28 Gedanken zu „edit: gschnuiat!“

  1. Köstlich Ihrem Dialog zu „lauschen“;
    v.a. folgende Aussage hat es mir angetan: „WIR KÖNNEN NÜSCHT, AUSSER HOCHDEUTSCH!“
    im Geiste fügte ich hinzu: „…v.a. keine Infrastrukturprojekte kommunizieren..HaHa“

    Das „Hochstreichen der Augenbraue“ sah ich im Autofocus
    ;-)

    Oiso nacha gemma weida gemma zua
    Pfiad`s Eich
    Teresa

  2. REPLY:
    dr erschte isch dr scheeschte!

    /an dieser stelle jetzadle mal ausdrücklich, und fei gell, nicht dass sie denken, ich würd immer so reden, ich bin nämlich oigatlich gar kein echter schwabe, ich mag nur den dialekt, er war meine erste fremdsprache (die zweite thüringisch), aber bevor ich mich jetzt verwurschtel, ganz oifach dies:

    WIR KÖNNEN NÜSCHT, AUSSER HOCHDEUTSCH !

  3. REPLY:
    Eltern: Sachsen – Anhaltiner
    Pflegeopa: geborener Ostfriese, mühsam adaptierter Mitteldeutscher.
    geboren: in Baden
    aufgewachsen: in der Gegend um Paderborn
    innerlich beheimatet: in Oberschwaben
    gelandet: wieder im schönen Kraichgau
    Hauptberuf: Sprache

    Sie können sich unschwer meine babelhafte Kindheit vorstellen und die verzweifelte Flucht in möglichst astreines Hochdeutsch. Mein Herz wird jedoch bei sämtlichen erlebten und erlernten Dialekten windelweich, wie der alte, feuchte Lappen auf der Terrazzospüle meine Kinderzeit.

    ’s isch eh älles ois wammers numme moog.

  4. REPLY:
    @infrastrukturprojekte: ich bin gespannt auf den „schlichterspruch“. und ich bin sehr gespannt auf die landtagswahl im frühjahr. empfehle ihnen, liebe teresa, dazu nebenbei, falls sie es je noch nicht wissen bzw. gelesen haben, dies hier.

    in berlin gibt es ja die buslinie 100. auf einem oder mehreren bussen, die bei dieser auch bei touristen sehr beliebten fahrt eingesetzt werden, steht in schöner serifenschrift, relativ klein und auf unscheinbarem beige: „Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“. ich muss mich immer noch totlachen, wenn ich das sehe. anscheinend, so hörte ich, sei das eine ‚praktikanten‘- oder ’studenten‘-idee gewesen…? :)

    und ‚waschächt‘ kann nicht sein! halt seit der geburt, das schon. der vater geboren in stuttgart, dann aber weimar und berlin. die mutter aus berlin bzw. ostpreußen. so nachkriegsgeschehnisse eben, alles wurde da ja durcheinandergeschwurbelt. den vater habe ich aber kaum kennengelernt, ich weiss nicht, wie der gesprochen hat.

    und dann aber die schönen feinen sprachlichen unterschiede zum älblerischen! oder zum unterland. hier im dorfe ist der slang auch eher ein breiter. sogar ziemlich derbe teilweise.

    generell setze ich mich gerne gegen stuttgartisierung ein! das heisst aber nicht, dass ich nicht mitfühle mit den exilanten am prenzlauer berg, wenn jene gemobbt werden, jedenfalls wenn dies nur geschieht wegen des praktischen dialektfeindbildes. vor allem tun das dort ja die zugezogenen bayern (das wird oft verschwiegen, vor allem von denen selber). diese sind es nämlich, die die eigentliche misere in der großen stadt angezettelt haben, schon zu beginn der 90er-jahre, als die reichen münchener limousinen sich die maroden häuser im neuen osten unter den nagel gerissen haben. den schwaben wäre das zu dieser zeit noch viel zu risikoreich gewesen! (abgesehen davon schätze ich schöneberg, kreuzberg und neukölln ohnehin mehr, als die neue mitte usw.).

