Job mit Ammoniak

jobmitammoniak2024

30.7. / Job mit Ammoniak, das erste Mal seit ganz langer Zeit. Hier Abnahme von Verschmutzungen. Malerei/Fassung in Bauernhaus (1870), dat. 1951. Da war der WK2 gerade mal 6 Jahre vorbei. So, wie wenn man von heute nach 2018 rückrechnet, also quasi gestern. Erfreulicher Reinigungseffekt und den Geruch von Kuhstall in der Nase und ebenjenige Altvorderen aus Oberschwaben fallen mir ein, die immer – ganz hinten in der Nase – ein bisschen danach rochen, nach Kuh- und Schweinestall eben, wenn sie mich als Kind herzlich und voller Wiedersehensfreude umarmten. (links gereinigt, rechts noch ungereinigt. Oben Malerei in ländlicher Szene um 1951 (1935?) sowie noch nicht getrocknete Nässeränder der Konsolidierung des Putzträgers durch Hinterspritzen kalkbasierter Materialen.)

Wasser Viecher

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Wasser11

ein paar junikäfer, die heuer auch im juli fliegen, weniger jedoch als im vergangenen jahr. dafür jede menge halblange blindschleichen, die die verstecke im grasdickicht des wuchernden makro- und mikrodschungels in hausnähe erdnah lieben, offenbar. dann wieder diese pechschwarzen riesengroßen hubschrauber-solobienen, die im vergangen jahr (so glaube ich) INSEKT DES JAHRES waren und die klingen wie hornissen und dabei so friedlich sind bei ihrer suche nach irgendwelchen löchern in irgendeinem holz. die immergleiche hornisse übrigens zieht zur immergleichen abendlichen zeit noch ihre immergleichen runden ums haus in höherer höhe. ich schau ihr immer gerne zu.

ebenso, wie ein immergleicher IGEL oder eine IGELIN, stets schmatzend und mümmelnd am hellichten tag im mannigfachen unterholz. sodann dieses jahr eine amselfamilie, die sich abendlich mit einer grünspechtfamilie zankt, warum auch immer. pfründe am boden, so scheint es.

und natürlich junge willige stechmückenweibchen am abend, die aus den unzähligen vollgeregneten wasserbehältnissen im garten minütlich schlüpfen – da tut man also großherzig was fürs biotop, indem man wasserstellen ermöglicht durch nicht-umgedrehte eimer und baukuften, und dann stechen sie einen abends beim fußballgucken auf der terrasse im sommerdampf, das ist dann also der dank.

auch blutsaugende BREMSEN in diesem jahr mal wieder, so viele, wie ichs nur erinnere aus meiner früheren jugend. sie schleichen sich ja gerne von hinten anfliegend an an durchgeschwitzte gartenarbeitshemden, gerne im halbschatten von hecken, und sie können ja bekanntlich durchs gewebe durchzuzeln. sehr fies, größere quaddeln bleiben auf der haut, fenestil ist heuer immer griffbereit. und beim sensen oder beim heckenschnitt braucht man immer größte aufmerksamkeit und eine halbfreie hand, um sie wegzuwedeln oder totzuschlagen.

eine ausgewachsene ringelnatter hat der nachbarstierarztjugendkumpel im südwestlichen grundstückseck gesehen, nahe der mulchecke für den grasschnitt, berichtet er freudestrahlend. der mulch erhöht ja seine temperatur beim sich selbst verrotten. die schlangen legen ihre eier ab und das wars dann, die jungen müssen sich dann selber großziehen, ideal also für die schlangenbrut. er berichtet ferner freudestrahlend und mit leuchtenden augen, dass er neulich eine TAPEZIERSPINNE in seinem angrenzenden garten beobachtete – eine heimische vogelspinnenart (!), die weibchen bis 15mm, harmlos und auf roter liste.

die rotschwänzchen haben an der nordseite am balken unter der traufe wieder eine nest gebaut – und das, nachdem wohl das ERSTERE in diesem jahr geplündert und verwüstet worden war, vielleicht nächstens von einem marder? jedenfalls deuteten von einigen wochen herabgefallene nestbauzutaten (moos, stengel etc.) darauf hin, dass es ein räuberDRAMA gegeben haben musste 2,50m oberhalb. aber vor ein paar tagen hörte ich erneut die warnrufe der mama (ggf. auch papa?) an die jungen (ein kurzes TACK TACK TACK! und wippen mit dem schwanzgefieder) beim verlassen des hauses und freute mich sehr. ich hatte im frühen jahr ein paar unterstützende brettchen angebracht im hinblick auf bauliche möglichkeiten, die schwänzchen halten offenbar die tradition hoch und erstellen an diesem platz seit mindestens 1966 immer wieder ihre aufzuchtsheimstätten.

