Orangenrauch

Beim Rennen durch den tiefen Wald achte ich derzeit wegen erhöhter Rutschgefahren darauf, mir nicht irgendetwas zu brechen. Würde ich mir etwas brechen, könnte ich nicht geldarbeiten. Es würde einen Euroausfall bedeuten, denn ich kann ja nicht krankgeschrieben werden bei gleichzeitiger Gehaltsfortzahlung. Ich könnte auch nicht meinen Angestellten zur Arbeit schicken, anstatt meiner, denn mein Angestellter bin ja ich. Und daher würde also auch mein Angestellter ausfallen. Ein Sturz mit Versehrung von Gliedmaßen wäre demzufolge eine kleine finanzielle Katastrophe. Und bevor ich das Kleingedruckte meiner Unfallversicherung lese, laufe ich lieber vorsichtig, wenn es zu steil den Berg hinunter geht bei Glatteis oder Gefriermulch.

Mir fällt das alles gerade ein, weil ich jemanden kenne, der derzeit und schon zwei Wochen lang krankgeschrieben ist.

Oft überlege ich, ob ich mich nicht doch irgendwo anstellen lassen sollte. Das letzte mal krankgeschrieben war ich 1985 während der Lehrjahre. Für drei Tage. Ich hatte mir bei einem im Grunde unwesentlichen Baustellenabsturz in einer hübschen gotischen Privatkapelle ein Skalpell in den Mundraum gerammt. Eine von mir immer wieder gern erzählte Episode, wenn man mal gemütlich irgendwo zusammenhockt. Viele meiner Freunde kennen die Geschichte schon, aber sie hören nach wie vor geduldig und liebevoll zu. Danke an dieser Stelle.

Schreibt man nun bei „im Grunde“ das „Grunde“ groß oder klein? /Das „selbstständig“ mit zwei mal „st“ – das fand ich immer schon lustig, nebenbei. Aber mir würde das Angestelltendasein wahrscheinlich nicht mehr wirklich bekommen. Oft denke ich, ich ziehe das Selbstständige jetzt eben durch bis zum Schluß. Gnadenlos. Wahrscheinlich wäre ich auch gar nicht mehr angestelltenkompatibel.

Die Kirschkern hat einen tollen Aufsatz zum Thema „Freundschaft“ geschrieben. Am liebsten würde ich diesen hier einstellen, als Dokument, datiert und kursiv mit Anführungszeichen, aber hier ist ja nicht anonym. Mit einer ausserordentlich bewundernswerten Sprache, „für ihr Alter“, wie man sagen würde. Sie hat sich für ihren Auslandsaufenthalt das richtige Datum ausgesucht. Zwei Tage nach ihrer Ankunft gab es dieses Massaker, kaum zweihundert Kilometer entfernt. In der Schule Schweigeminuten und sicherlich vieles mehr. Davon kann sie einst ihren Enkeln dann noch erzählen. Alles Gute, da in France, Kirschkern.

Fruchtfliege will mich küssen, weil aus meinem Mund Orangenrauch kommt.

2 Gedanken zu „Orangenrauch“

  1. im grunde wüsst ich ja, wie man im grunde schreibt, aber so sehen sie´s nicht;-)

    und im grunde ist es schwer, sich wieder anstellen zu lassen, wenn man schon so lang selbständig (das schreibt man wiederum sicher so – bei uns halt …) …, aber das wissen sie im grunde ja eh ..

    ps: vielleicht erlaubt die tochter ja das veröffentlichen? wenn man sie ganz lieb fragt?

  2. IM GRUNDE WEISS ICH DAS JA SELBER EIGENTLICH. ODER KÖNNTE SELBSTSTÄNDIG RECHERCHIEREN. DANKE AUF JEDEN FALL FÜR DEN HINWEIS! /(ich glaub nicht, dass sie das erlauben wollte. ich glaub eher, die hat jetzt ein eigenes weblog. irgendwo in den tiefen des netzes. und dann grinst sie sich einen…)

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