. Ein letztes Mal Eiswürfel ins Bier. Jetzt noch die ganzen Löcher zumachen, mit Weissfeinkalk (Walhalla), ein letztes Mal. Hey, Du warmes Pfännchen! Heißkalkmörtel, schnellschnell, sonst wirst hart im Becherchen. Mein Becherchen! Und ein letztes Mal zwei Eiswürfelchen im Bierchen.

E. entdeckte die noch nicht entdeckten und bisher fehlenden aufgemalten Weihekreuze im Hallenchor, bisher waren es nur 10, nun sind es Zwölf. Jetzt stimmt also wieder alles. Es war immer klar, dass es 12 sein müssten, aber die fehlenden Zwei waren verlorengeglaubt, verschwunden, weg. Ohne Spur! Nun sind sie aufgetaucht. Zwei fruchtfliegengroße Farbreste am richtigen Ort und damit ist auch dieses letzte Geheimnis keines mehr. Wir haben ja schon Sachen gefunden, wo gar keine waren. Dann aber waren sie doch da, nachdem wir sie gefunden haben. Wir schütteln uns die Hand und klopfen einander auf die Schulter. So haben wir es immer gemacht.

So, wie wir es immer gemacht haben. Ein letztes Mal Eiswürfel im Bierbecherchen, dann kommt der Herbst.

unzucht

der mesner erzählt leise, dass er am sonntag vor dem gottesdienst ein pärchen bei unzüchtigen handlungen erwischt habe hinter dem dicken roten vorhang beim nordportal, die hosen waren heruntergelassen und er habe die beiden gefragt, was das denn werden solle (und) aber kein großes aufhebens darum gemacht, denn (so erklärt er plausibel) erst dann hätten ja ALLE besucher ALLES mitbekommen! /bereits in einer quelle des 16. Jhs wird die zunahme der unzucht, vor allem „in den dunklen abgängen zu den grüften…“, sehr beklagt, ebenso die allzu ausgelassenen feiern im kirchenraum mitsamt tanz und völlerei.

habe die Roche’schen schossgebete ANgelesen zwanzig lange seiten lang. da kommt nichts herüber. ich glaube, das muss ich nicht zu ende lesen. das ist so bloggy-style geschrieben (wie bei einer lesung, wenn dann immer alle lachen über die trockenheit vom sinn), „ich habe dann… ich mache das immer so… wir machen das immer so, dass wir dann… ich bin dann immer… ich glaube, meistens…“, „wir haben ja…“ usw., eine fast schon unheimliche ich-sicht im schwänzle, wenig sympathisch, nuancen und META konnte ich nicht erkennen. ich hab‘ ja nichts gegen nüchterne beschreibungen aufregenden inhaltes, aber über 280 seiten? blätterte dann nach hinten („ich mache das dann ja immer so, dass ich nach hinten blättere…“), aber selbst die beschreibung eines gemeinehelichen besuch bei einer prostituierten (ich überflog…) gleicht dem kleingedruckten eines telefontarifdesigns. ich werde das buch zusammen mit einer gewitterkerze im wald vergraben.

viel aufregender war die erstmalige entdeckung der reste zweier ehemals in Öl aufgemalter apostel von ca. 1350 (?), die um 1514 im zuge der neugestaltung des kircheninnern gründlich abgeschrubbt worden waren. nur die gerade noch sichtbaren kleinen reste der in den stein eingehauenen strahlen der nimben gaben den entscheidenden hinweis. erst danach fanden sich dann noch weitere erhaltene (und den fund bestätigende) minimale malereireste. es ist ja oft so: wenn man weiss, wonach man sucht, dann findet man es auch.

mal wieder mit bleiweiss gearbeitet. man bekommt das nicht mehr im handel, ausser, man hat eine sondergenehmigung, vom denkmalamt unterschrieben. immer GUT hände waschen! auf der rückfahrt fährt hinter mir ein leichenwagen (VOLVO) aus freudenstadt auf der linken spur bei böblingen und jagt mich.

der dumme zu sein äquatortaufe

aequatortaufe
(Äquatortaufe)

„liebe Helene!
Ich sitze gerade an einer Screibmaschine, die Papa und ich auf dem Sperrmüll gefunde h hjjjjjjr uendhzuiog

Papa schneidet sich gerade die Haare und redet über i eine Stechmücke, die ihn ärgert. Summmsummm summm
Ich screibe die nächsten sätze auf Omas Schreibmaascine!!! Ich bin scon gespannt:, wie die aussieht.

