reh-test

die regressiven späße scheinen einer art von kindlichem selbstsversuch zu entwachsen, wonach überprüft wird, wo sich just die möglicherweise gereifte persönlichkeit befindet. ist es (aus sicht des kirschkerns) immer noch genauso witzig wie vor zwei jahren, dem sich morgendlich von oben her nass reinigenden männlichen erziehungsberechtigten das kalte zahnputzwasser unter dem duschvorhang hindurch auf die füße zu kippen, worauf dieser über gebühr lauthals erschaudert, tag um tag, jahr um jahr? und/oder hat sich unter umständen die reaktion jenes warmduschenden vielleicht um eine nuance verändert? und wenn ja, ferner wohin? oder sollten diese dinge vielmehr doch endgültig ersetzt werden durch reifere späße, beispielsweise ein ausgedehntes und lustiges „äpfel-matschen“ mit den rechtsseitigen reifen des kfz. mitsamt anschließend penibler supervision des erfolgten erfolges im rückspiegel? oder etwa durch die immer wiederkehrenden, mithin köstlichen, grenzerfahrungen in bezug auf die von jung und alt gleichermaßen geliebte „elchtest-kurve“ auf dem sog. ‚reh-weg‘ (8%, 40km/h)? ach, groß ist die jugend, das alter auch und die zeit sowieso.

16 Gedanken zu „reh-test“

  1. Zum (Selbst)-Erleben ‚regressiver Späße‘ empfehle ich einen Aufenthalt in der Klapse. Gestern Abend z.B. hatten wir Bastelabend. Erst haben alle gemosert und gemeckert: Öh, Basteln, is ja wie im Kindergarten. Dann aber. Kastanienfigürchen. Und erwachsene (ansonsten geistig gesunde) Männer lagen (mit mir) lachend, fast weinend unter dem Tisch. Ich selbst habe aus einem Kupferdraht und zwei Kastanien eine Apparatur gebaut, mit der sich klopfend Kopf und Brustbereich massieren läßt. Außerdem kann man damit die Ohrmuscheln kühlen. Auch lustig. Am Montag bin ich die erste beim Patentamt. Nächsten Donnerstag gibt es nach einem einhelligen Votum wieder einen Bastelabend. Themenvorschlag: Herbstdepression. Es wird nur graues und schwarzes Papier ausgeteilt. Wieder lachen. Ich sag Ihnen, hier ist was los!

  2. Mir als bekennender Nur-Warmduscherin würde der kalte Schauer keine wonnigen Reaktionen entlocken … egal von wem, doch es gefiel, die Reifen quietschen zu lassen, und groß waren die Einfälle immer wieder mal – ‚Reife‘ hin oder her.

  3. REPLY:
    das klingt alles nach einer trefflichen kreativen ruhezone und ganz nach meinem geschmack. vom burnout bereits angezählt überlege ich, ob ich mich nicht mit meinen färbchen und papierchen (ich tu ja im grunde nichts anderes als basteln…) ins auto werfe und richtung thüringen aufbreche. sport, reden, straßenbahn fahren, drogen, nette kollegen, basteln, bequemes bett…

    …aber nein, werte anousch, ich will mich nicht lustig machen, auch wenn das wohl nicht der verkehrteste weg ist und zum vertreiben von humorlosen kobolden geeignet. wobei: ich könnte ja meinen erstberuf gar nicht ausüben, gäbe es sie nicht, diese viecher. diese viecher, die einem – im zaume gehalten – beste ideen liefern können, ganz für umsonst. und mein derzeitiges leben kommt mir manchmal schon auch so vor wie eine art „klapse“…

    auf die collagen zur herbstdepression bin ich gespannt!
    bestens, ihr schneck-sued

  4. REPLY:
    bei 40km/h ergibt sich da ein mittel von 0,2 wahrscheinlichkeit, dass sie sich einmal überschlagen, lieber schoss. und bei einem 1,8tigen restmittel beim überrollfaktor haben sie eigentlich fast sicher das ding in der tasche. der kirschkern hat schon einen plan gemacht, wie und wo er aussteigen würde und mit was er den air-bag dann platzen lassen will. insofern alles also nichts besonderes, aber macht spaß und schnürt die konzentration.

  5. REPLY:
    kuchen auf kasse, klasse! und gibts denn auf dem gelände auch flipper? kicker? so eine art gemeinschaftsraum, matratzenlager? also, frau rosmarin, herr books ’n more und frau anousch, eigentlich ist das ja heutzutage kein problem mehr mit thüringen und der SBZ, nicht? und ich würde dann noch eine kiste tannenzäpfle null-dreier laden…

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