Millieu-Kartoffel

aussagen und einschötzungen, das sind keine röte, keine räte. auch keine einschwätzungen, keine nöte. warum wird man rot, wenn man rot wird? ohne not? was ist das ein für entwicklungspsychologisch darwinsches (alles-zufall-mutations-galapagos-) -signal? wenn man rot wird? es muss ja schließlich irgendeinen vorteil geben, wenn man rot wird.

(nicht, dass ich noch rot würde.)

Und da ich schon am Fragen bin: Wieso wurde ich eigentlich nicht nach Tennessee hineingeboren? Wieso begegnete mir Rusmann? Wieso fuhr ich ’96 am zehnten Mai nach München in die Galerie Christian Gögger? Wieso wurde M.H. nicht Chef der dokumenta X? Wieso klingelte vor sieben Jahren der Dienst der Telekom um 7.34 Uhr (und nicht um 7.45 Uhr)? Und wieso brachte ich die alte Dame im Sommer 2010 an einem schönen Tag zum Seniorentreff?

Der Grund ist wahrscheinlich meine Millieu-Kartoffel. Die Kirschkern hat ihren Magen hochgeschlagen, ich meinen Kragen. Beide hören wir diese Musik, dass heisst, vorerst höre nur ich sie, sie würde ggf. noch rot werden dabei. Und am besten wäre wohl, sie hörte gänzlich andere Musik, nämlich die ihre, nicht meine.

Vielleicht tut sie das ja auch schon und ich weiss es nur nicht. DAS wäre das Schönste.

11 Gedanken zu „Millieu-Kartoffel“

  1. Ach ja, dahier machen sich die Kirschkerne ja demnächst, allerdemnächstens für 6 Monate nach Paraguay davon, da gibt’s auch Kartoffeln, hört man! Auch Pferde, was noch wichtiger ist. Mit Grüßen über den Kirschwald, Ihr B.

  2. Die Kartoffel soll ja angeblich wahrscheinlich aus Paraguay stammen, [und nicht müde werde ich zu betonen, dass bereits um 1638 der Bauer Michael Schneck/direkte Linie- zum ersten Male in D feldmäßig die Kartoffel (auf der Vierlitzer Flur nahe Wunsiedel) anbaute, vgl. Kartoffeldenkmal/Bronze im Flecken Pilgramsreuth], und Ihren Kirschkernen wünsche ich, lieber Books, das Beste fürs soziale Jahr, wie heisst das jetzt heute noch gleich? /Sah vorhin einen 45-minüter über die Serengeti, da kommen keine Pferde vor, aber Gepardenbrüder, Gnus und Gazellen, die haben alle keine Ahnung von Sir Francis Drake, aber müssen sie ja auch nicht.

  3. Kein Wunder, dass Sie so gut im Kartoffelschälen sind, das liegt offensichtlich in den Genen :-)
    (Ich glaube, die Kirschkerne finden ihre Musik ganz von allein – sagte ich schon, dass hier die Toten Hosen äußerst beliebt sind?)

  4. Ein Flush ist ja auch nix anderes als Gefäßerweiterung im Gesicht durch Hormonausschüttung im Gehirn, quasi Abwehr gegen Kälte oder irgendwas.
    Erythrophobie wär als übersteigerte Form wiederum eine Phobie, quasi Rotwerden weil man nicht rotwerden will.
    Jetzt, keine Ahnung, warum das Erröten negativ besetzt ist, vielleicht weil wir alle so cool sein wollen, was ja dann auch wieder ein bisserl abgehoben ist.

    Zu Warum und den Fragen nach dem Sinn z.B. eines Anrufs der Telekom um 07:34, das wär einfach das Ergebnis eines Würfelspiels.
    Genausogut hätte um 07:34 ein Natobomber auf Übungsflug defekterweise, just zu diesem Zeitpunkt, genau am Ort des Parkens ihres Automobils, selbigen, also den Übungsflug, infernalisch in einem Feuerball beenden können.
    Sprechen wir also von Glück, wenn da nur die Telekom angerufen hat.

    Mit Tennesee hingegen verhält es sich ganz anders, da werden nur TenneseerInnen geboren, da kann man nichts dagegen machen.

  5. Mir geht es weniger um eine Bewertung des Errötens, sondern vielmehr um den Sinn dieses „Signales“ innerhalb einer Kommunikation. Man könnte ja auch Blau werden, oder Nato-Oliv. /Mit dem Tennessee ist es wohl so wie mit Baden-Württemberg, das hiesige Nashville heisst dort offenbar Mannheim.

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