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/vor dem atelier kamen vor ein paar tagen 5 kleine mäusekinder aus der trockenmauer hervor, am helllichten tag. als wäre es der erste ausflug ins leben. sie waren sehr süß und emsig knabberten sie an allem, was anzuknabbern war. allerdings sah ich keinerlei erziehungsberechtigte anbei. ich filmte und fotografierte. mir schwante alsbald allerdings ein unheil – vielleicht waren mama und papa verstorben, ggf. auch durch eine der unzähligen hauskatzen, die täglich ihre streifzüge artgemäß durch diese halbwilden gärten hier tun (und die ich stets verjage!), um abends dann hochpreisiges katzenfutter aus aluminiumverschweißten schmucken döschen neben ebenso hochpreisigen spülmaschinen hochpreisiger kücheneinbauten zu verdrücken. ein paar wenige stunden später aber fand ich unweit zwei der süßen mäuschenkinder verendend nahe ihres wohnortes. seltsam noch sich krümmend und halbminütlich zuckend, es war grausam, als wären sie vergiftet, verhungert oder verdurstet?

der tierarztjugendkumpel bewegt hilflos die sicherlich in solchen dingen allzu erfahrenen schultern gen himmel, JA – SO IST DAS MANCHMAL… und seuftzt und zeigt mir sogleich das foto eines süßen jungen waschbärbabys, welches seine nichte im flecken gerade hochpäppelt, nachdem es ihr als findelkind zum PÄPPELN in treue hände gegeben worden war. zwar invasiv, aber auch sehr süß, natürlich.

alles ist süß, alles ist dabei immer auch sehr grausam. und chaotische zufälle, die über leben und nichtleben entscheiden, die sind es dann eben auch. eine sogenannt MENSCHLICHE empfindsamkeit, sofern zugewiesen positiv, ist in der naturbetrachtung und -beobachtung grundlegend fehl am platze. und genauso stellt sich ja auch der weltenlauf gerade dar. insofern ist der jahrtausendalte gottesanruf des menschen allzu verständlich. oder eben nicht vollständig, gerade heutzutage, in bezug auf ein allumfassendes schöpfungsverständnis.

wieviele menschen habe ich getroffen und gekannt vor jahren. und heute weiß ich nicht einmal mehr, ob die überhaupt noch leben. DENJENIGEN dürfte es ggf. ähnlich gehen, sollte ich ihnen in ihrem mal-getroffen-gedächtnis überhaupt jemals nochmals in den sinn kommen.

wie wohl stechmückenMÄNNCHEN über sowas denken?

(beispls.w.: mit welchem schmucken weibchen hab ich nach dem schlüpfen verliebt gespielt, wir beide wollten doch unbedingt kinder kriegen zusammen und nun ist sie schon von diesem streaming-fußballgucker erschlagen worden, nur, weil sie ein wenig eiweiß suchte für UNS – und nur, weil ein jesusköpfiger spanier mit seiner linken hand im sechzehner absichtlich ein garantiertes tor verhindert hat, ohne daß es WENIGSTENS elfmeter gegeben hat?)

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heute spielt man ja GEGEN den ball. ich dachte immer zeitlebens, man spielt MIT dem ball, aber bin ja altmodisch. schon seinerzeit, als ich in der C-jugend RECHTSAUSSEN war und mindestens ein/zwei torvorlagen flankte, die dann derjenige, der im vergangenen jahr am waldrand das bad flieste, als verlässlicher torjäger verwandelte. er war auch übrigens der erste, der mit vierzehn schon eine freundin hatte. als ich noch cowboy und indianer spiele im wald – mit meinem tierarztjugendkumpel.

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am haus ist jetzt alles fast fertig. ich habe die terrasse kurzerhand selber instangesetzt, geld ist jetzt finito. mit 4 neuen balken, stichsäge und würth-schrauben und jedweder wiederverwendung. es waren die ameisen gewesen, die in vier staaten (oder in einem staat?) alles belebt und damit zerfressen hatten, so dass sich die balken und planken bogen. mannigfach stufen aus sandstein neu gesetzt, drainagen neu geschaufelt gegen das zunehmende starkregenwasser, schöne kanten geschnitten und nun ist alles wieder terrassig – und kein großes loch mehr. es fehlt noch die anpassung des bauzeitlichen gestänges der terrasse durch den schlosser. und eine stabile schwelle am ateliereingang durch ebendiesen. sodann noch leistungen des elektrikers, wobei die außenbeleuchtung nun seit gestern endlich wieder funktioniert. allein die NOTbeleuchtung bräuchte noch ein RELAIS. meinte der chef. an diesem WE könne er die ersehnte schlussrechnung nicht schreiben, weil da feuerwehr-fest wäre. der chef der elektrofirma (eine gute elektrofirma!) ist auch chef von feuerwehr in einem ortsteil. er blieb schon fern wegen einsatz – wer will da meckern.

/1:25h, jetzt kommen die stattlichen motten – anflüge ins atelier, da die nächtliche türe weitoffen. wären sie doch nicht immer so unkoordiniert in ihren flugbahnen kreisend. die GROSSEN motten müssten in ihrer außendarstellung nachbessern, dringend und spiegelnd. sie würden ihre ohnehin lediglich vermeintliche bedrohung noch weiter vermindern gegenüber hominiden, wie ich ja einer eben bin. außer, sie fliegen ohne jegliche kontrolle auf frische ölgemälde meinerseits und verschmieren dadurch zuvor künstlerisch minutiös gesetzte farbe im wert von aberhunderten. da hört dann der spaß dann auch irgendwann mal auf.