„die sachen steigen auf, die sachen steigen runter, kälte steigt runter, die nebel steigen rauf. die wirklich schöne madonna (mit kopftuch) ist von 1260, ihr kind spielt mit seinen füßchen, beide lächeln. war schon immer so. der unbekannte meister fragte sich sicherlich damals, wie wohl aus seiner sicht in 700 jahren ein fiat 500 aussehen würde oder ein einsteigerhorch. oder frauen ohne kopftücher. in der kirche 5 grad, bewegungslos. kannste anziehen, waste willst, pflege & wartung, die üblichen hubsteiger, irgendwie kinderspielzeuge. /und danke, müllbeseitigung tübingens, dass du die von mir liebevoll für die alte dame umgebaute alte holzbank, die unten an der mauer in der nähe der strasse stand, damit sie sich draufsetzen konnte, wenn sie den weiten weg geschafft hatte, um mit nachbarn ein schwätzchen zu halten, mitgenommen und entsorgt hast. offenbar sah das ding aus wie müll und nichts anderes. obwohl groß „schneck“ draufstand, mit schablone in handarbeit appliziert. und moos drunter wuchs, was darauf hinwies, dass jene sitzgelegenheit dort schon länger stand und keinesfalls zur entsorgung vorgesehen war. /und danke auch zweitens stadtverwaltung tübingens, dass ihr mir das foto eines dunkelhaarigen brillenlosen kfz-fahrers als „beweis“ schickt für eine angebliche geschwindigkeitsübertretung meinerseits. ich habe ja sonst nichts zu tun, als briefe an träge und von masern und grippe krankgeschriebene verwaltungsapparate zu verfassen, die sich mit der widerlegung von irrtümlichen beweisführungen beschäftigen oder mich um neue sitzbänke für den strassenseitigen vorgarten zu bemühen. /es ist aber ja völlig belanglos oft alles. tagebuch/diary- morgen abend musik zu texten, „schneck und elektropop“, nachts dann noch abbauen eine ausstellung, tags drauf 680km und dann ein schönes boot untenrum streichen am wannsee. /das urteil zum kopftuch missfällt mir ziemlich. „das christentum darf nicht bevorzugt werden“ heisst es in der begründung wohl sinngemäß, schon alles ok/ok, aber ich wüsste auch gar nicht, wo es das noch tut, die kruzifixe sind längst abgebaut. und das alles vor allem mühlen auf pegida. ich wünschte mir oft mehr gesellschaftspsychologische weitsicht von entscheidungsträgern, auch in hinsicht darauf, was religiös verortet werden kann, und was eben nicht. schon mustafa kemal atatürk hatte kopftücher gewisserorts verboten, bestimmt nicht ohne grund. ich mochte das noch nie, wenn sich welche wegen meines philanthropen wertekanons ins fäustchen lachten. nichts gegen kopftücher im privaten, die können ja sogar auch ganz sexy sein. aber andersrum werd ich demnächst wieder mein aggressives religiöses recht auf nacktbaden in nordägypten oder tunesien einzuklagen versuchen, wie schon 2006, und dafür blauhelmunterstützung anfordern. schon damals hat das nicht geklappt. /und ich will da ja auch schon gar nicht mehr nacktbaden, weil mir dieses ganze wertetheater und diese derzeitig alteuropäische á-la-mode-herkunftsleugnung einfach viel zu blöde ist mittlerweile. /mitsamt einem aufkeimenden antisemitismus, der mich maßlos erschreckt und erzürnt. ich möchte nicht mehr in der mitte europas leben, es sei denn in hamburg, neukölln oder hagelloch oder meckenbeuren. es ist eben so, dass es so ist. ich suche noch nach meinem handeln. /wir sind alle so verwöhnt und gewöhnt, wenns ans überdauern geht, stimmts?“
3.3.15 Sälbchen
