7.4.2017

Die Schüssel früh zur Butze gebracht, dicke Bolle wg. Nullgrad, Zichten kaufen nicht möglich, da alle Plunzen noch zuhaben, keine Kleindäuser dabei für Bus, nicht drangedacht, also erst Schrippen kaufen wegen Rausgeld, kleinen Roten geben, überhaupt kein Problem um die Zeit, Schrippen noch warm, aber schlecht, aber freundlich.

Im Bus retour stinken die Medizinstudenten nach Vorabend. Mittags im Kfz dann die Trägheit von Luft bemerken, die einen seitlich anweht im Innenraum in den Kurven, das ist schön, das ist Frühling.

Im Garten über den vormaligen Rasen verstreut jetzt alle möglichen kurzen Blümchen, deren Namen ich nicht kennen will, noch niemals wollte. Blumen und ich sind wie Mohammedaner und Christen früher, man kann Tee zusammen trinken und sich und sein Kopftuch oder 1001Nacht in Ruhe lassen, das ist ja alles Asche jetzt leider.

Auf der Suche nach Tonträger von Andreas Dorau, „70min Musik ungeklärter Herkunft“. Vergriffen.

Am Grasinquisitor ein ungeschliffenes Mäherblatt seit drei Jahren, das wird schon noch mal funktionieren, der vormals Rasen, heute eher Wiese, sie tut mir ohnehin immer leid. Dazu ein Weltgericht aus Stein gereinigt, vor zehn Jahren hab ichs gezeichnet mit Rechner, es ist 700 Jahre alt, fällt mir das Lutherjahr ein und das Konstanzer Konzil ff. und der Versuch, diese zweihundert Jahre vor sechshundert Jahren mindestens auseinander zu schnuppern.

Busfahrer schimpft privat vor sich hin wegen irgendwas Privatem, vor siebenhundert Jahren gabs noch nicht mal Busse oder Privates, also schimpf nicht. Denk ich. So denk ich oft.

Im Bus setze ich mich immer auf genau die Sitze, auf die ich mich eigentlich nie setzen würde wollen, würde mir genug Zeit gelassen. Mir gehen diese allzu schnellen Entscheidungen, die Busfahrten einem heute abverlangen, auf den Senkel. Früher gab es noch alte Frauen in Bussen. Ich sitze dann da, und überlege, was uncooler ist: Sitzenbleiben – oder sich umsetzen. Ich bleibe dann meist sitzen und denke ans Damals, während alle anderen ohnehin auf ihr Mobile starren. Denen ist es vollkommen egal, wo sie oder ich sitzen.

Die Reparatur der Schüssel hat 360 Steine gekostet, das Klima funktioniert jetzt wieder und rechts vorne ist ein Stabilisator ausgetauscht. Überlege, die plastenen Zierblenden der Michelinreifen von Silbergrau nach Schwarz zu verändern, immerhin bin ich als Ästhet nicht ganz unerfahren, dafür müsste ich aber deren Zollmaße recherchieren, wozu ich zu faul bin, alles Lebenszeit. Vielleicht überstreiche ich einfach mit schwarzgrauer Ölfarbe und könnte dann rückseitig signieren, Auflage vier.

Fünfzig Millionen für Rachemarschflugkörper in den Sand gesetzt. Rache und Marsch, ganz meine Omi.

Und kaum sind die letzten Kinder gestorben wird bereits hochkünstlerisch danach gefragt, woher Giftgas stammt. Dazu Boote und Zelte in Übergröße, wie gewohnt, in nicht unbeachteten Betroffenheitshallen und im solventen Etat. Ich überstreiche da lieber Zierblenden mit Ölfarbe und lasse die dann wie Frisbee mit Wucht in den Wald fliegen, wenns keiner sieht. Unsigniert, wütend. Dann kann Welt wenigstens Gras wachsen.

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