comm. voluptious

P1100379

comment:

„Abb. zeigt Blick in einen seit 200 Jahren (Dezember 2012) ungeöffneten Bereich des Zwischenraumes zwischen der alten, auf den Deckenbalken aufliegenden Deckenbretterung (oben), und der vor ebenjenen ca. 200 Jahren abgehängten, d.h. mit Holzleisten kaschierten und von unten sodann mit Verputz beworfenen Raumdecke (unten) des „jetzigen“ Raumes. Eine kleine vorsichtige und handgroße Öffnung wurde zu diesem Zweck von unten, also der heutigen Raumdecke her, in die Konstruktion der abgehängten Decke gefertigt, so wenig wie möglich an Substanz zerstörend, um dann „blind“ mit einer kleinen Digitalkamera von einer Leiter aus die ältere, also die oben sichtbare Decke zu erfassen. Die Camerahand in ein unbekanntes Loch hineinzubewegen, voller Spinnweben und dergleichen Unbekanntem. Den Blick und die Sehensweise des Fotos hatte also nur meine Kamera bzw. meine rechte Hand, keinesfalls mein Auge. Immerhin, und das ist schön, ergab die baugeschichtliche Untersuchung in diesem Bereich, dass die ältere spätgotische Deckenkonstuktion (oben) einst dekorativ recht aufwändig bemalt war bzw. noch ist. Ein wertvoller Hinweis also bezüglich der weiteren ggf. umbaulichen Vorgehensweise in einem nicht unprominenten hochmittelalterlichen Anwesen inmitten der Altstadt Nürnbergs.

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Das Auratische jenes Zwischenraumes bzw. jenes Moments der „Öffnung“ hingegen wiegt für mich oft ungleich fast größer als die faktischen und historischen Informationen. Daher auch ist mir dieses im Grunde unwesentliche Foto recht wertvoll. Neben vielen anderen ähnlichen Aufnahmen. Jenseits vom Grusel (den auch ich oft habe an den Orten von Geschichte, Spinnen, Graffitis, Grausamkeiten, Dachböden und ggf. Schimmel etc.). Zeitlosigkeit und Sinn/Unsinn, vor allem auch die Größe von Relevanz eigenen Seins oder Unseins sind da ein steter und wohlwollender Begleiter. / Ob sich das alles jedoch auch nur ansatzweise aus der reinen unkommentierten Bildinformation obiger Abb. (wenigstens) herausahnen lässt, das weiss ich nicht. Wenigstens wenigstens? Ahnungen sind ja oft am schönsten vielleicht, und Entzauberung und Erklärungen sind nur so lange en vogue, so lange sie nicht an den eigenen Häuten kratzen, allzusehr.“

ist mir doch wurscht. Ich bin jetzt erstmal im voluptious Schnee allerseits.

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