wie lieblich

Morgentlich sonntags zu Fuss durchs Dorf, hie und da eine Dusche zu hören, etwas Radio mit Blechbläsern, dort wird schon Klavier geübt, anderswo klappert freundlich Geschirr, aus der Ferne dem Tal Kirchglocken, da hinten gähnt jemand laut und zufrieden durchs geöffnete Fenster, weiter oben am Berg niesst ein Kind, die Rotoren der Frühmaschine aus Zürich summen der Landung entgegen und über allem scheint die Sonne und die Vöglein zwitschern, die Elstern gackern, die Hummeln schon emsig und die Füchse machen sich davon.

Vatertagsunglauben, Berge von

mensch

und rutschbutsch rutscht man wieder ins sepia. MAN.

schade, dass nicht ich dieses wort erfunden habe: grundrauschen. sieh da, da kommt es wieder einmal hervorgekrochen, dieses SEPIA, ein brummen, das aus den ritzen kriecht, den ritzen des gehübschten bodens, den man doch repariert hatte, auf dem man sich geraum bewegt hat, den man SANIERT glaubte. Der nebel des grauens, the FOG, unter den türen reinwärtsdampfend. Weil sich das erdreich bewegt, diese komische magma aus der vergangenheit. man sollte lieber gras sein, beweglich, oder mit Stelzen stelzen. Diese ohnmacht, diese UNENDLICHE ohnmacht. Keinerlei handhabe, keine teilnahme mehr, ich kann mir die namen der lehrer nicht merken, wie auch, auch nicht die namen der klassenkameraden, kameradinnen, auch nicht die kurz erwähnten pläne, denn es werden immer mehr, das ist ja auch gut so, es wird immer komplexer. ich kann NICHT mehr teilnehmen, obwohl ich das will und eigentlich wollte, so wie ich es bis vor drei jahren tat; nicht mehr teilnehmen, bis sie sich ohnehin ins selbst verabschiedet, nicht einmal diesen konstruktiven abschied kann ich miterleben, mit 9 war sie 18 für mich, musste sie das für mich sein. Loslassen lernen, ja „das must du doch sowieso“ und „Du must auch an dich denken!“, danke, ja. Lieb gemeint.

bin also vorraus (Avantgarde, wie schön). Und wenn ich mich hinbewege zu ihren orten, eine „abholung“ und eine „übergabe“ dann um zwanzig uhr, ich fühle mich und bin degradiert zu etwas, was ich weder war, noch sein wollte und nun bin ich es. Ich hatte mir das einmal ganz anders vorgestellt, das vatersein. Jetzt aber ein wochenend-ehemalserzeuger. Ein ferienvater mit eisessen, käsekuchen und tolldreisten unternehmungen, wenn schon, ab und an, Inclusive danach nach hause fahren. Mit wohlwollenden ratschlägen der mutter, wie denn der tag am besten zu verbringen sei ihrer einschätzung nach. Sie meint es sicherlich gut. Ein fremder im flur einer fremden wohnung mit dortigen „frau und mann“ – und MEINEM kind. Ein hinfahrender, zwei lange stunden entlang an hügeln, die eigentlich schön sind, ich aber mag sie nicht mehr. Ein übernachtender im hotel kaum dreihundert meter entfernt vom patchworkhorst. Ein nichtteilnehmer, keinhandhabender also, weder weise noch fordernd. Stattdessen ein wohlwollend empfangener, wenn es denn passt in fremde kräme, die sich ihr leben neu einrichteten mit selten erlebter FORZA. (Ich staune manchmal immer noch.) Ein strickfamiliengezwungener, letztendlich ohne mitsprache, wohl aber mit freundlichem lächeln geduldet. Dazu noch diese wiederkehrende unweisheit, versagt zu haben, denn hätte ich DOCH vielleicht weiterkämpfen sollen vor nunmehr schon drei jahren? Ich kann das nicht. das heisst, ich kann das schon, aber nicht mit kinderschöpfen in der hand. nein, ich kann sowas nicht, bin dafür weder gemacht noch gedacht, das wussten wohl auch die anderen. Stattdessen gelegentlich aufkeimender wunsch, das ALLES hinter mir zu lassen, auf dass nicht die wunde immer wieder aufgekratzt werde. Aber das werde ich nicht tun, wir (zumindest ich und ich) werden das alles schön ordentlich hinter uns bringen, uns in geduld üben und in weiterhin kontrollierter verdrängung. Und wenn MAN dann das kind mal sieben wochen lang nicht sieht, dann gehört das eben dazu. Soviel zum Vatertag.

