die nullzwölfer

35.608,52 – 21.615,85 = 13.992,67 – 4.292,00 = 9.700,67 :12 = 808,39

„zahlen sie also bis zum 21.2. Est. für 2012 263,00“ /hoppla, #armutsgrenze? /WOZU eigentlich der ganze zerf? gut, null-zwölf war ein ganz schlechtes und schwarzes jahr, wegen erkrankung eines kollegen. aber seitdem ich im letzten jahr 3000 Est. für null-elf nachzuzahlen angewiesen und 3500 Est.-vorauszahlungsbefehligt wurde, laufe ich eigentlich die ganze zeit nur noch den vorauszahlungen hinterher. und je mehr man hinterherläuft, umso mehr umsatz hat man dann und umso mehr vorauszahlen muss man dann wieder. die fiese schwester der Est. ist die UstVz. und dann hat man ja wieder ein höheres einkommen, theoretisch. alles verzahnt sich. zum 10.3., zum 10.4. und dann jeweils alle drei monate, usw., kennen sie ja. dabei bin ich doch nur ein kleiner fisch.

/in den 90ern blieb wenigstens noch ein bisschen hängen, in dem sinn, dass man es irgendwann geschafft hatte, vielleicht einmal 4000 auf die seite zu legen, für notfälle in der selbstständigkeit. auch da war kein haus gebaut, keinerlei porsche bestellt oder irgendeine fernreise. was ist da los? was ist das für eine entwicklung? ich verstehe es nicht. alle reden doch von überschüssen. von rekordaufträgen. vom rekordexport. irgendwo muss doch das ganze geld geblieben sein. oder schwant mir da etwas?

und dann will ich aber auch überhaupt nicht klagen. habe ordentlich holz vor der hütte, öl im tank und ein warmes bett. ein funktionierendes auto, welches mir zwar noch nicht ganz allein gehört, aber so macht man das ja. das auto brauche ich für die arbeit und die tochter und die alte dame. ich kann mir eine flasche wein kaufen und schnitzel oder ein regionales hühnchen. ich habe eine zahnzusatzversicherung, die in den letzten drei jahren den beitrag um 25% erhöht hat. warum auch nicht? man muss sich einfach von diesem strudel der finanzklagerei fernhalten, vor allem innerlich! ich bejahe das zahlen von steuern, grundsätzlichst und aus prinzip. schon immer. ich bin da ganz aufrecht und das wird auch so bleiben.

meine kluge antwort auf das alles ist ein 1a lebenslauf. kann man sich zwar nichts von kaufen, aber das ist wenigstens etwas für die ewigkeit. mein kleiner ruhm. ins museum, in sammlungen. und wen ich, he, alles kenne! den zehntägigen jahresurlaub allerdings auf mallorca werde ich jetzt wohl streichen müssen. ich hatte eigentlich mit einer erstattung gerechnet, wenn ich ehrlich bin, aber dafür bin ich offenbar zu reich. anstatt dessen werde ich nachher in die stadt fahren und zur feier des tages und der 2012er-Erklärung einen käsekuchen mit fair gehandeltem café verzehren. man soll ja das geld unter die leute bringen, damit die binnennachfrage nicht zum erliegen kommt. und den einzelhandel unterstütze ich sowieso gerne, wenn ich die 2 bestellten CDs der detroit-cobras (import, luxus pur!) übermorgen dort abhole. und dann im atelier mächtig laut aufdrehe.

so bin ich nun froh, dass ich heute schon durch unbefriedetes jagdgebiet gerannt bin. da hat man dann wenigstens was für sich selber getan, wenn der tag schon am arsch ist. das letzte hemd hat keine taschen, aber halt auch keine knöpfe.

und dennoch ist’s mir, eigenartig und mit gewissem pfiff, wohl. seltsam. ich muss meine preise erhöhen.

12 Gedanken zu „die nullzwölfer“

  1. Die Geschichte mit den Nachzahlungen und Vorauszahlungen ist der große Fluch der Selbstständigen.
    Aber Absatz 3 und der erste Satz von Absatz 4 drückt alles aus.
    Wenn das so ist, ist eigentlich alles paletti.

    Und die kleine Ewigkeit bedeutet ja nichts anderes, als dass Du nie sterben wirst. Solange Du durch deine Werke in Erinnerung bleibst, wirst Du nie tot sein. Und das ist doch auch schon etwas…

  2. wenn ichs mir recht überlege, lieber steppenhund, muss auch das mit der ewigkeit ja gar nicht sein. das ist nur ein spielball, um irgend etwas entgegenzusetzen. in manchen momenten. ist schon ok alles. ich kenne liebe leute, die beneiden mich um mein zeug. und ich beneide sie um ihr zeug. und dann gehen wir ein herzlich bier trinken und überlegen, wer wen mehr beneidet.

  3. ohja ohweh. grade auch so eine steuerrechnung bekommen, am meisten haut mich dabei der steuerberater in die pfanne, der einen betrag in höhe von 38% meiner steuerhöhe haben will, als bezahlung, und er hat 2 jahre gebraucht für den scheiss. und das ohne lebenslauf, dafür allein mit drei kindern, wie das eben so ist im deutschen staat. da bleiben nur noch die knochen, die immerhin noch heil trotz blitzeis, aber ihre idee mit dem käsekuchen werde ich nachmachen, ich kann ja selber einen backen, wohl! habe einen sehr feinen herd in der küche.

  4. Sie haben eine Zahnzusatzversicherung?????
    oha!
    Ja….Preise muss ich auch erhöhen. Immer eine gute Idee, zu der man sich als Selbständiger meist nur schwer aufrafft, wegen der vielen Ängste und Befürchtungen. Aber dafür gibts ja ne ZZV :-)

  5. ich verfüge strahlender zähne (arctic-white) und die muss ich versichern, wie pianisten ihre finger, das bin ich meinem genpool schuldig. /ps, wie siehts eigentlich aus mit ihrer betriebshaftpflicht? :)

  6. Same hier. Nur verdiene ich inzwischen so wenig, das ich dann mit der Erklärung alles wieder zurückbekomme. Immerhin ein Fest zum Jahresende. Ich frag mich nur, warum eigentlich die Vorauszahlungen nicht mal angepasst werden.

  7. Ich bastle ja schon. Wie war das nochmal, irgendein Nitrat, Schwefel und Holzkohle. So jetzt alles in ein Behältnis, gut zuschrauben, Zündschnur und, …he, das qualmt, wieso ist da jetzt, hallo… Krawummms.
    (Stunden später wachte Jossele in der Klinik um eine Erafahrung reicher, weil es hätt der gute alte Molli doch auch getan, woran ihn die am Rücken zugebundenen Ärmel jedoch hinderten, wieder auf.)

  8. Wir sind ja eine Mehrberufsehegemeinschaft, alles wohl gemeldet, allerdings ist die Finanz da erst später drauf gekommen, dass ja, wenn sie alles zusammenzählen, viel mehr Abgabe ist als in den einzelnen Tranchen, also Nachzahlung und Vorauszahlung, so in der Höhe eines schönen neuen Mittelklasseautos (das wir uns eh nicht anschaffen wollten). Kredit aufnehmen also für die Steuer.
    Ich weiss nicht, Irgendwas läuft da schief.
    Seither bemühe ich mich arm zu sein, weil drei, vier Monate im Jahr für Bankenrettung, Eurofighter, Provisionszahlungen und Reisespesen für in staatsanhe Führungsposten entsorgte ParteifunktionärInnen zu werken, irgendwie macht das keinen Spass.

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