die k.

ich weiss nicht, wer hier gerade anklopft.

Ich weiss nur, dass ich froh bin, nicht durchgeknallt zu sein. und die jüngst gelesene formulierung der vorstellung des bildes des ‚geruches vom urin älterer herren‘ (treffend, bei melusine b.) fällt mir ein und damit meine erinnerungen an eine übernachtung in einem heruntergekommenen motel in san diego, in dem vor allem ältere und alte männer (männer, nicht weiterhin ‚herren‘) dauerhaft wohnten, denen von hinten angesehen die alten urinfleckenränder die rückseite der einst bundfaltenen anzugshose in feinen weißen linien verzeichneten, salzig. Und wie grausam ich das damals empfunden habe, und herzlos. Schuldige gab es nicht. das musste auch nicht sein.

und wie mich dieses bourgeoise künstlerbild anwidert, wonach derjenige, der/die am lautesten kotz, pinkelt, uriniert oder masturbiert oder penetriert und seine geschlechtsteile zum fenster oder in kameras hinaus- und hineinhält, oder seinen/ihren arsch oder den fotographen desselben verprügelt, der/die wahre k. sei; immerhin das alles nunmehr schon seit 1986.

noch mehr hingegen (eigentlich das, was ich meine), wenn dieses bild k-seits dann auch noch adaptiert und bedient wird, am vornehmlichsten geschwenkt als ‚ironie‘ der reaktion, der reflektion, nein, es ist zu barockrezeptiv, mir wäre da eher nach gotik in aber doppelbrechung, nach baustelle!, sie ist so klein, sie ist so banal, ebendiese bedienung jener erwartung, und wenn dann noch der ‚Schuld‘ sich großzügig legitimierend bedient wird, dann, sodann spätestens, wäre der k./die k. der erlöser aller subdominaten (musik!) projektionen eines angeschimmelten ganzheitlichen lebens mitsamt dem wunsche nach koitaler oder analer durchbohrung mit wohl- und selbstgewollter suizidaler folge und bitte nein, das ist nicht die k., die k. ist etwas anderes, sie findet woanders statt und benötigt nicht zwangsläufig einen lachenden hinterausgang oder dargebotene hinterteile, weder als bestücktes opfer noch als bestrumpfter täter, oder andersherum, gleichwie.

Jedenfalls wenn sie es ernst meint, die kunst, allerwenigstens mit sich selbst. der rest ist schattenoper (für diejenigen, die oper mögen), und schatten sind mir egal, ausgenommen beim zeichnen, beim boxen und in der oper. Lachen tu ich woanders, grinsen auch, aber auf ein mindestmaß an kinderstube bestehe ich! das bin ich der k. schuldig.

dieses kunstgepoppe aber, es ist mir eklig!

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