9. Mai 2018

Heute kam, nach neun Monaten, die Ablehnung des Asylantrages per Post. Schon die zweite nun in unserem Haushalt. Danke, Politik, Danke Afghanistan-Deal, Danke allen, die Willkommenskultur predigten, aber nicht für Bleibekultur sorgen. Und Danke auch allen anderen Entscheidungsträgern, die zwar zum Urlaub ins unsichere Herkunftsland Mahgreb fliegen, ihre freien Tage jedoch merkwürdigerweise niemals am schönen Hindukusch verbringen würden wollten. Der junge Mann ist trotz baldigem Hauptschulabschluss, hervorragendsten Integrationsleistungen und einem bereits unterschriebenen Ausbildungsvertrag am Boden zerstört. Nein, so etwas macht man nicht mit Menschen. Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, ihn innerlich wieder aufzubauen.

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12 Gedanken zu „9. Mai 2018“

  1. Leider kam das nicht überraschend, mehr als die Hälfte der Asylanträge von Afghanen werden erst einmal vom BAMF abgelehnt. Es ist halt auch verflixt schwierig zu beweisen, dass die Taliban einem nach dem Leben trachteten. Dummerweise geben sie das einem ja nicht schriftlich mit Brief und Siegel.

    Dank des Ausbildungsvertrags und der 3+2-Regel ist er vor der Abschiebung erst einmal geschützt. Ansonsten empfehle ich, sich an einen auf Asylrecht spezialisierten Fachanwalt zu wenden (der Flüchtlingsrat kann in der Regel welche nennen). Klagen von Afghanen gegen die Bescheide des BAMFs sind erfolgreicher als man denkt, knapp die Hälfte hat Erfolg. Aber Achtung, Eile ist angesagt, die Widerspruchsfrist läuft. Alles Gute!

  2. Pro Asyl: Hinweise für afghanische Flüchtlinge und ihre Berater*innen

    Sehr interessant dürfte diese Infos sein, die dort steht:

    Leider viel weniger bekannt ist die Möglichkeit eines dauerhaften Bleiberechts für Geduldete nach einem längeren Aufenthalt. Bei Minderjährigen und jungen Volljährigen, die zwischen 14 und 20 Jahre alt sind, reichen schon vier Jahre Aufenthalt, wenn sie erfolgreich eine Schule besucht haben. Sie können eine Aufenthaltserlaubnis nach §25a AufenthG bekommen.

    Kontakt zu den Landesflüchtlingsräten

  3. Wird schon. Immer irgendwie vorwärts. / Aber auch sowas gibts, eben kommt die Nachricht, dass 1.: Salman in der Deutscharbeit eine 2,1 geschrieben hat. Und 2.: Bahram den Online-Test im Zuge seiner Bewerbung für eine Ausbildungsstelle bei einem großen Drogerieunternehmen bestanden hat. Und somit ins weitere Bewerberverfahren aufgenommen ist. Es sind aufregende Zeiten, derzeit. Die kleinen Schritte. Und durchhalten.

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