singsang

22.30 Uhr, erlösender Lustschrei der Dame aus Zimmer 4 am westlichen Abschluß des 1.OG/Berghütte. Das Licht brennt schwach dort noch, ein frischverliebtes Paar, mittelalterlich, eine heimliche Affäre über Fasching oder ein gerade begonnenes Neuleben. In Zimmer 2 die Kinder, müde vom Doppelkopfspiel, beim Einschlafen, eher sind sie jetzt ja jugendlich, sie legen großen Wert darauf und haben sicherlich die Geräusche aus Zimmer 4, dem ihren Übernächsten, gehört. In Zimmer 3, zwischen Zimmer 2 und 4 gelegen, ein stilles Activ-Paar mit grauen Schläfen, Schneeschuhen und Hund, die Lampen bereits gelöscht, vielleicht Lehrer oder Gewerkschaft. Sie gehen immer früh schlafen. Was sie wohl empfinden über den sündigen Singsang gleich nebenan, in Zimmer 4, und was wohl ihr freundlicher Mischling darüber sich denkt. Draußen schneit es und auch in Zimmer 1 am östlichen Abschluß des 1.OG/Berghütte brennt noch Licht, hier wird diese Begebenheit notiert und durchgenudelt. Der schöne südseitige Balkon ist von allen vier Zimmern aus begehbar, einer Bühne gleich, die Wände von Pappe.

10 Gedanken zu „singsang“

  1. Weil an sich geh ich ja auch nicht weiter in die Tiefe, aber was eine Erkältung ist, das ist übel, weswegen ich auch so wünsche, also das Dings mit der Genesung und so halt eh.

  2. Bei den Waltons gab es diesen Singsang aber nicht, obwohl ich es Olivia zugetraut hätte. (Mit den Händen hätte sie dabei aber bereits einen Apfelkuchenteig für den nächsten Tag geknetet.)

  3. @Herrn kid37 und Herrn speed: Da sieht man mal wieder, bloggen bildet. Nicht im entferntesten wäre ich via ‚gutenachtjohnboy‘ auf „Die Waltons“ gekommen. Meine Serien – nach ausgedehnten und abenteuerreichen Nachmittagen in der Waldwildnis – waren eher „Die Leute von der Shiloh Ranch“, „Bonanza“, „Rauchende Colts“ und allenfalls noch „Bezaubernde Jeannie“, wobei ich mich sehr gut an das Intro der Waltons erinnern kann, fuhr da nicht so ein schöner alter Lastwagen in Schwarz-Weiss vors Holzhaus? Wie auch immer, dieser Querschluss ging mir völlig durch die Lappen, Herr speed. Fast schon peinlich, oh jeh… /Wenn ich mich nun aber voller fernsehgeschichtlicher Reue informiere, Herr kid, so sagt Wikipedia über Olivia: „Später ist sie ein wenig aus der Familienidylle ausgebrochen, hat einen Malkurs belegt und schließlich auch den Führerschein gemacht.“ Einen Malkurs! Die Vorstufe zur Sünde. Wobei ich heute weiss, dass sich Apfelkuchen und Singsang keineswegs ausschließen, ja vielleicht sogar bedingen. Vielleicht auch, weil ich später regelmäßig „Klimbim“ schauen durfte, wegen des Humors, wie mir die damals noch nicht alte Dame gütigst zugestand.

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