Pielefeld

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(jetzt nva. geprüfter!)

ab und an geschehen ja immer noch analoge dinge der feinsten art und weise. so auch am vergangenen wochenende in pielefeld, der perle west-ostwestfalens. bzw. bielefeld, der berle ost-westostfphalens. und wer bitte kennt schon parderborn. superkatholisch. oder bad lippspringe. die ems entspringt irgendwo hier, jene ems, die man süddeutsch nach west-ostfriesland verortet und die seit jeher dem wilhelmshavenschen jadebusen eine westlichere konkurrenz schien in ihrem schadstofferguss vor die inseln jugendlicher sonnenbrände.

jedenfalls hatten die wunderbare frau rosmarin sowie der ihr herzverbandelte herr Ro, ein meister des didgscheriduu (Fichte) und mongolischen obertongesanges, wie ich (im ernst!) erfahren und bewundernd teilen durfte, zum IBT geladen und es war ganzschlicht ganz wunderbar. und überwältigend vertraut. (privat würde ich das weit mehr subjektiv formulieren: „mensch du, schatzi, bin noch ganz bedaddelt, es war so richtig richtig sauschön!“). das ist so. das stimmt so.

ich und wir lernten kennen, dass auch bielefeld eine burg besitzt wie jede anständige stadt, was ich nicht erwartete zunächst, insofern es dann ja auch eine altstadt geben musste, die teilweise noch erhalten sei, was sie dann auch tat vor meinen verwöhnten augen des 15ten jahrhunderts, obgleich gestreichelt von Bomber Harris wie so viele. die flachswirtschaft, die spinnereien, die waschmaschinen von MIELE, das backpulver, ein clan namens D***++. wobei mir erinnerte, dass ich einen relativ aktuellen namensträger kenne (initiationsgeschichten), sogar ganz gut und sympathisch, hässlich nebenwortig allerhöchstens die verkehrsplanung der 1960er jahre mit schönen autobahnen in höhe der belle etage einer immerdar und oft gesehenen „zweiten“ stadterweiterung um 1880 längsschneisig durch die stadt mit 4 spuren auf beton.

sicherlich (so dachte ich) gibt es auch billige, erschwingliche wohnungen und gewerbeeinheiten demzufolge in BI und die tatsache, dass dort ungefähr 330.000 menschen ihr leben verbringen, diese tatsache hat mich ziemlich angefachelt, weil ich ja stets nach ebenerdigen siedlungen suche, die raum für alles am leben bieten/pieten jenseits der geliebten glischees. BI scheint mir im guten ziemlich geerdet. auch die redakteurinnen der neuen westfälischen (danke!). und ich war ja das erste mal im leben dort.

diesen eindruck und vieles mehr an beseeltem habe ich also sehr wohl aus bielefeld mitgenommen auf 500 unausgeschlafene pressingkilometer in richtung süden am vorgestrigen sonntag, blinker links/linke spur, währenddessen die mit- und bald retourgereiste köchin bereits ihren sonntag erfüllte. während ich noch schlief in bielefeld im schwimmbad.

/besonders schön MIR ja immer diese mischung (Salon?!) aus eher auch unvercliqueten blogseiten. kuscheln. das ist so wunderbar, immer wieder. mich eingeschlossen. verzichte nun diskret auf aufzählungen der teilgenommen habenden. unglaublich, mal wieder bis halb fünf wachgewesen zu sein in solch netter runde.

/So, und dann wurden wir alle noch unter fachkundiger Führung durch das Nachtleben Pielefelds geleitet von Norbert, dem Schriftführer der Bielefelder Flaneure. Ein Bierchen nach dem anderen in basischen Lokalitäten, ganz nach meinem Geschmack und 1a prima! Wesentliche Informationen zu einem archetypischen Leben, das nirgendwo und schon gar nicht nachts mehr wahrgenommen wird. Einer empathischen Flaneursgemeinschaft, die voller Subversivität und Ungehorsam geeignet sich hätte zum Vereinen einst mit dem… Deutschen Handwerke mit Diskussion (und verstohlenen Ausblick). Aller Spaß ist mehr als Spaß und unter dem Sand findet sich ja meist das eigentliche Pflaster.

Dank also nochmal herzlich, liebe Rosmarin, lieber Herr Ro und liebe Flaneure. So viel Gastfreundschaft. Und liebe Mitdabeigewesenen. Und wir sehen uns hoffentlich bald wieder. Alle. Und zwar! 😉

5 Gedanken zu „Pielefeld“

  1. sportlich herr schneck 🙂
    wer schläft schon in schwimmbädern und der herr ro winkt während er mongolische tönchen durch das geerdete dingens schweben lässt

  2. Da sieht man mal wieder: Soziologen können nicht haushalten! /und Aha, Sie haben also dort studiert. Wie ja schon geschrieben, mir war die Stadt bisher unbekannt, aber Frau und Herr R. sowie die Flaneure haben das aufs Angenehmste geändert. Und sollte sich irgendwann ein“T“ vornedran befinden, so sind Sie hoffentlich auch dabei, liebe Teresa! 🙂

  3. …zunächst dachte ich, in der [kl]österlichen Abgeschiedenheit nichts zu versäumen… und nun, wo ich mich wieder aufs [Blogger]Laufende bringe, entdecke ich über Ihren Eintrag hier, lieber Schneck, dass sich vor nicht allzu langer Zeit dort etwas zutrug… in einer Stadt, die mir wohl bekannt… auch wenn`s lang lang her, als ich dort lebte, weil da studierend… und Ihrem sehr trefflichen Stadtbericht entnehme ich, dass man sich der alten Straßenbausünden immer noch nicht entledigt… und Sie trotz feier[licher] Bloggereien das Wesentliche dieser Stadt gesehen 😉

    Geschockt hat mich, als ich jüngst [auch eher per Zufall] erfuhr, dass diese Puddingstadt besser ihr [städtischer] Haushalt [und damit die dort Wirtschaftenden) mittlerweile unter „Not-Aufsicht“ stehen… das konnt ich kaum glauben, weil dereinst jenes teutoburgeriensische Städtle in voller Blüte und vorzeigende BILDUNGSSTÄTTEN hatte… galt einst als Hochburg der Soziologen… immerhin konnt` ich dank Ihres Eintrags den darüber berichtenden Spuren folgen…

    und entnehme schließlich einem Eintrag beim Steppenhund, dass wohl weitere Treffen an anderen Orten geplant!? – Darunter fand sich der Buchstabe „T.“ und ich ergänzte in Gedanken „.übingen“!? ;-))

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