Apropos Wunde: Am V.-Tag (-Day) besuchte ich die Eröffnung der Ausstellung „MOUNTAINS OF DISBELIEF – Zeige Deine Wunde“ des Frankfurter Künstlers Thomas Hartmann, die noch bis zum 28. Juni in der Weißfrauen Diakoniekirche in der Gutleutstraße/Ecke Weserstraße in Frankfurt a.M. zu sehen ist und die ich sehr empfehlen kann. Die Eröffnungsrede hielt Dr. Jutta Piveckova, die auch das weblog Gleisbauarbeiten betreibt und hier über Eröffnung und Ausstellung berichtet. Schön war das!

Beeindruckend im Anschluss auch mein Rundgang durch eine leergefegte Stadt. Zu sehen waren ausgeräumte Schaufenster, heruntergelassene Fensterläden und vor allem eine umwerfende Vielzahl schwarz gekleideter Polizisten in Haufenbildung. Die Macht des Kapitals war also sehr nachhaltig vorgeführt. Beeindruckend auch die Vielzahl von Obdachlosen inmitten der Stadt. Ich scherzte ab und an mit den Wachmännern und wünschte ihnen ironiefrei alles Gute, was diese mir dann auch wünschten. Ich möchte diesen Job wirklich nicht machen, ziehe regelmäßig meinen Hut davor. Schon gar nicht für 1300 netto. Sah mir noch einige Plätze an, wanderte in die Fahrgasse, wo ich einst einmal ausstellte und sensationell verkaufte, noch bevor überhaupt eröffnet war (ich hatte mir extra ein neues schickes Hemd gekauft damals, für das Opening). Dann hinüber nach Sachsenhausen, schlendern, wo ich auch mal Sachen erlebt hatte, ebenso wie im Westend, wo ich auch mal was erlebt hatte (jüdisch-christlich). Zuletzt in den Vorort zur Lieblings-Cousine ins neue Heim und mit dieser noch bis weit in die Nacht scherzend Geschichten und Lebenszeiten rauchenderweise ausgetauscht, dazu billigen – so warnt sie mich gleich – californischen Wein. Ich mag meine Cousine, ich nenne sie oft „Bäsle“, sie ist ein ganz besonderer Mensch und hat einen ebensolchen Beruf.

Das Falkenpaar ist aus dem Baum verschwunden, lässt sich aber ab und an sehen, also sind sie wohl nur umgezogen. Und so langsam könnte es mal endlich warm werden, MENSCH!

(Gleichwohl mit Pfiff!)

hitlers_freundin_hat_aids

(im Original 25×50 Lack auf Aluminium) © /“so, wie Du bist.“ /gut schlafen und an die rente denken. an geld, überhaupt. /(und ans urheberrecht, ggf.) „Wovon haben Sie letztes Jahr gelebt?“ Von Geld und Gemüse natürlich, ja was glauben denn Sie? /ein bild ist schließlich ein bild. ein bild bleibt ein bild, nichts mehr, nichts weniger. ein bild kann nicht hässlich sein, weil es ist ein bild. ein bild kann schlecht sein, nicht aber hässlich. ein bild meint oft das gegenteil von dem, was es ist. eines jedoch bleibt ein bild immer: das bild eines bildes. oder besser: das theoretische abbild eines möglichen gebildes. das darf man nie vergessen.

Die große Andechser Lüge

Zu Andechs einst,
da ich wusch Dein‘ Stuck
als ich gipste den Verzierling
nächst des aller
Heiligsten.