„stillleben, schifffahrtsgesellschaft mit asymetrischer kriegsführung. die rückkehr des ausgefuchsten am allerort. /heute morgen beschloss ein kalktüncheteilchen schon ungewöhnlich früh, mir von oben her ins rechte auge zu flattern, wo es vorrübergehend steckenblieb oder immer noch steckt. die erste begehung einer solchen begegnung hatte ich vor langer zeit bei der arbeit auf der obersten etage eines gerüstes, welches einem treppengiebel straßenseitig zu dessen bearbeitung vorgestellt war. es mag september gewesen sein, erste windböen pfiffen und die wespen besuchten uns aus dem nahen dach, ohnehin schon ein erlebnis der besonderen klasse, wenn kein platz mehr ist, um irgendwie zu flüchten ganz oben. und da kam es geflogen, das staubkorn oder der steinsplitter, der sich unter mein oberes lied verhakte und fortan an der netzhaut raspelte, jedesmal beim zwinkern. damals aber war die ärztliche versorgung auf dem lande noch in ordnung und man erlöste mich bald, die wespen waren genauso vergessen wie meine initiationsgabi. ich frage mich oft, wie das bei den steinzeitmenschen war. die müssen bei so etwas ja verrückt geworden sein. das war von mir erlebt worden in rothenburg ob der tauber. /das zweite mal wars in schöneberg, ein säkularer räudiger ostwindgroßstadtkrümel. stunden vergingen im wartebereich des benjamin franklin hospitals, bis ich endlich ins erlösende zimmer gerufen wurde. /und heute nun. der arzt meinte, da sei nichts mehr, das wäre die verletzung, die ich noch spüren würde und nicht ein verbliebener fremdkörper. ob das ein metallsplitter gewesen wäre? ich habe ihm mal geglaubt. und ihm stark vergrößert mit meinen armen den miniaturhaften umriss eines kalktünchenteilchens rudernd beschrieben (immerhin möglicherweise aus dem 15.Jh). und soll alle zwei stunden ein SÄLBCHEN schmieren. ich bin mir heute abend nicht sicher, ob er recht hatte. es ist blöd, aber es gibt ja schlimmeres. erst letzte woche beschrieb mir die B. beim dübelsetzen, wie ihr einmal bei einer freilegerei die skalpellklingenspitze abgebrochen war und durch die luft zingelte, direkt ins weisse eines ihrer augen. „Du, das hat komischerweise gar nicht weh getan…“. der rest verlief glücklich, ich erspare aber. und wieso fährt es einem beim zuhören solcher geschichten eigentlich immer ins knie, was haben ausgerechnet knie und oberschenkelinnenseiten damit zu tun, wenn sich körperlich ungemütlich arge erlebnisse und vorstellungsgabe treffen? /später war ich allein in diesem alten haus heute. im zweiten obergeschoß. die zimmermänner, die gerade den dachstuhl reparieren, waren schon gegangen. der kollege hatte noch gemeint, ob ich nicht abschließen wolle unten zur strasse hin. erstens überhaupt, und zweitens, da sich gegenüber doch diese spelunke befände, wo menschen ohne arbeit sich schon tagsüber betrinken und immer ein späßchen im sinn haben. zum beispiel in ein haus pinkeln oder dieses anzünden. ich meinte aber, das sei nicht nötig. in den folgenden stunden stellte ich mir vor, wie fünf gewaltbereite islamisten mit ihren schwertern die schmale stiege hinaufkämen, um mich zu köpfen und um zudem das alles in ruhe auf der nunmehr verlassenen baustelle zu filmen, um es danach ins netz zu stellen. ich hätte denen die metallleiter (metallleiter, stillleben, schifffahrtsgesellschaft) die treppe hinunter vor die füße geworfen, sie mit kalkmörtelbatzen und kalktüncheteilchen beworfen und wäre danach mit meinem gipserbeil zum siegreichen angriff übergegangen. einfach deshalb, weil mich solche niederen pläne nerven und überaus abstossen. das sälbchen für die verstaubten augen hätte ich ihnen danach überzeugt vorenthalten, völlig ohne ein schuldgefühl deswegen zu entwickeln. zwei ihrer schwerter hingegen hätte ich als erinnerung und für die kirschkern und die köchin mitgenommen. /das ist zwar nicht alles lustig, aber es ist auch nicht alles nichtlustig. und ich weiss immer noch nicht, um nun zehne abends, ob der arzt recht hatte – ist aber auch egal jetzt.“
selbst
jaja, Element Of Crime
edit: no Fotos.
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1. Die Vorgruppe hieß „Apples in Space“. Ein Duo, sie Norwegen, er Berlin. Fürchterlich jung und gar nicht schlecht. Sie Stimme und Tasten, er Stimme und Guitarre. Symphatisch, sehr.
2. Meine erste gebrauchte EOC-Platte besorgte ich mir ca. 1991, da sangen sie noch in Englisch „You Fucked Up Your Live“ oder so ähnlich.
3. Das Warten auf den Kirschkern beschallte mir im Berliner Zimmer (dem Atelier über dem Schlafzimmer der Eheleute Woithe) ihre Scheibe „Romantik“.
