the fragile years

acid2001

bleiben wird alles beim alten, mit ausnahme einiger weniger wesentlicher ausnahmen. ‚je‘ (moi) stolperte dieser tage, angesprochen auf und über PARIS und die vergleichsweise unvergesslichen trinkereien am ufer in front of notre dame, damals, zwei steinwurf entfernt von der spendierten atelierbleibe. was geblieben ist, das ist diese erinnerung. und eine andere, an ein paris des erkundens mitsamt dem kirschkern, damals noch in einer karre (die ich hüten werde, einfach nur wegen dieser erinnerung). an ein paris des leidergottes nicht könnens und demzufolge nicht mögens dieser sprache, an ein paris der großen sehnsucht nach etwas dortigem, was ich nicht fand, trotz eigentlicher nähe, und vielleicht hätte ich dem nachgehen sollen und so weiter, damals pipapo. auf jeden fall ein paris des erlernens des treppensteigens, ähnlich dem diesjährigem einrad, rauf und runter, und wieder hinauf und herunter, stunden… und tagelang. ein paris der hochzeitsreise vor einer dekade im august und an ein paris mit andre-philip lemke, der maronenverkaufend sagte (als er noch lebte, bevor er sich erhängte): „ich mache lieber konzessionen an einen wochenmarkt als an den kunstmarkt“. immerhin habe ich mit ihm den endspurt der tour-de-france null-eins aus einer wohnung von agnes b. (sic! edelboutique!) im vierten stock am place de soundso beobachtet, bevor es mir in’s kreuz fuhr für jene zehn tage, die ich ohne familie stipendiert genießen wollte, à paris. vielleicht war es besser so, damals, das mit dem kreuz; mein kreuz und mein glauben wollten mir etwas sagen, damals, und das war nicht falsch, geschweige denn grundrichtig. bleiben wird also alles beim alten, aber eine ausnahme könnte auch ein neues PARIS sein, der aufenthalt in einem stundenhotel beispielsweise, ganz alleine und nur mit stift avec papier in der hose. oder vielleicht doch noch einmal zu zweien? „man weiß es nicht…“ sagt mein französisches croix, und ich mag es kaum glauben, geschweige kreuzen. eine weitere ausnahme wird sich im september finden, hoffentlich, und noch eine weitere ebenso im august, und ebenso hoffentlich erhofft. eine welt der ausnahmen wird es werden, aber ich anmerkte ja bereits, dass das wichtigste im leben die ausnahmen zu sein scheinen. dies impliziert auf anderer seite eine stabilität, die ich verloren glaubte. ein stück immenhof ist mir zurückgekehrt, ganz von zauberhand, auch wenn ich es noch nicht so ganz und gar verglauben mag; ein behütendes „miss-“ wird sich halten, ähnlich übrigens dem ölpreis: auch dieser steigt stet und ich überlege, ob ich den verkaufspreis für malereien IN ÖL der kostenexplosion nicht angleiche, ja angleichen MUSS, schlichterweg aus stuttgartisiertem, hamburgisiertem, montreuxisiertem oder berlinisiertem denken heraus, und darob unternehmerisch leidend. vielleicht ist es aber nur auch ausnahmsweise einmal sommer. denn dann wäre es die zeit der allerorten jetzt wieder zu beobachtenden primärreizreaktionen: alle sind irgendwie nur körper, alle wippen jenseits des ölpreises, und alle wackeln, alle schwitzen, alle zeigen und alle glotzen, was sie haben und meinen, ich will mich da gar nicht herausnehmen, alle kratzen sich sonstwo, alle fühlen wohl und vor allem: jeder gehört jedem. das hat ja dann auch endlich einmal wieder etwas demokratisches und da fällt selbst mir nichts mehr ein, außer dass – fast – alles beim alten bleiben wird. die sonne scheint, und die kinder spielen im garten. es geht mir güt!

17 Gedanken zu „the fragile years“

  1. dem text fehlt – ansonsten hervorragend – nur eine sache:
    der grabstein von jim morrison.
    beim nächsten parisbesuch bitte mit stiften in der hose und einer flasche wein im arm besuchen. das gehört sich so.
    :-)

  2. REPLY:
    ‚bestrumpfte zehenspitzen‘, so so aha. ist ja die frage, wie lange man zeichnen kann und ab wann man nur noch rotwein kann. und wenn mir der dann noch weggetrunken wird, dann hört der spaß aber auf, dann werd isch extreme fragile…

  3. REPLY:
    erstmal vielen dank, frau laska!
    und dann die frage: wer bitte ist jim morrison? ;)

    (natürlich war ich dort, hatte ja sechs monate zeit. und zwar mitsamt kirschkern in brütender hitze, daher kein abendlicher rotwein. aber das lässt sich ja nachholen, insofern haben sie recht, beim nächsten mal wird alles anders!)

  4. Aha, Sie haben das Foto ausgetauscht.
    Es geht Ihnen gut, es ist Sommer, Sie haben vielschichtige Erinnerungen an eine wunderbare Stadt, Sie können offensichtlich malen oder zeichnen, was will man mehr…

  5. REPLY:
    Wie lange? Nun, die Antwort ist sehr leicht gegeben: STUNDENhotel ;-)

    Und glauben Sie mir, bestrumpfte Zehenspitzen teilen Rotwein gerne … wobei der Mann von Welt im Stundenhotel ja immer den Weinkeller am Mann hat also äh, die Zweitkaraffe.

  6. REPLY:
    geben sie’s zu, frau rosmarin: das war kein schreck, das war „ouups…hobbela…is mir doch gladd der äbbelwoibembel umgefall…*knips*“ absicht! sie schelm sie… ;)

  7. REPLY:
    für den bembel hatte ich keinen platz in den händen (die mußten ja schon mit fotoapparat und wimpel klatschen….)
    aber nachdem mir der sieger durch die lappen (alias hände) gegangen ist, war das dann mein trost…. :-)

  8. Es liest sich bonfortinös, Herr Schneck! Alles bleibt beim Alten, denn was man hat, hat man. Auch die düsteren Tage. Also bleibt alles beim Alten, nur besser!

    Und Sie mit Papier und Stift im Pariser Stundenhotel, so gefallen Sie mir gut – aber besser gefielen Sie mir wohl zu zweien. Wegen der Stadt zum einen. Wegen der bestrumpften Zehenspitzen, die an solchen Orten gezeichnet gehören zum anderen. Und wegen dem Rotwein, den Ihnen sonst doch keiner wegtrinkt zum nächsten?

  9. REPLY:
    Nun im Falle des prima zweit-seizecentsoixantequatre bliebe immer noch der Trend zur zweiten Stundenhotelsession ,-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.