Die Sakristey ward unser Heim
im ersten Stockw.
Das Herze schon krank
die Arbeit tags,
des Trankes Nacht
zu guter letzt
das Werk – vollbracht!

Blieb aus die Rüge
das Glas zersprang:
der großen
Andechser Lüge.

#

(Nachklang)

Nun driften See und Sein
ins tägliche Schifflein hinein.

Der Nachen wird sinken
Überlebendes winken
wie stets –

Die Zuversicht ewiglich mein.


(für T.A.H. Grünwald)

Funkloch

hinterhauensteinhof

„Schnitze nicht in Hütte, Tisch und Bänke
Herz, Pfeil und Namen ein.
Die Dinge glatt zu finden
wird jedem lieber sein.
Auch ist es völlig schnuppe,
ob hier zu lesen ist,
dass Du mit Deiner Puppe
mal hier gewesen bist!“

Summe Steigung: 1.130m, Summe Gefälle: 397m, höchster Punkt 989m (falsch: 1000irgendwas!); Summe Strecke: 20,1 km bzw. km16 (Tag 1 von 15.00 Uhr bis 20.37 Uhr); stimmt sowieso alles nicht, da Übernachtung Bauernhof. Summe Kilometer lt. Kirschkern: 24, dabei nicht berücksichtigt Ablauf über Sch. nach Trbg.-Hbf und wieder rauf (Pizza, Tag 2) und wieder runter (Quersumme, Faktor im Sinn). Stunden Laufen ges.: ca. 7,5 – 8,00 h, Quelle (neben vielen anderen: diese).

Die Gegend an sich im Allgemeinen begann vor etwa 55,8 Millionen Jahren und endete vor etwa 33,9 Millionen Jahren. Seither, so die Auskunft des Kirschkernes, hebt sie sich östlich und westlich gleichermaßen um 2cm pro Jahr und wird dann aufgrund von irgendeiner Magma irgendwann platzen. Was dann mit dem Rhein passieren wird, das weiss der Geier.

Die Prechtaler Schanzenlinie im Speziellen aus der Zeit irgendeines spanischen Erbfolgekrieges sowie der Felsen Karlstein (964m) als ehem. Vierländereck (Baden, Fürstenberg, Österreich, Württemberg) sind zwar interessant, verblassen in ihren subjektiv gestapelten Wahrnehmungswichtigkeiten jedoch angesichts spürbarer Ober-, Unter- und hinterer Schenkel, gleichwohl ungemein positiver Körpererfahrungen diesbezüglich mitsamt wäldlicher Lehrtafeln über altersgruppengeordnete Pulsfrequenzen (1. Hey, Spaß!, 2. Guck mal, mittleres Vergnügen!, 3. wahnsinnWOW: Leistungssport/Abt. Alter Sack!). Ein Schelm, wer diese aufstellte (Farrenkopf, 789m).

Zecke nach km 2,7 (Kirschkern), Co2-Bilanz in Ordnung (welcher Wald mag schon sterben?), Regen: keiner, Gewitter: keines.

Heimreise 1: Mama/Skoda südlich, Rückfahrt Rest (andere Richtung): Villingen, Rottweil a.N., Horb a.N. und dann wie üblich (Hohenzollerische Landesbahn, DB). /Dort, so würde man es heute nennen, ein Konfliktgespräch zwischen Lokomotivführer und 1.Mai-Leiterwägele-betrunkenen Frühzwanzigern, welches die Fahrkahrtenknipserin bravourös deeskalierend entschärft, zuletzt deren beinahe Verbrüderung, junge Leute (noch ohne Messer), alle haben einen schönen Tag erlebt und der Lokführer sollte mal ein Seminar besuchen.

Der Geruch von Kuhstall hängt nun selbst einmolekülig im Häs. Ammoniak macht nix. Stattdessen ein Hoch auf die Organisation! Und deren Liebe für den Westweg.

Zuletzt ein Maikäfer gerade eben, der an mein Fenster klopft, da hier noch Licht wahrscheinlich, auf Partnersuche. Die Zeit läuft.