Anders


(auch mal wieder schön, gell?)

/Zum Beispiel auch jener Anders Zorn (–>), meint der Kollege B. beim Trinken um die Ecke, sei als seinerzeit erfolgreicher nordischer Salonmaler dem „unsäglichen Diktat der Avantgarde…“ zum Opfer gefallen. Und er meint nicht etwa einen Anderen mit ähnlichem Namen, der als Mitbegründer (auch) der ‚Situationistischen Internationale‘ später das Skandinavische Institut für Vergleichenden Vandalismus begründete.

Die nachgereichte familiäre Mail des Stockholmer Kumpanen zum neuen Jahr ist holpernd schön: „Sie, K., reist am Wochenende nach Bulgarien, die haben da die Masern! Etwas später geht’s dann nach Trinidad Tobago, ja, überraschenderweise ist das auch EU und man zahlt dort die frischen Ananas und Bananen in frischen Euro.“

Und über das Kind, 5: „Y.? Sie ist jetzt quasi muttersprachlich schwedisch, versteht die Nachbarn besser als uns, hat ihre Lieblingssendungen im schwedischen Kinderkanal und isst seltsame Sachen. Laxpudding! Y. ist ein großes Mädchen geworden. In einem Gespräch mit ihren Kindergartentanten mussten wir dann doch mal nachfragen, wie gut ihr schwedisch eigentlich sei. Als Antwort bekamen wir zu hören, es sei sehr gut, aber: Sie hätte einen Akzent! Ich hab mich gleich halb entschuldigt, wir würden ja auch zu Hause nur Deutsch reden, was aber offensichtlich nicht gemeint war. Sie habe keinen deutschen, sondern einen Stockholmer Akzent!“

Und trocken, allgemein: „Im Grunde ihres Herzens sind sie Wikinger geblieben, heißen mit Vornamen ‚Sturm‘ und im Nachnamen ‚Stein‘ oder ‚Berg‘. Fahren am liebsten schwere Motorräder und zeigen tätowierte Haut, Doppelachsanhänger mit Doppelaxt, wallendes Haar. Wir fuehlen uns wohl.“

Das Archetypische haftet ja. Von daher immer banal: ich wäre jetzt gerne in Spanien. Es schneite hier ja schon wieder ganz großstädtisch ordentlich. Ein Oben und Unten, diesmal nass. Schneemannzeit, Schneeballschlachtzeit. Und nun taut es endlich, Seemannzeit. Ein Hin und Her und viel Matsch. Sowie ein langes Gespräch über Bewegungsarbeit nach Hengstenberg-Pikler. Ich selbst bin derzeit ohne gültige Feinstaubplakette, was mir erhebliche Sorgen bereitet./

6 Gedanken zu „Anders“

  1. REPLY:
    man kann/konnte. genau so, wie heute. nur heutzutage sieht salonkunst aus wie ehemalige avantgarde. es geht bei der salonkunst ja (auch) einfach darum, ob man „etwas gut kann“. zweifelsohne konnte jener salonmaler etwas. auch heute können ja salonkünstler etwas. /der B., übrigens ein begnadeter zeichner, ist ein stiller avantgardist.

  2. REPLY:
    sein schaffen besteht ja nun aber tatsächlich auch oftmals aus… *räusper*… „schinken“ (nackig in lachs am see oder in der hölzernen badewanne von schräg hinten…) ;)

  3. REPLY:
    ah, mehr so wad- und bein- und brustschinken… was mich dann zu der überlegung nötigt, ob denn das malerauge die hausfrau als kochschinken betrachtet.
    ich hoffe sie verzeihen, ich weiß auch nicht, was es war, das mir da heut morgen in den kaffee gefallen ist…

  4. REPLY:
    auf alten schinken werden die hausfrauen (die es ja damals im grunde noch gar nicht gab) durchaus mitunter als kochschinken betrachtet, je nachdem, wer den jeweiligen schinken jeweils und auf welche art und weise (rezeptiv) betrachtet.

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