mag ich nicht.

Dann sausen diese Stadtspatzen links und rechts an einem vorbei mit einem Arschkaracho. Die langen schreienden Hochpiepser scheinen Zeichen purer Lebensfreude zu sein. Oder die hohe Geschwindigkeit macht ihnen einfach Spaß. Vielleicht aber sind sie auch nur genetisch so und nicht anders veranlagt. Mag sogar sein am Ende, das Luftrasen bereitet ihnen Stress. Weiss man’s?

Auf einer Kunsthallenausstellungseröffnung war ich gewesen sowie schnell wieder gegangen. Manchmal kann ich die ganze Kunst einfach nicht mehr sehen. Kommt mir alles sehr allzu kurz vor. Der schnelle Dreh, der flinke Wurf. Ein kleiner theoretischer Überbau, einmal erdacht, vielfach produziert. Bandware, Konsequenz konsequent. Und oft auch noch schlecht gemacht, der sichtbare Bezug zum signierten Konzept reicht vollkommen aus mitsamt gestempelter Wiedererkennbarkeit und Meta-Humor als Beurteilungsmäuerchen und Kritikbremse. Und immer wieder/noch diese ewig gespielten Witze in 2×3 Metern oder grenzpeinliche Fotos, diasec-hochglanzplexikaschiert. Der Weg zur Legende darf ja heute nur noch zwei Minuten dauern. Als Salzzugabe und Nachweis allgemeiner Hochschulreife dann die bekannten Vorbilder und Zitate. Ich selbst bin ja auch nah’ dran an dem Metading, aber das Gesehene schlägt weit weg von mir ein. Buchen suchen, Heiliger Bimbam!

Zudem komme ich ja jetzt bald in das Alter, in dem man nur noch Jazz hört, die Tipps für die jungen Leute weise und bonmotesk klingen, der Sex allerhöchstens noch via SM gepflegt und der Glaube ans Gute in Milde und voller Verzeihen mit Vorschuss belächelt wird.

Nö, ich mag nicht.

16 Gedanken zu „mag ich nicht.“

  1. Ich könnte kurz erzählen vom heutigen Tage:

    6:30 Uhr: Wecker, Bad, Zähne
    7:00 Uhr: Pensionsfrühstück (1 Scheibe Schwarzbrot, 1 Normalschrippe)
    7:20 Uhr: Weg zur Kirche, Kaffee Creme im Freien
    7:45 Uhr: Kollege Smith (Wales) trifft ein
    8:00 Uhr: Das Mesnerpaar schließt die Kirche auf
    8:08 Uhr: Gespräch mit dem Orgelstimmer (Empore)
    8:14 Uhr: Auf’s Gerüst, die Maschinen werden angeschaltet. Arbeit.
    9:00 Uhr: Die Kirche wird für Besucher geöffnet; Dokumentation der Arbeit
    9:30 Uhr: Pinkeln, Telefonieren, Rauchen (außerhalb)
    9:40 Uhr: Maschine wird erneut hochgefahren
    11:14 Uhr: Pinkeln, Rauchen
    12:06 Uhr: Mittag. Telefonieren (19 Min.), Cappucchino, Brezel mit Radieschen, Rauchen
    13:00 Uhr: Die Maschine wird hochgefahren. Arbeit, Dokumentation
    15:00 Uhr: Pinkeln, Rauchen, Röcke (draußen warm, Sonne)
    15:12 Uhr: Die Maschine wird hochgefahren. Arbeit
    16:20 Uhr: Orgelprobe. Abschalten der Maschine, Dokumentation
    16:50 Uhr: Abschalten der Maschinen, Verlassen der Kirche wegen Kurzandacht. Feierabend
    17:00 Uhr: Kaffee im Café, Röcke, Rauchen
    17:22 Uhr: Bank, Einkäufe (Mitbringsel), Rückweg zur Pension
    17:58 Uhr: Pension. Überraschende Briefpost (!), online, Stundenschlaf
    19:00 Uhr: Frischmachen, 6 mit Kartoffelsalat, Telefonate Organisation (Gutmensch)
    21:16 Uhr: Pension. Plan, Online, Vorfreude
    22:47 Uhr: Kommentar Weblog über den Tag (Kurzfassung)
    22:52 Uhr: Telefonieren
    23:14 Uhr: zu Bett