4. Das Warten auf die Scheidung beschallte mir im Auto ihre Scheibe „Mittelpunkt der Welt“, vor allem am Bierpinsel auf dem Rückweg vom die Kinder in die Schule bringen und auf dem Weg, die Kinder wieder von der Schule abzuholen.
5. Die Kinder mochten die Musik natürlich nicht.
6. Der Guitarrist Jakob Ilja streichelt seine Instrumente. Regelrecht. Es ist faszinierend da zuzusehen, vor allem, wenn man nur 4 Meter weit wegsteht. Ich würde sowas gerne auch können.
6.1. Und dann, natürlich, der Mann mit der Trompete.
7. Natürlich sind das alles jetzt alte Männer, aber warum denn nicht?
8. Wann war noch mal „Herr Lehmann“? Die Texte natürlich, darüber lässt sich nicht streiten, das ist einzigartig, auch wenn das jetzt schon eine Weile so geht.
9. Endlich habe ich sie jetzt mal in echt gesehen und es war wirklich wunderbar. Dazu alte Schule: 75min Konzert, drei Zugaben von einer gefühlten Länge von weiteren 50min. Freundlich und schön.
10. Grossen Dank an die Köchin, das war nämlich ihr Geburtstagsgeschenk gewesen!
11. Das war alles am Abend des 25.2.2015 im Theaterhaus Stuttgart. Und ich bin kein Konzertfotograph.
impf.
Die alte Dame hat mir heute verraten, dass ich niemals gegen Masern geimpft wurde. Wovon ich bislang eigentlich stets ausgegangen war. Sie war froh, so erinnert sie sich nach ein paar Minuten voller Grübel auf die Frage nach einer etwaigen Masernkrankseinsdatierung meinerseits, „dass das für Dich und Deinen Bruder A. schon ausgestanden war, bevor wir ins neue Haus gezogen sind und A. hier auf die dörfliche Grundschule ging. Das muss also dannunddann gewesen sein.“
Daher habe ich natürlich auch in meinem bereits antiquarisch anmutenden Impfpass nichts gefunden. Und Wikipedia verrät und bestätigt, dass demnach seinerzeit eine Impfung noch gar nicht möglich war, da es keinen Impfstoff gab bzw. dieser sich damals gerade erst in seiner Erprobung befand. Offenbar hatte ich die Masern also bereits im Alter von etwa zwei Jahren „natürlich“ (und vor allem unbeschadet) hinter mich gebracht, verfüge also seither über eine „lebenslange Immunität“. So heisst es. Und habe damit, das ist mir nicht unwichtig, auch meinen Beitrag zur Herdenimmunität geleistet.
Was bedeutet, dass ich keine bis zum 12 Lebensmonat ungeimpften Kleinkinder jemals anstecken werde, ebensowenig alle weiteren gegen Masern ungeimpften Mitmenschen, selbst wenn eine Masernepidemie grassieren sollte.
Die Herdenimmunität, die wird ja oft vergessen im hedonistischen Zeitalter.
Ich denke mal, man kann und soll im Dreck spielen und im Stroh und auf den Wiesen und im Wald und sich dabei alle Gefahren der Welt direkt ins Maul schmieren. Gut so. Man kann Rudolf Steiner verehren und fleischlos vegetieren. Und muss trotzdem deshalb nicht Impfgegner sein.
Zwangsläufig und zwanghaft.
Hatte Heuschnupfen vom Alter ab 9 bis zum Alter von 21. Allergisch allerdings bis heute auf Horch-Fahrer. Und vor allem aber auf Dogmatismen jenseits Vernunft und Güte.
Teilautistisch vielleicht wegen meiner Berufswahl, aber gewiss nicht wegen meiner Impfungen gegen Pocken. Oder derjenigen gegen Gelbfieber, Cholera, Hepatitis A+B, Polio, Tetanus, Tuberkolose, Typhus, Menningokokken und Zeckenzeugs.
Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück gehabt bisher. Aber Glück sollte man ja immer versuchen zu teilen, so gut es eben geht. Man kann sogar versuchen, dem teilenden Glück mit Bedacht ein wenig nachzuhelfen. Das verstehe ich unter Verantwortung, auch vor allem der elterlichen.