Oma sitzt im
hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhuuuuuuuuuuuuu

Oma sitzt in dem Esszimmerchen und telefoniert mit schwesterchen; hallo;!

Jetzt hat sie mich von meinem Platz verscheucht um von dort ein Buch zu holen. Es macht mir einen riesengroßen Spaß mit dieser Sreibmaschine zu screiben. Die zersciedenen Farbem machen es noch viel lustiger! Oma schaut mir zu und isst BANANE! Papa fotografiert die Bilder aus dem Buch das sie (Oma) von dem Platz auf dem ich sitze geholt hat. Oma hat gerade gleichzeitig von ihrer Banane abgebissen und einen Scluck Wasser getrunken. Jetzt ist nichts mehr von der Banane übrig. Schade.

Oma isst jetzt nicht mehr ihre ßanane sondern redet über Wespen in ihrem Badezimmer. Papa labert komische Sachen. Ich screibe jetzt ab und zu dass auf, was Oma alles sagt.

Wenn die denn aber das hängt und die kommen also die kommen und ich tu na Helgas das wäre nett ich weiß nicht wie man so ein komisches Oma sagt gerade Quatschbriefe musst die Bilder in Laden bearbeite die keine Ahnung wer das bin jetzt schun der foooooooooooooo kannst weiter ich wollt nur hm und die so ganz ent der dumme zu sein .“


Für meinen Onkel – RIP, den Sohn von dem mit dem Hut auf dem Kopf und dem Bruder von Oma. /niedergeschrieben auf 2x Olivetti durch Kirschkern.

zitat

statt zeichnen:

ANstatt ZU zeichnen; gestern abend erzählte der weinhändler von seinem berlinbesuch und einem tatort in charlottenburg, in den er und freimut hineinstolperten auf dem heimweg von derichglaub paris-bar, in der uhlandstrasse zwei krankenwagen und merkwürdig viel polizei, die tür vom sanka stand offen und die wiederbelebungsmaschine einfach so auf dem bürgersteig, wir sind da also reingelaufen, es regnete, die strasse war nass und dann sagt ein polizist „he, weg da bitte, gehen sie weiter, sie stehen gerade in einem tatort!“ und dann sahen sie, dass alles irgendwie rot war auf der strasse, den stecher hatten sie schon geschnappt, alles kaum 10 minuten her muss das gewesen sein, der hat auch geblutet, mit handschellen und so und jetzt kommts, die freundin vom täter wollte sich gerade wegmachen, da hat dann einer tatsächlich, wie im film, die waffe gehoben und ihr laut zugerufen „wenn sie sich weiter entfernen, dann mache ich von der schusswaffe gebrauch!“, dann ist sie gottseidank stehengeblieben und auch bei ihr „klick“, die handschellen. im polizeiauto hatten sie plastik über die rücksitze gelegt, wegen blut und sauerei und überhaupt, wenn du dir die zivilen klitschen anschaust, das sind alles alte japaner mit beulen in braunmetallic und auch die zivilen polizisten, du würd’st niemals drauf kommen, dass das polizisten sind, also ich: ned! ich hab‘ dann g’schaut, dass ich den freimut heil nach hause bring‘, der hat gezittert wie blöd am ganzen leib! am nächsten morgen dann im hotelfernsehen „ein toter bei messerstecherei in charlottenburg“.

