man wird freier in sämtlichen auswahlen. muss nicht mehr immer das zeigen, was man gelernt hat. kann es endlich zeigen, indem man es weglässt, bewusst. oder aus lockerheit. oder einfach aus der freiheit der unlust, es zum hundertsten male zu zeigen (diese Unlust, das schönste). man macht das dann im besten fall so, dass der betrachter das bemerkt, ohne es zu bemerken. wie nebenbei. und muss sich nicht einmal mehr mühe geben, dass das weggelassene bemerkt wird, so wie früher. man will ja gar nicht mehr, das es zum thema wird. gähnt gewissermaßen, aber nicht etwa aus müdigkeit, sondern aus neuer alter lust. an der sache. das ist der kleine trigger. der punkt. der spritzer. und setzt sich darüber hinweg, ohne es dranzugeben oder es gar zu verraten. vielleicht der beginn einer reife, die andere als alterswerk (hrhr) betrachten. vielmehr aber das, wonach immer getrachtet war, stets jedoch und lange allzu bemüht. jedenfalls mir wird niemals jemand das schöpfen verbieten, am allerwenigsten ich selbst. das ist ein sehr schönes gefühl, eine erkenntnis, mit der ich wohl immer wieder endlich verheiratet bin ohne ringe und ringen.

/Die Herbst-Produktion hat nun begonnen, die Maschinen der Herstellung überholt, geschmiert und mit polierter Handkurbel die Bänder eingeschwungt. Vielleicht heuer noch eine kleine Beteiligung in Berlin zum Thema „Gesichter“. Und Schlagzeug bei den Brüdern vom Weissenhof. Bin da ja der verlorene Sohn. Ein wenig das nächste Jahr anleiern in aller Ruhe. Ein Solo an schönem Ort? Galerien melden sich derzeit nicht, ich habe jedoch ein/zwei/drei im Auge meinerseits. Nach nun zweieinhalb Jahren heilsamer selbstgewählter Läuterung derer ohne. Ich könnte viele Geschichten erzählen von Galerien und deren Inhabern. Die zweite Schilder-Edition steht kurz vor der Vollendung und im Atelier riecht es nach einem halben Jahr wieder nach Terpentinöl und nicht allein nach UHU und neuartigen Klebstoffen. Die zyklisch wiederkehrende seltsame Lust auf Riesenformate und Lebenslagen.

4 Gedanken zu „…“

  1. …bei einem nicht lern-resistenten Menschen erfolgt diese beglückende Ernte: die Fähigkeit, des nicht-angestrengt seins, die Erkenntnis der Absurdheit der ständigen Exponierung jedwelcher Selbstbild-Pflege, die doch alle nur dazu führen, sich von sich selber zu entfremden. Mir ergeht es mit den Jahren so, dass mir das Bedürfnis jedwem jedwas zu beweisen abhanden kommt. Soll denken, werwas will. Ja, ich schenke mich als Malen-nach-Zahlen, was jedwer mit seinen erhitzten, projezierenden Gefühlen füllen mag. Soll mich in ihm be-greifbare Schubladen stecken, wen es bereichert…wen es erleichtert… und darüber nicht erkennt, wieviel es ihm über sich verrät. Dieses Los-Lassen ist ein ungemeines Geschenk an das Selbst. Das Tier, welches von der Leine gelassen.. und glücklich endlich seine Schwingen ausbreiten zu dürfen, um seiner Natur zu folgen und in seiner Kraft – zu sein.

    Gelassenheit ist das Zauberwort. Gelassenheit die sich aus soviel Anstrengungen, aus Seelentränen und -blut als zauberhafter Zwilling der Resignation gebiert. Ich glaube, Sie wissen, was ich meine. Jedenfalls erfreue ich mich an Ihren neuen interPunktionen, neuerFindungen, an dieser daraus sich zaghaft wie der Schmetterling aus der Raupe windenden lebensLust. Das inspiriert und kribbelt und ist so angenehm… und schön zu lesen. Möge es samt Herbst-Produktion für Sie ein Quell der im Innen und Außen bereichernden Inspiration sein.

    PS Und da war noch etwas, was ich sagen wollte, und was Sie sicherlich einzuordnen wissen. ;)

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