14.3.15 Meckenbeuren

„die sachen steigen auf, die sachen steigen runter, kälte steigt runter, die nebel steigen rauf. die wirklich schöne madonna (mit kopftuch) ist von 1260, ihr kind spielt mit seinen füßchen, beide lächeln. war schon immer so. der unbekannte meister fragte sich sicherlich damals, wie wohl aus seiner sicht in 700 jahren ein fiat 500 aussehen würde oder ein einsteigerhorch. oder frauen ohne kopftücher. in der kirche 5 grad, bewegungslos. kannste anziehen, waste willst, pflege & wartung, die üblichen hubsteiger, irgendwie kinderspielzeuge. /und danke, müllbeseitigung tübingens, dass du die von mir liebevoll für die alte dame umgebaute alte holzbank, die unten an der mauer in der nähe der strasse stand, damit sie sich draufsetzen konnte, wenn sie den weiten weg geschafft hatte, um mit nachbarn ein schwätzchen zu halten, mitgenommen und entsorgt hast. offenbar sah das ding aus wie müll und nichts anderes. obwohl groß „schneck“ draufstand, mit schablone in handarbeit appliziert. und moos drunter wuchs, was darauf hinwies, dass jene sitzgelegenheit dort schon länger stand und keinesfalls zur entsorgung vorgesehen war. /und danke auch zweitens stadtverwaltung tübingens, dass ihr mir das foto eines dunkelhaarigen brillenlosen kfz-fahrers als „beweis“ schickt für eine angebliche geschwindigkeitsübertretung meinerseits. ich habe ja sonst nichts zu tun, als briefe an träge und von masern und grippe krankgeschriebene verwaltungsapparate zu verfassen, die sich mit der widerlegung von irrtümlichen beweisführungen beschäftigen oder mich um neue sitzbänke für den strassenseitigen vorgarten zu bemühen. /es ist aber ja völlig belanglos oft alles. tagebuch/diary- morgen abend musik zu texten, „schneck und elektropop“, nachts dann noch abbauen eine ausstellung, tags drauf 680km und dann ein schönes boot untenrum streichen am wannsee. /das urteil zum kopftuch missfällt mir ziemlich. „das christentum darf nicht bevorzugt werden“ heisst es in der begründung wohl sinngemäß, schon alles ok/ok, aber ich wüsste auch gar nicht, wo es das noch tut, die kruzifixe sind längst abgebaut. und das alles vor allem mühlen auf pegida. ich wünschte mir oft mehr gesellschaftspsychologische weitsicht von entscheidungsträgern, auch in hinsicht darauf, was religiös verortet werden kann, und was eben nicht. schon mustafa kemal atatürk hatte kopftücher gewisserorts verboten, bestimmt nicht ohne grund. ich mochte das noch nie, wenn sich welche wegen meines philanthropen wertekanons ins fäustchen lachten. nichts gegen kopftücher im privaten, die können ja sogar auch ganz sexy sein. aber andersrum werd ich demnächst wieder mein aggressives religiöses recht auf nacktbaden in nordägypten oder tunesien einzuklagen versuchen, wie schon 2006, und dafür blauhelmunterstützung anfordern. schon damals hat das nicht geklappt. /und ich will da ja auch schon gar nicht mehr nacktbaden, weil mir dieses ganze wertetheater und diese derzeitig alteuropäische á-la-mode-herkunftsleugnung einfach viel zu blöde ist mittlerweile. /mitsamt einem aufkeimenden antisemitismus, der mich maßlos erschreckt und erzürnt. ich möchte nicht mehr in der mitte europas leben, es sei denn in hamburg, neukölln oder hagelloch oder meckenbeuren. es ist eben so, dass es so ist. ich suche noch nach meinem handeln. /wir sind alle so verwöhnt und gewöhnt, wenns ans überdauern geht, stimmts?“

8 Gedanken zu „14.3.15 Meckenbeuren“

  1. An die Ersatzbank dann am besten ein eindeutig beschriftetes Emailschild geschraubt! Für das wir hier dann auch eine Verwendung hätten, da auch hier Bänke, auf deren Existenz man sich noch bei der Anfahrt fest verlassen, einfach mal so verschwinden bei Nacht und Nebel, am Waldrand. Unarten allenthalben!

  2. Nicht vergessen abzuschrauben, wenn das Teil dann auf den Sperrmüll soll!
    (Jetzt versteh ich auch, warum man hier bei Anmeldung jedes Stück einzeln nennen muss.)

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