nach dieser geschichte bin ich dann nachhause in die gasse gelaufen, packte meine dinge, damit ich es nicht frühmorgens tun muss, trank noch ein glas wein und telefonierte. alte geschichten, mein tageshoroskop hatte mir für gestern ja auch erhöhte aggressionsbereitschaft vorhergesagt, ich war also froh, diese metaphysisch und sitzend abzuhandeln. demzufolge ich schwer schlief, der wecker klingelte um 6.30 uhr, alles zackzack und dann auf der baustelle später berichtete der mesner, dass gestern jemand in die kirche gekackt habe, alle paar jahre kommt das vor, nicht aus not, sondern aus irgendwelchen anderen gründen; ich denke, so eine kirche ist und bleibt ja ein sozialer raum, da kann sowas schon mal vorkommen, und ob ich etwas beobachtet habe, ich sage nein, hab‘ ich nicht, auch nicht gerochen. nach dieser nachricht bin ich erst mal rausgegangen (ich musste erst einmal hinausgehen), um eine zu rauchen gegen den geruch und v.a. die vorstellung.

anders als gestern übte heute kein exaltierter organist mit überkommenen künstlerbild, wonach mit einfachen BAUARBEITERN nicht zu reden sei. gestern war das anders gewesen. ich hatte mir mittags in der gegenüberliegenden apotheke oropax (die technoversion) besorgt, denn die kommunikation fand irgendwann nur noch über die lautstärke (statt). der organist übte in „tutti“ und ich hielt mit den aggregaten dagegen. ich hatte keine lust mehr, zu verhandeln, insbesondere dann, wenn die hängeorgel (sich in höhe meiner arbeitsstätte befindet). so verging der nachmittag und es gab keine sieger.

statt zeichnen.

heute war also alles bifi mit dem hirni. ich verließ gegen 16 uhr die stadt bei 35 grad und bob dylan (I Want You), stand im stau hinter polen und vor schweizern und im radio sagten sie, dass in koblenz eine frau im biergarten von einem baum erschlagen worden sei wegen des wetterumschwunges mit sturm und kälte und gewitter und regen und hagel. von heilbronn bis ludwigsburg wehte ein seltsam heftiger wind grüne blätter von den bäumen auf die strasse, ich musste gegenlenken teils heftig und das werde ich mal in der werkstatt ansprechen, eine stimmung wie „es liegt da noch was in der luft…!“ – heute – und ich beeilte mich schleunigst. es ist ja immer noch ferienzeit, die unsäglichen audis mit den sehschlitzen fahren aber trotzdem. einen katalog von E.L. Kirchner habe ich mir beim antiquar besorgt, zum zerschnibbeln. ich will da mit buntstift hineinmalen und lavieren, nach mannheim muss ich noch wegen den räumen für dezember, der lieblingsfotograph meldet sich aus seiner nordischen auszeit zurück, er sei „gerade in berlin, kaffee?“, leider nicht, aber ich dachte nach über die lange geplanten speziellen inszenierungen, etwa „der sterbende gallier“ oder „der dornauszieher“ oder „klaus mit verdichter“, mal sehen, was daraus wird.

gesund angekommen. (keine selbstverständlichkeit heutzutag‘).

also photografieren und die sachen ganz groß, als hintergrund. die kleinen zum rahmen geben auch noch. die kirschkern ist bei tanten und fährt dann von hamburg mit dem ICE nach südbaden. alleine und durch. ja, wieso nicht? und bei allem setzt sich über mich ein ganz lieblicher heller staub, den man wegpusten kann, wenn man wollte. je mehr ich das könnte, desto weniger mag ich. das hätte ich nie gedacht, weder geglaubt, noch vermutet. es darf einem ja auch mal gut gehen, so ganz ohne „eigentlich“. so wie früher halt. ich habe den wagen ganz nah unter den büschen unten an der strasse geparkt, wegen des hagelschlages (zu befürchtend). er gehört mir ja noch nicht.

der lieblingsonkel ist mittlerweile gestorben und liegt jetzt in ohlsdorf. gute nacht.

/so, Blogeintrag fertig! (Zitat)