Tristéssen-/Frustéssen-/Hostéssen
comm. voluptious
„Abb. zeigt Blick in einen seit 200 Jahren (Dezember 2012) ungeöffneten Bereich des Zwischenraumes zwischen der alten, auf den Deckenbalken aufliegenden Deckenbretterung (oben), und der vor ebenjenen ca. 200 Jahren abgehängten, d.h. mit Holzleisten kaschierten und von unten sodann mit Verputz beworfenen Raumdecke (unten) des „jetzigen“ Raumes. Eine kleine vorsichtige und handgroße Öffnung wurde zu diesem Zweck von unten, also der heutigen Raumdecke her, in die Konstruktion der abgehängten Decke gefertigt, so wenig wie möglich an Substanz zerstörend, um dann „blind“ mit einer kleinen Digitalkamera von einer Leiter aus die ältere, also die oben sichtbare Decke zu erfassen. Die Camerahand in ein unbekanntes Loch hineinzubewegen, voller Spinnweben und dergleichen Unbekanntem. Den Blick und die Sehensweise des Fotos hatte also nur meine Kamera bzw. meine rechte Hand, keinesfalls mein Auge. Immerhin, und das ist schön, ergab die baugeschichtliche Untersuchung in diesem Bereich, dass die ältere spätgotische Deckenkonstuktion (oben) einst dekorativ recht aufwändig bemalt war bzw. noch ist. Ein wertvoller Hinweis also bezüglich der weiteren ggf. umbaulichen Vorgehensweise in einem nicht unprominenten hochmittelalterlichen Anwesen inmitten der Altstadt Nürnbergs.
./.
Das Auratische jenes Zwischenraumes bzw. jenes Moments der „Öffnung“ hingegen wiegt für mich oft ungleich fast größer als die faktischen und historischen Informationen. Daher auch ist mir dieses im Grunde unwesentliche Foto recht wertvoll. Neben vielen anderen ähnlichen Aufnahmen. Jenseits vom Grusel (den auch ich oft habe an den Orten von Geschichte, Spinnen, Graffitis, Grausamkeiten, Dachböden und ggf. Schimmel etc.). Zeitlosigkeit und Sinn/Unsinn, vor allem auch die Größe von Relevanz eigenen Seins oder Unseins sind da ein steter und wohlwollender Begleiter. / Ob sich das alles jedoch auch nur ansatzweise aus der reinen unkommentierten Bildinformation obiger Abb. (wenigstens) herausahnen lässt, das weiss ich nicht. Wenigstens wenigstens? Ahnungen sind ja oft am schönsten vielleicht, und Entzauberung und Erklärungen sind nur so lange en vogue, so lange sie nicht an den eigenen Häuten kratzen, allzusehr.“
ist mir doch wurscht. Ich bin jetzt erstmal im voluptious Schnee allerseits.
jodel und kneipp
das winterloch gestaltet sich voll. es gibt ein bisschen geldarbeit. in einer schönen kirche von 1858 hat sich der wandverputz nahezu vollflächig gelöst. ein hinterfüllen empfiehlt sich als unmöglich. nun wird er, der putz, mit 2500 dübeln im mauerwerk fixiert. damit kein sakralraumbesucher zu schaden künftig kommt. eine gasverbrennende höllenmaschine erheizt den großraum und erinnert mit ihrem andauernden getöse an den bevorstehenden weltenbrand. die kollegentruppe ist nett. wie früher: es gibt sogar eine kaffeemaschine und man macht ordentlich mittag. und redet bei der arbeit sogar hie und da. das gefällt mir, das bin ich so gar nicht mehr gewöhnt. auch nicht, am abend im hause zu sein.
die alte dame kämpft tapfer mit ihrer überalterung. es ist sichtbar schwer, bei allem die würde zu halten. sie ist sehr aufrecht innerlich, auch wenn im äußeren alles mehr und mehr schief liegt. ich bewundere sie dafür. wir werden das alles schon hinkriegen.
freudig bevorstehend die mutterseelenalleinige hütte mit derzeit eins-achtzig schnee. die kirschkern in ihrem westfrankreich ist ganz neidisch. /und danach wellness unter rentnern, mitunter kalte aufgüsse, massagen, balkon und vollpension. die morgengymnastik werde ich aber dogmatisch verweigern.
ein großer sohn der ortschaft ist viel zu früh verstorben, wieso eigentlich, sie sagen, an einer mischung aus kokain, schlaftabletten und alkohol. ich will die tafel am geburtshaus fotografieren, sofern es eine gibt. und königsberger marzipan dazu naschen in gedenken an meinen urgroßvater ludwig nitsch, den baulöwenkönig von Pillau, heute Baltisk.
Lambchop/Kurt Wagner

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1. Kommt ja nicht so oft vor, dass Kopf und Körper so eine schöne Einheit sind. Ganz bescheiden der Kopf, wenn’s um seine Troup geht. Sehr sympathisch.
