zitat

statt zeichnen:

ANstatt ZU zeichnen; gestern abend erzählte der weinhändler von seinem berlinbesuch und einem tatort in charlottenburg, in den er und freimut hineinstolperten auf dem heimweg von derichglaub paris-bar, in der uhlandstrasse zwei krankenwagen und merkwürdig viel polizei, die tür vom sanka stand offen und die wiederbelebungsmaschine einfach so auf dem bürgersteig, wir sind da also reingelaufen, es regnete, die strasse war nass und dann sagt ein polizist „he, weg da bitte, gehen sie weiter, sie stehen gerade in einem tatort!“ und dann sahen sie, dass alles irgendwie rot war auf der strasse, den stecher hatten sie schon geschnappt, alles kaum 10 minuten her muss das gewesen sein, der hat auch geblutet, mit handschellen und so und jetzt kommts, die freundin vom täter wollte sich gerade wegmachen, da hat dann einer tatsächlich, wie im film, die waffe gehoben und ihr laut zugerufen „wenn sie sich weiter entfernen, dann mache ich von der schusswaffe gebrauch!“, dann ist sie gottseidank stehengeblieben und auch bei ihr „klick“, die handschellen. im polizeiauto hatten sie plastik über die rücksitze gelegt, wegen blut und sauerei und überhaupt, wenn du dir die zivilen klitschen anschaust, das sind alles alte japaner mit beulen in braunmetallic und auch die zivilen polizisten, du würd’st niemals drauf kommen, dass das polizisten sind, also ich: ned! ich hab‘ dann g’schaut, dass ich den freimut heil nach hause bring‘, der hat gezittert wie blöd am ganzen leib! am nächsten morgen dann im hotelfernsehen „ein toter bei messerstecherei in charlottenburg“.

nach dieser geschichte bin ich dann nachhause in die gasse gelaufen, packte meine dinge, damit ich es nicht frühmorgens tun muss, trank noch ein glas wein und telefonierte. alte geschichten, mein tageshoroskop hatte mir für gestern ja auch erhöhte aggressionsbereitschaft vorhergesagt, ich war also froh, diese metaphysisch und sitzend abzuhandeln. demzufolge ich schwer schlief, der wecker klingelte um 6.30 uhr, alles zackzack und dann auf der baustelle später berichtete der mesner, dass gestern jemand in die kirche gekackt habe, alle paar jahre kommt das vor, nicht aus not, sondern aus irgendwelchen anderen gründen; ich denke, so eine kirche ist und bleibt ja ein sozialer raum, da kann sowas schon mal vorkommen, und ob ich etwas beobachtet habe, ich sage nein, hab‘ ich nicht, auch nicht gerochen. nach dieser nachricht bin ich erst mal rausgegangen (ich musste erst einmal hinausgehen), um eine zu rauchen gegen den geruch und v.a. die vorstellung.

anders als gestern übte heute kein exaltierter organist mit überkommenen künstlerbild, wonach mit einfachen BAUARBEITERN nicht zu reden sei. gestern war das anders gewesen. ich hatte mir mittags in der gegenüberliegenden apotheke oropax (die technoversion) besorgt, denn die kommunikation fand irgendwann nur noch über die lautstärke (statt). der organist übte in „tutti“ und ich hielt mit den aggregaten dagegen. ich hatte keine lust mehr, zu verhandeln, insbesondere dann, wenn die hängeorgel (sich in höhe meiner arbeitsstätte befindet). so verging der nachmittag und es gab keine sieger.

statt zeichnen.

heute war also alles bifi mit dem hirni. ich verließ gegen 16 uhr die stadt bei 35 grad und bob dylan (I Want You), stand im stau hinter polen und vor schweizern und im radio sagten sie, dass in koblenz eine frau im biergarten von einem baum erschlagen worden sei wegen des wetterumschwunges mit sturm und kälte und gewitter und regen und hagel. von heilbronn bis ludwigsburg wehte ein seltsam heftiger wind grüne blätter von den bäumen auf die strasse, ich musste gegenlenken teils heftig und das werde ich mal in der werkstatt ansprechen, eine stimmung wie „es liegt da noch was in der luft…!“ – heute – und ich beeilte mich schleunigst. es ist ja immer noch ferienzeit, die unsäglichen audis mit den sehschlitzen fahren aber trotzdem. einen katalog von E.L. Kirchner habe ich mir beim antiquar besorgt, zum zerschnibbeln. ich will da mit buntstift hineinmalen und lavieren, nach mannheim muss ich noch wegen den räumen für dezember, der lieblingsfotograph meldet sich aus seiner nordischen auszeit zurück, er sei „gerade in berlin, kaffee?“, leider nicht, aber ich dachte nach über die lange geplanten speziellen inszenierungen, etwa „der sterbende gallier“ oder „der dornauszieher“ oder „klaus mit verdichter“, mal sehen, was daraus wird.

gesund angekommen. (keine selbstverständlichkeit heutzutag‘).

also photografieren und die sachen ganz groß, als hintergrund. die kleinen zum rahmen geben auch noch. die kirschkern ist bei tanten und fährt dann von hamburg mit dem ICE nach südbaden. alleine und durch. ja, wieso nicht? und bei allem setzt sich über mich ein ganz lieblicher heller staub, den man wegpusten kann, wenn man wollte. je mehr ich das könnte, desto weniger mag ich. das hätte ich nie gedacht, weder geglaubt, noch vermutet. es darf einem ja auch mal gut gehen, so ganz ohne „eigentlich“. so wie früher halt. ich habe den wagen ganz nah unter den büschen unten an der strasse geparkt, wegen des hagelschlages (zu befürchtend). er gehört mir ja noch nicht.

der lieblingsonkel ist mittlerweile gestorben und liegt jetzt in ohlsdorf. gute nacht.

/so, Blogeintrag fertig! (Zitat)

6 Gedanken zu „zitat“

  1. ich hab gerade eine woche in der uhlandstraße verbracht, bei sehr liebenswürdigen menschen & ich kann nur beteuern: das war ich nicht. in der parisbar war ich auch nicht, aber sonst überall. ich habe viele bilder gesehen, aber jetzt, wo sie’s sagen: hängen da immer noch die kippenbergerbilder? dann hätte ich etwas verpasst! ich bedauere, dass wir uns nicht haben treffen können.

  2. das hat mir ja mal wieder ziemlich gut gefallen, Alter. Ach nein, pardon, verehrter Herr Schneck, natürlich. „der organist übte in „tutti“ und ich hielt mit den aggregaten dagegen“ – sehr schön. „… und es gab keine sieger“. So genug gelobt, gehört sich ja auch nicht hier, ist ja alles recht gediegen und ein bisschen hanse(l)atisch, HA! Bierchen? Tja, wär schon schön. Und tschüssi, wie der Kiosk-Inder so schön sagte, an der Kreuzbergstraße, damals. So/ Kommentareintrag fertig!

  3. hey, lieber jockel null sechs, alter recke, lange nichts gehört von dir da aus dem tiefsauerland! und vielen dank für’s hanseatische (du weisst ja, dass ich deinen mund für berufen halte…), es wird dringend mal wieder zeit für ein „protokoll mit S.“! nur wo?

    jedenfalls herzliche grüße in’s familienidyll, die sendet dir dein alter kumpel schneck! /so, fertig der privatkommentar! ;-)

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