    dazu kommt ein immer wiederkehrender ganz leiser semi-heimatlicher stolz auf z.B…. WMF, Ritter-Sport, Pustefix, Steiff, Schlaich, Recaro, Daimler (hüstel…), Porsche und wie sie alle heissen, nicht zu vergessen die fleißige uhren- und musik- und waffenindustrie aus dem schwarzwald (noch ein ‚hüstel‘). und anscheinend sei es noch heute so, dass ein großer prozentsatz der jährlichen neupatentierungen aus baden-württemberg beantragt wird. warum das so ist, keine ahnung.

    in berlin nehme ich stuttgart als stadt regelmäßig in schutz. ich habe da immerhin zwölf nicht unwichtige jahre verbracht und ich muss sagen: das war sehr ok. irgendwann ist dann eben die zeit gekommen, zu gehen, aber das ist ja überall so. vor allem auch im kreativen gewerbe gibt es viele dinge, stömungen und menschen, die ursprünglich aus dem süden stammen. wenn man sie dann, jedenfalls die protagonisten, zum beispiel in berlin auf ihre vita anspricht, dann ist vielen das immer ganz peinlich. habe ich oft erlebt! ich finde das unnötig und v.a. recht affig. auch die nicht genannt werden wollenden teils sehr potenten kunstsammler der region, sie kaufen lieber in london ein, denn das selbe vor ort.

    mir gefällt meine derzeitige kontrastreiche mischung. ausschließlich im süden wollte ich nicht sein. dazu haben sich zwölf jahre berlin zu sehr eingegraben, und überhaupt. aber als kleine produktive insel nutze ich den schönen ort am waldrand sehr gerne. und wenn mir der himmel auf den kopf fällt, dann fahr ich nach neukölln.

    so. etza hend mrs!
    beste grüße,
    schneck-süd

  5. REPLY:
    Uuuiihhh, was für eine Hommage an Ihre HEIMAT-Orte, lieber Schneck08.

    Keine Sorge! Ich schreibe keine ähnliche lange Antwort, dennoch: Ein paar Anmerkungen kann ich mir dazu nicht verkneifen!:-)

    Inhaltlich habe ich Ähnliches, was Sie berichten, schon oft, so oft [*grübel* wie oft eigentlich… weiß ich gar nicht mehr] von den „schwäbischen“ Expatriats in Berlin gehört. Auch dieses „verschämte“ Geständnis, sich nicht „zu seiner wahren schwäbischen Wurzel“ bekennen zu wollen, es nur hinter vorgehaltener Hand verraten zu bekommen, unter vier Augen, quasi wie ein Geständnis,
    das ist mir wohl vertraut ;-)

    Ich bin ja nun „koi ächta Schwob“, sondern eine ins Schwobaländle „Rei`gschmeckte“!
    Nachdem meine wahren Landlsleute „dahoam“ heute noch unter den „versauten“ Immobilienpreisen der „S..preissn“ [ „das“ Wort *möchte ich dennoch ohne Ironie liebevoll verstanden wissen* ;-) ] leiden, keimt in mir allerdings nicht so recht Mitleid auf mit den umgekehrt versauten Preisen durch die Bajuwaren am Prenzlberg… ;-)

    Da ich immer wieder mal in Berlin auf kurzer Stippvisite bin, kann ich allerdings nur zu gut nachvollziehen, was Sie insgesamt meinen… so schön es hier ist, im Schwobaländle und an Schiller`s Neckar-Gestaden, nach ein paar Wochen in pietistischer Umgebung tut Luftveränderung Not! :-)

    JA, es gibt wunderbare Ecken in Berlin, glücklicherweise auch solche, die immer noch ein wenig im „Verborgenen“ blühen! Ich verrate H I E R jetzt nicht, WELCHE, weil sonst ist es morgen keine Geheim-Ecke mehr :-) :-)
    Schöneberg finde ich, übrigens auch klasse… ideal wäre es, ein kleine Stadtwohnung in einem Berliner Hinterhaus zu haben…
    doch damit nun genug Tag-Nacht-geträumt ;-)
    „no ois, es goht nix üba Bubaspitzle mit Kraut, gell“
    ;-) herzlich Teresa

    P.S.:
    Danke noch fürs „Gorillaschnitzel“ – das zieh` ich mir dann morgen mal rein ;-)

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