2. Kommt nicht so oft vor, dass ein Konzert genau am richtigen Platz stattfindet.
3. Kommt nicht so oft vor, dass Klangteppiche völlig ungeahnter Synergien entstehen. Jazz, Psychedelic, Country, Ballade, Rhytmus, eine unglaublich virtuos leitende Stimme, Vortrag und Performance mitsamt Instrumentenversiertheit. Da muss man dann nicht auch noch alles am Text verstehen.
4. Die unmöglichste Baseball-Cab der Welt. Das ist ein Verweis, ein Meta. Das gefällt mir.
5. Die kommen aus Nashville/Tennessee und haben schon in Montreux gespielt. Die sind zu siebt. Oder mehr. Das heisst, das muss denen Spaß machen. Das merkt man.
6. Der Mann, also der Kopf (kann man nachlesen) war ursprünglich Bodenleger. Sag ich doch: Es lebe das Handwerk!
7. Das war alles am Abend des 5.2.2015 im Saalbau/Heimathafen Neukölln. Und ich bin kein Konzertfotograph.
kontrastmasch.
sehr schöne kontraste, bis mittag DORF und dann eine schneefahrt mit roadmovie, ich hatte ja die winterreifen entgegen der laufrichtung montiert, jetzt sind sie wieder richtigherum, wie peinlich, aber natürlich war das absicht gewesen, einerseits, um das schicksal unerschrocken herauszufordern, andererseits um zu sehen, ob sich solch ein gegenlauf aufs leben und seine reifen (semperit) auswirkt, den alltag, die befindlichkeiten und den körperballon mit seinen vulkanisierten schwachstellen (lange her, schon lange her, langelange her). wie peinlich, wie cool. /immer weniger schnee dann, das anhaltinische kilometerfressen, die maschine läuft rund und abgesehen von ein paar arcticwhiten flachaudis mit 220 sachen vor keineahnungkurven und bei nassen minus 2 grad, da also, wo wasser manchmal seinen langweiligen zustand ändert – alles ruhig und schnurrend. /diese 680km. /kontrastmaschinen, aussteigen, gott danken, schnuppern die luft und dann ein wenig zeugs rauftragen, schnell alles einräumen, damit das temporäre immer und überall nicht mehr anwesend ist und das JETZT flink ankommen kann. damit man dann DA ist, basta. nur auf den baustellen lebe ich gern aus dem koffer, da mag ich die temperatur von zeit. /und schon gleich bin ich mal wieder hier, meine ganzen freunde leben hier, scheisse, es ist eben einfach so. am waldrand lokal und kneipe? ach wo. aber hier immer gleich mal umme ecke. der fotograph und der leiblingszeichner, gestern (der M hat gefeiert am vortag und sagte daher ab, leider). wenn die wüssten, wie wohl mir das tut, wenn SIE – mittlerweile schon eine kleine tradition, jedenfalls für mich – stets zur stelle sind auf ein kleines Trinken, wenn ich kaum gelandet bin. danke, Ihr. /das überbringen von liebevoll ausgesucht und ebenso verschnürten lebensmitteln, auch dies schon fast jetzt tradition, ich mach das so gerne, hab ich es doch auch selbst schon genießen dürfen, und überhaupt. mit der LaN einen kaffee, und wir waren uns heute milde und einig und ganz zähmchen, dass eben jeder und jede seine und ihre ZEIT hier erleben darf und soll, ganz ohne ranking und „wer-war-wann-schon-hier-und-wer-wann-noch-nicht“. ganz ohne preisvergaben, ätschbätsch und missgunst. wir waren ganz lieb heute und weise. aber grinsen mussten wir schon auch. und ein bisschen dialekt, aber nur ein bisschen und dann gleich strenge augen, darf ja keiner hören. /noch am wannsee gewesen auf einem winterlich aus dem see gehobenen boot, dessen unterwasserbauch ausgebessert werden muss, in ferne das und jenes strandbad, wo ich mit der kirschkern EINST plantschte (…). /schnellschnell -der blick nach vorn. /umso mehr looke ich forward auf die arbeit dort am Boot demnächst und vor allem auch dann mal aufs segeln including plantschen und ankern mit dem eigner und der köchin including suschi, sischa, schischi (Hummer) und schuschu (Wein).
die kontrastmaschinen müssen bedient werden, sonst fressen sie einen auf. VIVA!











