„ich hab’s jetzt!“ grinst kirschkern beim zähneputzen. „mich stechen die mücken, weil ich hab‘ süßes blut, und dich beißen die zecken, weil du hast saures blut!“. in der tat habe ich mir heute morgen die erste zecke meines lebens nahe der kniekehle herausgepult. dachte, da wäre ein nächtlich aufgekratzter weiblicher mückenstich mit schorf in der mitte, aber nein, die mitte lebte bei näherem hinsehen und war um sechs uhr fünfzehn bereits heftig bei der arbeit. um sechs uhr dreißig war sie in den zeckenjagdgründen, abgefackelt mit einem gasbrenner, um sicher zu gehen. seither warte ich auf rote ringe an der haut des unterschenkels, die sich langsam in die körpermitte verschieben und einen dann circa drei jahre lang lahmlegen. immerhin befinde ich mich hier in einer seit gedenken dunkelrot markierten zone der höchsten todes-alarmstufe. oder es kommt noch schlimmer und die andere möglichkeit schiebt sich mir fiebernd durch’s rückenmark hin zum großkleinhirn, um ebendort achzig prozent aller möglichen gedanklichen bzw. vegetativen vorgänge für das weitere leben zu stoppen. diese zwei möglichkeiten gibt es nun, obwohl ich alles andere als hypochondrisch veranlagt bin und mich immerhin noch an eine impfung vor zwei jahren erinnere, auf deren zweiten teil mein leib jedoch allergisch reagierte: „herr schneck, eine grundimmunisierung dürften sie dann schon so ein wenig haben“ hieß es seinerzeit. landleben ist eben einfach scheiße: im winter glatteis, im sommer viecher. und füchse und rehe und wildsäue, den ganzen warmblütigen kram eben, den kann man ja jetzt auch kulturfolgend in der stadt genießen.