  2. Hätten Sie nicht nen Punkt gemacht, hätt` ich fast übersehn, dass es hier weitergeht.
    Schön, dieses Mal von der „zweiten Stunde an“ dabei zu sein, falls Sie vorhaben, damit Ihre Trilogie zu vollenden ;-)
    Apropos Alter[n]:
    „Das Alter ist eine individuelle Erscheinungsform, es ist biologisch vorbestimmt, wie man das erreicht; ist unterschiedlich“ sagte heute Joachim Fuchsberger im DLF, und der sollte es angesichts seines hohen Alters von 84 eigentlich wissen, nich ;-)

  3. Großartiger Text! Wie Sie es mal wieder auf den verdammten Punkt bringen! Ich denke immer, Sie sind einer von den Guten! Wir sollten mal wieder ein Bierchen stürzen.

    Herzlich,
    A.

    By the way, ich twitterte kürzlich: „Jazz spare ich mir für die Menopause auf.“ Auch nicht mehr so lang hin, und dabei habe ich noch nie Steuern bezahlt :(

  4. Hm, gute Frage, lieber Schneck, die mich ins Nachdenk-Stüberl bringt ;-)
    Vielleicht liegt es daran, dass die alten Griechen mal wieder „schneller“ waren [Gnade der frühen Geburt ;-)] und ihre Tragödien, die von Dichtern vorgetragen wurden, damit belegten?
    [Kommend von τριλογία[= trilogia = Zusammensetzung aus treis[drei] und lógos[Werk] – einem Werk, das aus drei Teilen besteht, inhaltlich jedoch zusammengehört.]
    Hm… wer weiß [das können Sie als Autor ja nun besser beurteilen ;-)] – vielleicht stellen Schneck06 plus Schneck08 plus [der neue] Schneck irgendwann ja ein solches „dreiteiliges Schneck“[engehäuse] dar, das dann [so dramatische] Formen annimmt, dass Sie dieses noch mit einem Nachspiel [i.S. einer Nachbetrachtung] versehen, so dass daraus irgendwann sogar eine Tetralogie wird ;-)

    P.S.:
    Wenn ich das mit Ihrem [eben erst von mir gelesenen] aktuellen Eintrag vom Fahrradunfall des Kirschkerns lese, dass mir schier das Herz stehn bleibt und ich den Schmerz an Wangen und Nase mitspüre, und ganz gerührt von der Schneck`schen Fürsorge bin [wie die von mir ebenfalls sehr geschätzte Eugene Faust] dann ist das zu Beginn Ihrer „Trilogie“ schon so viel Dramatik, dass ich [wie die alten Griechen auf der Zuschauerbank] mitzittere, um des Kirschkern`s Wohlbefinden… Alles Gute ihr und ich stimme in den Faust`schen Gesangschor mit ein „Heile, heile Segen, s`wird bald wieder gut, s`Kätzle hot a Schwänzle…“

  5. war ja grieche, kein franzose. mit dem zweifelhaften resultat, heute nicht wirklich französisch sprechen zu können, dafür aber unbelehrt zu wissen, um was es sich bsplwse. bei ‚dendrochronologie‘, ’neurodermitis‘ oder einem ‚philanthrop‘ (wahlweise ‚anthropophobie‘) handelt. für betonung und gestik des französischen hat’s dann aber noch gereicht… ;-)

    /merci, die wünschö fühchrö dieö kirschökernö rischtä ischö särr gärnö auss-ö!

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