lala

Eben am Kühlschrank gewesen. Aha, die alte Dame kann also wieder heimlich naschen. /„Durch den fleißijn Besuch dieser ungeheiztn Landkirchn im Winter, geh’n übrijns mehr Leiber verloren, als Seelen gerettet werdn.“* /im atelier klebt irgendein honig am boden. also auch an meinem barfuß. überhaupt keine ahnung, wie der da hinkommt.

abends bin ich mutig,
morgens bin ichs nicht.
abends bin ich König,
morgens bin ichs nicht.

richtig schön war ja letztes jahr schon auch das da. /Kabelbinder mochte ich noch nie. Sie sind ein Ausbund an kulturloser Plastikunverschämtheit, ein Symbol für den Verfall historischen Verpackungsvermögens, der Kunst einigermaßen moralaufrechter Fesselungsvorgaben (Cowboys/Indianer etc.) und durch ihre Beschleunigungsmöglichkeiten ggf. auch folgenreich bösartigster Vorgänge ein liderlicher Zeitzeuge der allgemein bevorzugten Sekundenersparnis sogar selbst innerhalb auch unfairster und dunkelster psychischer Schnellmachbarkeit. Kabelbinder sind Verneinung von Handwerk und ein Beispiel für die Perversion von Erkenntnis. /„Krisenherdprämie“ (für die Kopffüsslerin). /Irgendwann kam dann diese Maut und keiner hat sich mehr uffjeregt. Wie immer. Danke Horst. Auch ich werde nun die Preise erhöhen. Da wirst Du staunen! /ich meine immer noch zutiefst, man hat ein menschenrecht darauf, sich sogar über eine gewöhnliche zeitlänge hinaus keinerlei gedanken machen zu sollen übers geregelte eigenaltwerden. gibt es doch sowieso allzuviele, die bereits mit 37 planen, wie sie sich mit 75 minutiös zu wissen meinen. /(morgens bin ich Bettelmann.)

„Du, ich habe Durst wie ein Rettichsamen!“
(im Dialekt: “Du, i hau Duurscht wia an Reddichsôma!“)

(* Arno Schmidt, „Zettel’s Traum“, Suhrkamp Berlin 2010, S. 1101; merci J.F.)

13 Gedanken zu „lala“

  1. Der Kabelbinder sagt doch einiges aus über uns.
    Ich mein, Klettverschluss, das wär ja wenigstens der Flora abgeschaut, aber es muss die Einbahnstraße Kabelbinder sein.
    Wobei, Klettverschluss wenn´s Bänder und Schnüre ja schon seit geraumer Zeit gibt ist dann halt auch nur ein Zeitgeist.
    Seit der Büroklammer hat sich nichts mehr getan.

  2. >>> so was ist das. drunterfahren und die zecke raushebeln, ohne sie zu drücken (und damit erst recht die viren und bakterien ins eigene blut zu befördern). sehr empfehlenswert und billig, wenn nicht sogar als werbeträger gratis. hab ich immer dabei und schon oft war sie (wahrscheinlich) vor FSME und Borrelien rettend.

  3. Ich korrigiere meine ursprüngliche Aussage im letzten Satz dahingehend: „Seit der Büroklammer und dem Tacker und Stempel mit Stempelkissen und Zeckenkarte hat sich nichts mehr getan“.

    Jetzt ist aber Schluss, sonst glaubt noch Jemand, dass es uns gut geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.